123.000 Tonnen CO2 vermieden: Mehr Biomasse in Berliner Heizkraftwerken eingesetzt

Holzschnitzel
Bild: rbiedermann/Depositphotos.com
Pressemitteilung vom 04.04.2018

Bericht veröffentlicht: Unabhängige Prüfer bestätigen Vattenfall nachhaltige Beschaffung holzartiger Biomasse

Das Land Berlin und Vattenfall veröffentlichen heute ihren dritten Bericht zur Umsetzung der Vereinbarung über die nachhaltige Beschaffung holzartiger Biomasse vom 15. April 2011.

Der aktuelle Bericht zeigt: Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Holzeinsatz in den Berliner Heizkraftwerken kontinuierlich gesteigert. Insgesamt wurden 2015 rund 88.000 Tonnen und 2016 rund 95.000 Tonnen Holzhackschnitzel in den Berliner Heizkraftwerken eingesetzt. Durch die Verbrennung der Biomasse wurde der Einsatz fossiler Brennstoffe verringert. So konnten im Land Berlin 2015/2016 über 123.000 Tonnen an klimaschädlichem CO2 vermieden werden. Dies entspricht einer CO2-Einsparung von ca. 94 Prozent gegenüber Kohle.

Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz: „Die Wärme- und Stromerzeugung in Berlin wird Stück für Stück nachhaltiger und klimafreundlicher, bis spätestens 2030 wollen wir ganz aus der Kohle ausgestiegen sein. Für die Wärmegewinnung in Berlin wird der Einsatz von Biomasse dafür zu einem wichtigen Baustein. Mit den klaren sozialen und ökologischen Beschaffungskriterien ist Berlin zudem europaweit Vorreiter, vergleichbare Regelungen gibt es sonst nirgends in der EU.“

Gunther Müller, Wärme-Vorstand bei Vattenfall Berlin erklärt: „Wir stehen zu unserer Zusage an das Land Berlin, unseren CO2-Ausstoß in der Hauptstadt im Vergleich zum Jahr 1990 bis 2020 zu halbieren. Dabei sind wir auf einem sehr guten Weg, auch dank des Einsatzes nachhaltiger regionaler Biomasse. Über 40.000 Tonnen mehr haben wir in den Jahren 2015/2016 zur Erzeugung von Energie für Berlin eingesetzt als noch im vorangegangenen Prüfungszeitraum.“

Alle zwei Jahre wird von einem unabhängigen Institut geprüft und dokumentiert, inwieweit das Unternehmen die darin festgeschriebenen ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitskriterien einhält. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat den Bericht für die Jahre 2015 und 2016 nach internationalen Standards (ISAE 3000 und AA1000AS) untersucht. Die Prüfer haben in vollem Umfang bestätigt, dass Vattenfall die holzartige Biomasse im genannten Zeitraum auf nachhaltiger Basis beschafft hat. Die Prüfung umfasste die dokumentierten Daten der gesamten Beschaffungskette von der Holzernte über die Aufbereitung und Anlieferung bis zum Einsatz der holzartigen Biomasse für die Wärme- und Stromerzeugung in Berliner Heizkraftwerken.

Die Biomasse zur Energieversorgung der Hauptstadt stammte ausschließlich aus regionalen Quellen wie Plantagen für schnell wachsende Bäume, regionalen Forst- und Holzverarbeitungsbetrieben, Berliner Grünflächenämtern der Bezirke sowie Tierpark und Zoo. Zudem wurde unbehandeltes Waldrestholz eingesetzt, das überwiegend aus der Waldpflege stammt. Dadurch wurden Eingriffe in die Umwelt vermieden und somit die Umweltkriterien der Nachhaltigkeitsvereinbarung erfüllt. Da die eingesetzte Biomasse im Berichtszeitraum 2015/2016 regional beschafft wurde, können negative soziale Auswirkungen, wie sie z.T. bei Holzimporten herrschen (wie z.B. Kinderarbeit), ausgeschlossen werden.

Über den in der Vereinbarung festgelegten nachhaltigen Einsatz von holzartiger Biomasse hinaus wird im Bericht dargestellt, dass beide Vertragspartner untersuchen wollen, wie vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung der Berliner Kreislaufwirtschaft eine vollständige Umstellung des Heizkraftwerks Moabit auf Biomasse erfolgen könnte.

Auf diese Weise könnte nicht nur eine weitere, erhebliche Vermeidung von CO2 erzielt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zu den Zero Waste-Zielen des Landes Berlin erreicht werden.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden:
https://www.berlin.de/senuvk/klimaschutz/aktiv/vereinbarung/vattenfall/