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Unbemannte Luftfahrt (UAS, "Drohnen")

Die Altstadt Treptow-Köpenick bei Sonnenaufgang aus Drohnenperspektive
Die Altstadt Treptow-Köpenick bei Sonnenaufgang aus Drohnenperspektive
Bild: whatslove; Depositphotos

Begriffsbestimmungen

UA – Unmanned Aircraft – Unbemanntes Luftfahrzeug:
Bezeichnet ein Luftfahrzeug, das ohne einen an Bord befindlichen Piloten autonom oder ferngesteuert betrieben wird oder dafür konstruiert ist.

UAS – Unmanned Aircraft System – Unbemanntes Luftfahrzeugsystem:
Bezeichnet ein unbemanntes Luftfahrzeug sowie die Ausrüstung für dessen Fernsteuerung.

Remote Pilot – Fernpilot:
Bezeichnet eine natürliche Person, die für die sichere Durchführung des Fluges eines unbemannten Luftfahrzeugs verantwortlich ist, wobei der Fernpilot entweder die Flugsteuerung manuell vornimmt oder, wenn das unbemannte Luftfahrzeug automatisch fliegt, dessen Kurs überwacht und in der Lage bleibt, jederzeit einzugreifen und den Kurs zu ändern.

UAS operator – UAS-Betreiber:
Bezeichnet eine juristische oder natürliche Person, die ein oder mehrere UAS betreibt oder zu betreiben gedenkt.

LUC – Light UAS operator Certificate – Betreiberzeugnis für Leicht-UAS:
Ein für einen UAS-Betreiber von der zuständigen Behörde ausgestelltes Zertifikat.

Europäische Rechtsgrundlagen

Anforderungen an den Betrieb von UAS sowie an das Personal (Fernpiloten und an dem Betrieb beteiligte Organisationen), finden Sie in der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947. Anforderungen an die Konstruktion, Herstellung und Instandhaltung von UAS und Zusatzgeräten für die Fernidentifikation, Vorschriften für deren Bereitstellung auf dem Markt und deren freien Verkehr in der EU sowie Vorschriften für UAS-Betreiber aus Drittländern, finden Sie in der Delegierten Verordnung (EU) 2019/945. Gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 sind zunächst die Notwendigkeit einer Betriebsgenehmigung sowie weitere Aspekte (z.B. UAS-Betreiberregistrierung, Kompetenznachweis für Fernpiloten, etc.) zu prüfen. Bei Fragen zur Betriebsgenehmigung und zum LUC wenden Sie sich bitte an die für Ihren Wohn- bzw. Geschäftssitz zuständige Behörde. Dies kann das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) oder die für Sie zuständige Landesluftfahrtbehörde sein.

Wenn Sie Ihren Wohn- bzw. Geschäftssitz in Berlin haben, ist das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) zuständig.

Luftfahrt-Bundesamt
Referat B 5
38144 Braunschweig
E-Mail: uas@lba.de

Geografische UAS-Gebiete

Unabhängig von den bereits genannten Aspekten, kann es möglich sein, dass die Flüge in einem geografischen UAS-Gebiet stattfinden. Ein geografisches UAS-Gebiet (engl.: UAS geographical zone) ist ein festgelegter Teil des Luftraums, in dem der UAS-Betrieb (über die allgemeinen Bestimmungen hinaus) entweder vereinfacht, eingeschränkt oder verboten ist, um den mit dem UAS-Betrieb verbundenen Risiken Rechnung zu tragen (bspw. Gefahrenabwehr, Umweltschutz, Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten).

Die geografischen UAS-Gebiete in Deutschland sowie die zugehörigen Bestimmungen sind im § 21h Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) definiert. Eventuell ist für Ihr Vorhaben eine Genehmigung gemäß § 21i LuftVO notwendig. Die dafür zuständige Behörde im Land Berlin ist die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB).

Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB)
Mittelstraße 5/5a
12529 Schönefeld
E-Mail: uas@lbv.brandenburg.de

Berliner Luftraum

Auf der folgenden Karte finden Sie Informationen zur Lage der Flugbeschränkungsgebiete, der Kontrollzone des Verkehrsflughafens BER, der Hubschrauberlandeplätze sowie der Landestellen im öffentlichen Interesse im Land Berlin.

Die Karte ist auch online im FIS-Broker verfügbar.

Bildvergrößerung: Karte zum Berliner Luftraum
Bild: FIS Broker

Flugbeschränkungsgebiete (ED-R)

Hinweise zu den Flugbeschränkungsgebieten ED-R 4 und ED-R 146.

Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF)
Robert-Bosch-Straße 28
63225 Langen

Weitere Infos finden Sie auf der Internetseite des BAF.

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Das ED-R 146 ist ein kreisförmiges Gebiet mit einem Radius von ca. 5,6 km um den Sitz des Deutschen Bundestages. Für den Durchflug durch das ED-R 146 ist nur der gewerbliche Betrieb genehmigungsfähig. Für den Betrieb im Umkreis von kleiner als 1,85 km um den Sitz des Deutschen Bundestages, die sogenannte „innere nautische Meile“, muss ein Antrag beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) gestellt werden. Für den Betrieb im Umkreis von größer als 1,85 km um den Sitz des Deutschen Bundestages wird vorab die Prüfung der NfL 1-2128-20 empfohlen, wodurch unter Einhaltung bestimmter Bedingungen und Auflagen die Genehmigung zum Durchflug durch das ED-R 146 als erteilt gilt. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ed-r@baf.bund.de

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Für den Antrag auf Genehmigung zum Durchflug durch die innere Nautische Meile benötigt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) eine sogenannte Interessensbekundung bzw. maßgebliche Zustimmung. Dies bedeutet, dass ein Schreiben einer Bundesverwaltung oder von einer Senatsverwaltung bzw. der Senatskanzlei vorliegen muss, in dem das besondere Interesse an dem Betrieb des unbemannten Fluggeräts in Bezug auf ein bestimmtes Vorhaben in der inneren Nautischen Meile bekundet wird.

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Der ED-R 4 ist ein kreisförmiges Gebiet mit einem Radius von ca. 3,7 km um das Helmholtz-Zentrum Berlin am Wannsee (Hahn-Meitner-Platz 1, 14109 Berlin). Anfragen zum Verfahren richten Sie bitte an ed-r@baf.bund.de

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Kontrollzone Berlin

Für die Kontrollzone Berlin ist die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH zuständig.

Naturschutz

Hinweise zum Betrieb von Drohnen in Berliner Schutzgebieten (hier: Naturschutzgebiete, FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete).

Grundsätzlich ist der Betrieb von Drohnen in Schutzgebieten nach § 21b Abs. 1 Nr. 6 Luftverkehrs-Ordnung (kurz: LuftVO) verboten, dabei ist es irrelevant, wie schwer die Drohne ist.

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Der Betrieb von Drohnen ist in/über Naturschutzgebieten (davon haben wir derzeit 43 in Berlin) und in/über den europäischen Schutzgebieten (dazu zählen die 15 Berliner FFH-Gebiete sowie die 5 Vogelschutzgebiete) verboten. Somit ist zum Beispiel im gesamten Spandauer Forst, der sowohl FFH- als auch Vogelschutzgebiet ist, der Betrieb von Drohnen verboten.

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Die Berliner Schutzgebiete sind teilweise die letzten Rückzugsorte für seltene und empfindliche Arten. Besonders Vögel können auf Drohnenempfindlich reagieren und durch diese aufgeschreckt und verjagt werden. Jedes Auffliegen kostet ein Tier Energie, die es sich eigentlich gut einteilen muss, um überleben zu können. Insbesondere während der Brutzeit kann es durch Drohnenflüge zu Störungen kommen, die die Tiere veranlassen, ihre Nester häufiger zu verlassen und im schlimmsten Fall ihre Brut aufzugeben. Bei bereits geschlüpften Jungtieren verhungern diese elendig, wenn die Elterntiere nicht zurückkehren. Solche Vorkommnisse sollen unbedingt vermieden werden. Um die geschützten Tierarten nicht noch in den letzten verbliebenen Rückzugsorten der Stadt zu gefährden, bitten wir deshalb um konsequente Beachtung der Regelungen.

Ein zusätzlicher Hinweis: In vielen der Schutzgebiete gilt ein Wegegebot. Es ist also verboten, die Wege zu verlassen. Auch dies dient dem Schutz seltener Tier- und auch Pflanzenarten.

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Die großflächigen FFH-und Vogelschutzgebiete (zusammen werden sie als NATURA2000-Gebiete bezeichnet) sind auf der Homepage der Senatsverwaltung dargestellt und die Abgrenzungen als digitale Karten verfügbar.

Unter folgendem Link sind die NATURA2000-Gebiete zu finden:
https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/naturschutz/natura-2000/

Unter folgendem Link sind die Naturschutzgebiete zu finden:
https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/naturschutz/schutzgebiete/naturschutzgebiete/

Des Weiteren befindet sich unter den angegebenen Links zu jedem Gebiet eine Karte sowie Informationen zu den Sachdaten eines Gebiets. Ebenfalls befindet sich eine Übersicht aller in Rede stehenden Gebiete in den FAQs weiter unten.

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Im nördlichen Bereich des Grunewalds am „Schuttberg“ ist eine Sonderfläche für den Betrieb von Drohnen (als Flugmodell­fläche) freigestellt. Diese ist in Abbildung 1 dargestellt. Selbstverständlich sind auch hier alle gesetzlichen Regelungen zu beachten, die ein Drohnenpilot eigenverantwortlich kennen und immer umsetzen muss (bspw. die Abstandsregelungen zur Wohnbebauung).

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Bildvergrößerung: Karierte Flugmodellfläche auf dem Schuttberg/Drachenberg im nördlichen Grunewald
Abb. 1: Karierte Flugmodellfläche auf dem Schuttberg/Drachenberg im nördlichen Grunewald
Bild: Geoportal

In folgenden Berliner Gebieten ist der Betrieb von Drohnen grundsätzlich verboten. Da Naturschutzgebiete in der Regel kleinflächiger sind, liegen diese teilweise innerhalb der FFH-und Vogelschutzgebiete. Dadurch kann es zu Mehrfachnennungen kommen.

FFH-und Vogelschutzgebiete:
Baumberge, Falkenberger Rieselfelder, Fließwiese Ruhleben, Fort Hahneberg, Grunewald, Müggelspree-Müggelsee, Pfaueninsel, Schlosspark Buch, Spandauer Forst, Tegeler Fließtal, Teufelsseemoor Köpenick, Wasserwerk Friedrichshagen, Wasserwerk Tegel, Westlicher Düppeler Forst, Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug, Zitadelle Spandau

Naturschutzgebiete:
Bäkewiese, Barssee und Pechsee, Baumberge,Bogenseekette und Lietzengrabenniederung, Ehemaliges Flugfeld Johannisthal, Eiskeller und Spandauer Luchwald, Falkenberger Rieselfelder, Fauler See, Fließwiese Ruhleben, Fort Hahneberg, Großer & Kleiner Rohrpfuhl, Großes Fenn, Grünauer Kreuz, Grunewaldsee (südlicher Teil), Hundekehlefenn, Idehorst, Insel Imchen bei Kladow, Kalktuffgelände am Tegeler Fließ, Karower Teiche,Krumme Lake Grünau, Langes Luch / Dachsheide, Malchower Aue, Mittelbruch, Müggelsee und Fredersdorfer Mühlenfließ, Müggelspreeniederung Köpenick, Murellenschlucht und Schanzenwald, Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ, Pfaueninsel, Postfenn und Teufelsfenn, Riemeisterfenn, Sandgrube im Jagen 86 des Grunewalds, Schlosspark Buch und angrenzende Waldfläche, Schlosspark Lichterfelde, Schöneberger Südgelände, Tegeler Fließ, Teufelsbruch und Nebenmoore, Teufelsseemoor Köpenick, Wartenberger -Falkenberger Luch, Unkenpfuhle Marzahn, Wasserwerk Johannisthal, Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug, Windmühlenberg, Ziegeleigraben / Albtalweg

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