Coronavirus Covid-19

Aktuelle Informationen finden Sie auf der Seite des Landes Berlin.

Inhaltsspalte

Werbung im Briefkasten

Icon Briefumschlag auf einem Pfeil
Bild: reeel - Fotolia.com

Per Post verschickte Werbung wie Postwurfsendungen, Anzeigenblätter oder Infobriefe sind ein beliebtes Mittel, um Verbraucherinnen und Verbraucher auf Produkte aufmerksam zu machen. Denn sie müssen zwangsläufig einen Blick darauf werfen – und sei es nur beim Wegwerfen. Durch einen schriftlichen Hinweis auf dem Briefkasten können Verbraucherinnen und Verbraucher die Papierflut zumindest etwas eindämmen. Der Satz “Bitte keine Werbung einwerfen” hält jedoch nur einen Teil der Werbung fern.

Erlaubte Werbung im Briefkasten

Der Einwurf von Werbung in Briefkästen ist grundsätzlich zulässig. Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) erlaubt in § 28 Absatz 3 das Zustellen von Werbung, sofern Verbraucherinnen und Verbraucher eingewilligt haben. Als Einwilligung wird beispielsweise der fehlende Hinweis am Briefkasten, dass keine Werbung erwünscht ist, gedeutet. Haben Anzeigenblätter einen redaktionellen Teil, werden sie nicht mehr als Werbung definiert und dürfen auch bei dem Hinweis, dass keine Werbung erwünscht ist, zugestellt werden.

Unerlaubte Werbung im Briefkasten

Bündel von Werbeprospekten in einem Briefkasten
Bild: Imaginis / Fotolia.com
Laut § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist es eine unzumutbare Belästigung für Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn sie Werbung erhalten, obwohl deutlich zu erkennen ist, dass sie dies nicht wünschen. Wer sich vor der postalischen Zustellung von Werbung schützen will, muss einen deutlich sichtbaren Hinweis am Briefkasten anbringen. Dort sollte ausdrücklich und gut sichtbar erwähnt werden, dass keine Werbung und gegebenenfalls keine Anzeigenblätter erwünscht sind. Ist nur von einem bestimmten Unternehmen keine Werbung erwünscht, reicht eine Mitteilung an das betreffende Unternehmen aus.

Personalisierte Werbung im Briefkasten

Der Hinweis, dass keine Werbung gewünscht wird, reicht bei personalisierten Werbebriefen nicht aus. Auch wenn Werbebriefe an die Bewohner eines bestimmten Hauses gerichtet sind, darf das Postzustellungsunternehmen nicht entscheiden, wer diesen Brief bekommt und wer nicht. Bei personalisierten Werbebriefen hilft deshalb nur der Widerspruch bei dem werbenden Unternehmen.

Schutz vor Werbebriefen: Eintrag auf die Robinsonliste

Um sich vor unerwünschter und personalisierter Werbung im Briefkasten zu schützen, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher in die sogenannte Robinsonliste des Deutschen Dialogmarketing Verbandes (DDV) eintragen lassen. Die Robinsonliste enthält Namen und Adressen von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die keine Werbung erhalten wollen. Unternehmen, die dem DDV angeschlossen sind, senden ihnen keine Werbung mehr zu.

Beratung und Beschwerden

Illustration Sprechblasen mit Fragezeichen und Info
Bild: Jan Engel - Fotolia.com
Bei Beschwerden oder Reklamationen bezüglich Werbung im Briefkasten sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich als erstes an das Unternehmen wenden, das die Werbung verschickt. Wird keine Einigung erzielt, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher an die Verbraucherzentrale Berlin wenden.