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Elektrotechnische Industrie

Berliner Elektroindustrie aktuell

Beschäftigtenanteile nach Branchen im verarbeitenden Gewerbe Berlins.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg(Externer Link).
Daten nach WZ 2008. Die Daten beziehen sich auf Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten, nach fachlichen Betriebsteilen.

Branchenstruktur

Die Elektrotechnik/Elektronik umfasst die Bereiche

  • Bauelemente der Elektronik
  • Installationsgeräte- und Systeme, Beleuchtungstechnik
  • Elektrische Antriebe, Stromversorgungen und Schaltanlagen
  • Automation (Messen, Steuern, Regeln)
  • Consumer Electronics
  • Elektronische DatenVerarbeitung
  • Integraler Bestandteil der Elektronik ist die Mikroelektronik mit der Sensorik und der Mikrosystemtechnik.
  • Mittelbarer und unmittelbarer Teil der Elektrotechnik/Elektronik sind die Feinmechanik/Optik, mit der Lasertechnik, Fototechnik, Messtechnik und der Medizintechnik sowie die alternative Energietechnik.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Berliner Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren so gut entwickelt wie seit der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr. Zwischen 2004 und 2009 gab es ein Wachstum im Schnitt von 1,69 Prozent - während es bundesweit 0,49 Prozent waren. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.
Auch auf dem Arbeitsmarkt der Hauptstadt geht es bergauf. Knapp 140 000 Erwerbstätige sind laut DIW zwischen dem Tiefpunkt im zweiten Quartal 2005 und dem ersten Quartal 2010 hinzugekommen. Das sind neun Prozent mehr, während das Plus deutschlandweit nur bei 3,5 Prozent lag.
Bemerkenswert ist bei der Beschäftigungsbilanz des DIW, dass die Hauptstadt bei höher qualifizierten Berufen aufholen konnte. So habe es bei Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, EDV-Experten und Wirtschaftsprüfern ein deutliches Plus gegeben.
Im Jahr 2010 wurde im Land Berlin ein Masterplan Industrie vom Senat beschlossen. Das ist ein klares Bekenntnis der Politik zur Industrie am Berliner Wirtschaftsstandort.
Es ist im Jahr 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2% zu rechnen. Damit übertrifft Berlin im Gegensatz zu Deutschland insgesamt bereits im laufenden Jahr den Stand vor der Krise; das ist ein Zeichen für die überdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung in der Hauptstadt.

Berlins Industrie ist geprägt von einem leistungsfähigen innovativen Kern alteingesessener Unternehmen und einer Vielzahl sehr innovativer junger Unternehmen mit gesundem Wachstum.
Im Vergleich zu anderen Segmenten des verarbeitenden Gewerbes erreicht der Anteil innovativer Unternehmen in der Elektrotechnik/Elektronik den höchsten Stand. Neben den Großunternehmen haben sich einige mittelständische und kleine Berliner Unternehmen Spitzenstellungen auf dem Weltmarkt erarbeitet.
Dabei sind die Unternehmen stark positioniert im Bereich der Clean Technology. U.a. fertigt Siemens in Berlin die leistungsstärkste Turbinen der Welt.
Stromrichter und elektrische Ausrüstungen für Windkraftanlagen, Solarkraftwerke und Industrieanwendungen werden in Berlin gebaut aber auch optische Komponenten, Module und Subsysteme für Telekommunikationsanwendungen für Datenübertragungsraten von 10 GBit/s bis 100 GBit/s werden hier entwickelt, gebaut und vermarktet.

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Geschichte der Elektrotechnik in Berlin

  • Die weltweit führende Rolle deutscher Unternehmen in der Elektrotechnik ist durch die Gründung der beiden Firmen Siemens und AEG in Berlin hervorgegangen.
  • 1847 gründeten Werner (von) Siemens und Johann Georg Halske die „Telegrafen-Bauanstalt von Siemens & Halske“.
  • 1866 entdeckte der Berliner Ingenieur Werner von Siemens(Externer Link) das dynamisch-elektrische Prinzip. Nachdem die von Siemens geschaffene Dynamomaschine ausgereift war, konnten 1879 zur Gewerbeausstellung in Berlin Licht und Kraft aus elektrischer Energie eindrucksvoll vorgeführt werden.
    Die Überlegenheit der Dynamomaschine war in der nur ihr eigenen Möglichkeit des Ferntransports von Energie über Leitungen und die Reaktivierung in Elektromotoren begründet.
  • 1881 fuhr in Lichterfelde bei Berlin die erste elektrische Straßenbahn.
  • Emil Rathenau erwarb 1881 die Rechte, das Edison-System eines kompletten elektrischen Versorgungssystems in Deutschland einzuführen.
  • 1883 gründete Rathenau die „Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität“ (AEG).
  • 1883 begann Emil Rathenau(Externer Link) auf der Basis der neuen Glühfadentechnologie von Thomas A. Edison(Externer Link) zu produzieren.
  • Um die Jahrhundertwende gelang es Adolf Slaby(Externer Link) in Berlin, die 1885 von Heinrich Hertz(Externer Link) nachgewiesenen elektromagnetischen Wellen zur drahtlosen Nachrichtenübermittlung auszunutzen.
  • Ende des 19. Jahrhunderts wurde Berlin zu der Stadt Deutschlands, in der alle großen Anwendungsgebiete des elektrischen Stroms maßgeblich erschlossen wurden und damit auch zum klassischen Standort der Deutschen Elektroindustrie.
  • Damit wurde die Elektroindustrie bald der führende Industriezweig und überflügelte den Maschinenbau, der bis Mitte 1890 an der Spitze der Berliner Wirtschaft gestanden hatte.
  • In den Jahren 1901 bis 1903 erreichten die Versuchswagen der Studiengesellschaft für den elektrischen Schnellverkehr auf der Militärbahn Marienfelde – Zossen Geschwindigkeiten bis zu 210 km/h.
  • Die Berliner elektrotechnische Industrie ergänzte sich durch die Vielzahl der damals aufblühenden größeren und kleineren Unternehmen auf dem Gebiet allgemeiner und spezieller Elektrotechnik.
  • Neben Anlagen zur Erzeugung und Weiterleitung elektrischer Energie wurden von Berliner Firmen nachrichtentechnische Anlagen, Regel- und Steueranlagen, Zähler zur Messung des elektrischen Energieverbrauchs, elektrisches Isoliermaterial und viele andere elektrotechnische Erzeugnisse hergestellt.
  • Nicht nur die Großbetriebe, sondern insbesondere die Mittel- und Kleinbetriebe prägten die Berliner Elektroindustrie.

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