Marktüberwachung kontrolliert Energielabel – Berliner Händler kommen Kennzeichnungspflicht nach

Pressemitteilung vom 20.10.2017

Die Marktüberwachungsbehörden der Länder haben in einer bundesweiten Aktion rund 107.000 Elektrogeräte, Pkw und Reifen bei Anbietern vor Ort und im Internethandel auf die korrekte Kennzeichnung mit dem sogenannten Energielabel überprüft. Das Energielabel dient Verbrauchern als schnelle und einfache Informationsquelle über den Energieverbrauch und die Leistung bestimmter Produkte wie Staubsaugern, Waschmaschinen, Kühlschränken, Pkw oder Reifen. Daher sind die Händler verpflichtet, das Energielabel gut sichtbar an den Produkten anzubringen.

Im Bundesland Berlin konzentrierte sich das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) besonders auf die Überprüfung von großen Handelsketten, die neben „Weißer Ware“, Unterhaltungselektronik, Lampen und Leuchten auch Staubsauger im Sortiment hatten. Auch die Kennzeichnung von Warmwasserbereitern, Wohnraumlüftungsgeräten und Klimageräten konnte im Rahmen der Aktion vereinzelt überprüft werden. Die Auswahl der kontrollierten Händler beschränkte sich auf Elektrofachmärkte, SB-Warenhäuser, Baumärkte und Möbelhäuser.

Im stationären Handel wurden in Berlin 8.479 Produkte im Hinblick auf die Energieverbrauchskennzeichnung kontrolliert. Insgesamt wurden 38 Mängel festgestellt. Die Fehlerquote lag demnach bei etwa 0,5 Prozent. Rückblickend kann festgehalten werden, dass die in Berlin kontrollierten Händler generell in Kenntnis bezüglich ihrer Kennzeichnungspflichten sind und diesen in der Regel auch nachkommen. Die identifizierten Mängel wurden unverzüglich vor Ort behoben, somit bestand für das LAGetSi kein weiterer Handlungsbedarf hinsichtlich ordnungsbehördlichen Handelns. Die Kooperationsbereitschaft seitens der Händler war hoch.

Deutschlandweit haben bei der Aktion die Behörden über 7.300 Produkte (rund 6,8 Prozent) beanstanden müssen. Im Vergleich zur letztjährigen Schwerpunktaktion (6,6 Prozent) bedeutet dies einen geringfügigen Anstieg der Beanstandungsquote um 0,2 Prozent. Die Behörden haben insbesondere Produkte beanstandet, bei denen das Energielabel ganz gefehlt hat oder bei denen das Label an einer für die Verbraucher nur schwer sichtbaren Stelle angebracht worden war. Die höchste Beanstandungsquote gab es mit 9,3 Prozent bei Staubsaugern, gefolgt von Pkw mit 8,7 Prozent sowie Lampen und Leuchten mit 8 Prozent. Hingegen mussten die Marktüberwachungsbehörden Elektrobacköfen nur in 1,6 Prozent der Fälle beanstanden. Auch Waschmaschinen (4 Prozent), Kühl- und Gefrierschränke (4,1 Prozent) oder Reifen (5,5 Prozent) waren unterdurchschnittlich oft zu beanstanden.

Die Marktüberwachungsbehörden haben bei der Aktion bundesweit insgesamt 1.011 Händler kontrolliert. Hierunter befanden sich 227 Elektrofachmärkte, 153 Autohäuser, jeweils 89 Möbelhäuser und Küchenstudios sowie 186 Internethändler. Bei 385 Händlern haben die Behörden oftmals mehrere Geräte beanstanden müssen. Dies entspricht einer Quote von 38,1 Prozent und stellt gegenüber dem letzten Jahr (49,6 Prozent) einen Rückgang um über zehn Prozent dar. Nach Ansicht der Marktüberwachungsbehörden deutet dies darauf hin, dass die regelmäßigen bundesweiten Überprüfungsaktionen die Händler zunehmend sensibilisieren und zu einer korrekten Kennzeichnung veranlassen.

304 der beanstandeten Händler haben die festgestellten Mängel umgehend und freiwillig behoben (Quote: 79 Prozent). Außerdem haben die Marktüberwachungsbehörden in 93 Fällen ein Bußgeldverfahren gegen die Händler eingeleitet.