Waldzustandsbericht Berlin 2017

Waldzustandsbericht 2017
Bild: Berliner Forsten
Pressemitteilung vom 07.12.2017

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, stellte heute die Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2017 für Berlin vor. Trotz leichter Zunahme der sichtbaren Schäden an den Kronen ist der Gesundheitszustand der Berliner Waldbäume insgesamt zufrieden stellend.

Der für die Vitalität der Waldbäume ungünstige Witterungsverlauf der Jahre 2015 und 2016 (heiße, trockene Sommer) führte zu einem Anstieg der sichtbaren Schäden an den Baumkronen, vor allem an den Eichen. Während der Zustand der Kiefern weitgehend stabil blieb, sind 34 Prozent der Eichen (plus 13 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr) deutlich geschädigt und nur noch 22 Prozent (minus 15 Prozentpunkte) ohne Schäden. Laubbäume wie Eichen reagieren im Vergleich zu Nadelbäumen schneller auf Stressfaktoren, was sich in deren diesjährigen Gesundheitszuständen ablesen lässt. Biotische Schäden durch Insekten und Pilze wurden in diesem Jahr hingegen weniger festgestellt.

Senatorin Günther: „Im Prinzip ist der Berliner Wald in keinem schlechten gesundheitlichen Zustand. Die „grüne Lunge“ der Stadt versorgt die Stadt nicht nur mit sauberer Luft, sondern bietet Millionen von Menschen auch Erholung. Damit der Wald künftig den Klimaveränderungen gewachsen ist, wird er weiter entwickelt und zukunftsfähig gemacht. Allein in diesem Jahr wurden deshalb über 110 Hektar Wald mit über 400.000 Bäumen zusätzlich gepflanzt. Extreme Wetterereignisse wir der Sturm „Xavier“ Anfang Oktober verursachten Schäden, die schnellstmöglich behoben werden müssen. Sie zeigen aber auch, dass wir vor allem die Straßen- und Parkbäume den veränderten Klimaverhältnissen anpassen und Bäume nachpflanzen müssen.“

Um langfristig den Berliner Wald zu erhalten, wird nachhaltig gepflegt und nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) und des Naturlandverbandes bewirtschaftet. Damit die Berliner Wälder den künftigen sich verändernden Umwelt- und Wettereinflüssen gewachsen sind, werden Kiefernwälder seit 2012 durch Pflanzung und Aussamung von Laubbäumen angereichert und mittelfristig in einen klimatoleranteren Mischwald umgewandelt (Mischwaldprogramm). Bis heute wurden auf 600 Hektar Waldfläche etwa zwei Millionen Laubbäume gepflanzt.

Die Berliner Wälder zeigen eine hohe Klimaschutzwirkung und binden das zum Treibhauseffekt beitragende Kohlendioxid. Etwa 13 Millionen Tonnen Kohlendioxid sind im Berliner Wald oberirdisch und unterirdisch gebunden, jährlich kommen 100.000 Tonnen hinzu.

Das Sturmtief „Xavier“ hat im Oktober schwere Schäden an den Berliner Bäumen verursacht. Mindestens 46.000 Bäume sind in den Berliner Wäldern umgestürzt oder stark geschädigt. In den Berliner Straßen, Parkanlagen und Friedhöfen wurden mindestens 10.000 Park- und Straßenbäume durch den Sturm geschädigt. Die Bezirke erhielten 1,2 Millionen Euro als Sofortmaßnahme, damit die gröbsten Schäden beseitigt werden können. Darüber hinaus wurde der Etat für Verkehrssicherungsmaßnahmen von Bäumen in den Berliner Wäldern erhöht.

Pressekonferenz zum Waldzustandsbericht 2017
Pressekonferenz zum Waldzustandsbericht 2017
Bild: SenUVK

Während im Wald überwiegend einzeln stehende Bäume umfielen und sich an diesen Stellen der Wald aufgrund seines Jungbaumbesatzes selbst verjüngt, müssen die Straßen- und Parkräume so schnell wie möglich nachgepflanzt werden. Mit der Berliner Stadtbaumkampagne unterstützt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz das Vorhaben. Bis Jahresende 2017 werden mithilfe vieler Spenderinnen und Spender über 7.500 zusätzliche Straßenbäume seit Beginn der Kampagne zusätzlich zu den regulären Baumpflanzungen der Bezirke gepflanzt worden sein.

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