Vorsicht, Radfahrer! Autotür erst nach Schulterblick öffnen

"Mehr Rücksicht mit Rückblick!" lautet das Motto gegen Radunfälle durch PKW-Türen.
Bild: SenUVK
Pressemitteilung vom 12.06.2018

Im Sommer sind besonders viele Radfahrende auf Berlins Straßen unterwegs. Ein unterschätztes Unfallrisiko für diese Verkehrsteilnehmer bergen Autotüren, die sich plötzlich öffnen. Radfahrenden bleibt meist keine Zeit mehr zum Bremsen oder Ausweichen. In Berlin kommt es bei den so genannten Dooring-Unfällen (von englisch „Door“ für „Tür“) immer wieder zu schweren Verletzungen und regelmäßig auch zu tödlichen Kollisionen.

Senatorin Regine Günther: „Mit dem Holländischen Griff kann einfach und schnell mehr Rücksicht im Straßenverkehr ermöglicht werden. Das rettet Leben.“

Holländischer Griff rettet Leben

Um Dooring-Unfälle zu vermeiden, sollten Autofahrende vor dem Aussteigen unbedingt an den Schulterblick denken. Besonders wirkungsvoll ist dabei der so genannte Holländische Griff: In den Niederlanden lernen alle Fahrschülerinnen und Fahrschüler, die Fahrertür mit der rechten Hand zu öffnen. Dabei dreht der Oberkörper nach links und der Blick geht automatisch nach hinten. Herannahende Radfahrende werden so rechtzeitig gesehen. Auch Beifahrer sollten aufpassen und ihre Tür mit der weiter entfernten Hand, also der linken Hand, öffnen.

Um auf die unterschätzte Gefahr von Autotüren für Radfahrende aufmerksam zu machen, hat die Initiative „Berlin nimmt Rücksicht“ im März 2018 die Aktion „Rücksicht mit Rückblick“ ins Leben gerufen. Denn so wichtig es ist, den Straßenverkehr durch bauliche Maßnahmen sicherer zu machen, so wichtig ist auch die Umsicht jedes Einzelnen, um Dooring-Unfälle zu vermeiden.

Die Partner der Aktion verteilen stadtweit Informationsmaterial, darunter Info-Postkarten mit Aufklebern für das Fahrzeuginnere. Der Aufkleber soll Autofahrende an den Handgriff erinnern, der Leben retten kann. Bislang wurden 25.000 Aufkleber verteilt. Der Aufkleber kann kostenlos bei der Initiative bestellt werden.

Über die sozialen Medien sensibilisieren die Partner für Umsicht beim Aussteigen aus dem Fahrzeug. Die Berliner Polizei führte zudem Aufklärungs- und Kontrollwochen durch. Zum Tag der Verkehrssicherheit informiert die Initiative Autofahrende verstärkt über das Radio.

Auch Radfahrende werden darüber informiert, wie sie sich besser vor Dooring-Unfällen schützen können. Einer der wichtigsten Tipps neben ausreichender Beleuchtung: Möglichst einen Abstand von 1,5 Metern zu parkenden Autos einhalten, auch wenn das bedeutet, auf schmalen Straßen mitten auf dem Fahrstreifen zu fahren.

Zum deutschlandweiten Tag der Verkehrssicherheit am 16. Juni weist die Berliner Aktion „Rücksicht mit Rückblick“ auf eine unterschätzte Gefahr für Radfahrende hin: sich plötzlich öffnende Autotüren.

Die Aktion „Rücksicht mit Rückblick“

Über die Gefahr von Dooring-Unfällen aufklären und das Risiko mit konkreten Tipps senken – das ist das Ziel der Aktion „Rücksicht mit Rückblick“. Initiator ist die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Unterstützt wird die Aktion von der Polizei Berlin, dem Fahrlehrerverband Berlin und dem Direktversicherer verti.

Die Aktion „Rücksicht mit Rückblick“ findet unter dem Dach der Initiative „Berlin nimmt Rücksicht“ der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz statt. Die Initiative wirbt seit 2012 für einen respektvollen Umgang im Straßenverkehr zur Vermeidung von Unfällen.

Adresse Aufkleberbestellung:

E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@senuvk.berlin.de