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Rückblick

Re-Use Berlin
Bild: trias gGmbH

Re-Use Berlin gibt es seit 2018

Klimawandel, Umweltverschmutzungen und Artensterben sowie die Vermüllung der Meere zeigen, dass unser Leben im Überfluss dramatische Auswirkungen hat. Ein Bewusstsein im Umgang mit den Ressourcen muss geschaffen werden – global wie lokal. Deshalb sollen mehr Berlinerinnen und Berliner zur Wiederverwendung von Gebrauchtwaren motiviert werden. Denn im Gebrauchtwarenmarkt liegt enorm wichtiges Potenzial zu Erreichung des Leitbilds “Zero Waste”, das auch im Berliner Koalitionsvertrag und im aktuellen Abfallwirtschaftskonzept 2020–2030 verankert wurde. Dieses Potenzial gilt es, innerhalb umfassender, gezielter Maßnahmen in der Berliner Gesamtbevölkerung weiter zu befördern.

Zu diesem Anlass wurde eine Dachmarke hervorgebracht, unter der sich relevante Maßnahmen konsistent und merkenswert kommunizieren: Seit September 2018 gibt es “Re-Use Berlin. Wiederverwenden statt Wegwerfen.”, die Zero-Waste-Initiative der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Zur Marke gehörte bereits eine integrierte Kampagne, die die Bereitschaft zur Wiederverwendung stärken sollte und entsprechend neue geeignete Sammel- und Verkaufsaktionen bewarb. Die Grundideen zu diesen Pilotaktionen unterlagen den wissenschaftlichen Untersuchungen des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Dazu zählten Sammlungen an Marktplätzen, Sammlungen am BSR-Recyclinghof und direkte Abholungen mit Velotaxen. Die gesammelten Waren der Aktionen wurden an Sozialkaufhäuser weitergegeben, bzw. in einem Pop-up-Store im CRCLR-Haus in Berlin-Neukölln verkauft.

Auch im vergangenen Jahr wurden Sammelaktionen auf Ökomärkten durchgeführt. Die gesammelten Gebrauchtwaren wurden anschließend in vier Berliner Sozialkaufhäusern verkauft. Die Vernetzung der Berliner Re-Use-Akteure wurde dadurch gestärkt werden und Synergien geschaffen werden. Auch wurden im Zuge eines Ideenwettbewerbs verschiedene Re-Use-Ansätze aus Berlin gesichtet. Die Gewinner-Projekte sollen in diesem Jahr teilweise umgesetzt werden.

Re-Use Berlin baut in den kommenden Jahren kontinuierlich auf die bisherigen Erfolge auf, initiiert neue Konzepte und vernetzt die eigenen Aktivitäten mit anderen lokalen Zero-Waste-Initiativen.

Das hält Berlin von Re-Use Berlin

Video: Wiederverwendung kommt ziemlich gut an

Video Wiederverwendung kommt ziemlich gut an;

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Formate: video/youtube

Um dem gesetzten Ziel “Zero Waste” in Berlin näher zu kommen, müssen alle zusammenarbeiten. Im Rahmen der Initiative “Re-Use Berlin” des Senats für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und verschiedener Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft, soll die Bereitschaft zur Wiederverwendung von Gebrauchtwaren bei allen Berlinerinnen und Berlinern gestärkt werden. Zu diesem Zweck wurden kontinuierliche Gebrauchtwarensammlungen an Marktplätzen, an einem BSR-Recyclinghof und über Abholungen mit Velotaxen durchgeführt. In enger Zusammenarbeit mit dem CRCLR-Haus in Neukölln, einem Laborraum für ökonomisch-ökologische Wirtschaft, wurde aus den gesammelten Berliner Waren ein Pop-up-Store aufgebaut. Kleidung, Bücher, Hausrat und vieles mehr konnte dort für wenig Geld erworben werden – um mit dem Erlös neue Zero-Waste-Projekte zu prämieren. Sowohl die Sammlungen als auch der Pop-up-Store wurden in Befragungen als besonders wertvoll und nützlich beurteilt und begeistert genutzt. Die Initiative möchte deshalb in 2019 an die Erfolge anknüpfen.

Produktion: Peperoni Werbe- und PR-Agentur zusammen mit Kai Branss Films im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Herausgeber: SenUVK

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Befragungsergebnisse der L·Q·M Marktforschung GmbH

Um die Wiederverwendung in Berlin vorantreiben, sollte zunächst ein Status quo erfasst werden. Zu diesem Zweck wurden Befragungen mit vier Befragungswellen à 100 befragten Personen in Auftrag gegeben, zwei davon im Rahmen der Recyclinghof-Sammeltage am BSR-Recyclinghof Ruppiner Chaussee, eine im Pop-up-Store im CRCLR-Haus. Dabei wurde zur Abgabe und Wiederverwendung von Gebrauchtwaren befragt.

Grundsätzlich bewertet die große Mehrheit von über 90 Prozent der Befragten am Recyclinghof und im CRCLR-Haus die Möglichkeit zur Abgabe von Gebrauchtwaren sehr positiv und kann sich die Maßnahmen auch als Dauereinrichtung vorstellen.

Kommunikation

Zwischen der ersten und zweiten Befragungswelle stieg die Wahrnehmung der Aktionen zur Verwendung von Gebrauchtwaren an. Auf dem Recyclinghof stieg der Anteil der Personen, die davon gehört hatten, von 20 auf 35 Prozent, besonders auffällig war der Zuwachs in den klassischen Medien (von 7 auf 17 Prozent) und in den Sozialen Medien (von 2 auf 10 Prozent). Im Pop-up-Store stieg der durch Soziale Medien informierte Anteil von 20 Prozent in Welle 1 auf 38 Prozent, in Welle 2 noch deutlicher an. Die Motivation für den Besuch im Pop-up-Store waren allgemeine Neugier und Interesse. Ökonomische Motive, wie die Suche nach günstigen Angeboten, aber auch ausdrücklich idealistische, wurden deutlich seltener genannt.

Bewertung

Fast alle Befragten auf dem Recyclinghof gaben an, dass sie selbst Gebrauchtwaren zur Weitergabe mitbringen würden. Besonders die Sinnhaftigkeit der Wiederverwendung wurde in den Kommentaren immer wieder positiv hervorgehoben. Die Bereitschaft, selbst Gebrauchtwaren zu erwerben, ist unter den Besuchern des CRCLR-Hauses deutlich höher als am Recyclinghof. Dies ist sicher nicht nur eine Frage der Kommunikation in der jeweiligen Umgebung, sondern hängt mit den spezifischen Zielgruppen zusammen, die am jeweiligen Ort anzutreffen sind. Als gewichtige Gründe für den Kauf von Gebrauchtwaren werden in jeder Gruppe von über der Hälfte Umweltschutz und Geld sparen genannt – Umweltschutz wird sogar von 90 Prozent der CRCLR-Besucher hervorgehoben. Ein echtes Gebrauchtwarenhaus wird gegenüber einem weiteren Online-Angebot klar bevorzugt. Die Mehrheit ist der Meinung, dass die Politik die Wiederverwendung von Produkten stärker vorantreiben sollte, wobei die Zustimmung am Pop-up-Store um ein Vielfaches größer war.