Radschnellverbindungen im Berliner Stadtgebiet – es geht voran!

Radschnell­verbindungen
Radschnell­verbindungen - Prioritäten
Bild: SenUVK
Pressemitteilung vom 22.09.2017

Zu einer modernen Verkehrsinfrastruktur gehören auch Radschnellverbindungen: Breite Wege für den Radverkehr, die gut beleuchtet sind und auf denen man bequem, sicher und vor allem bis auf wenige Unterbrechungen ohne Stopp durchfahren kann. Radschnellverbindungen machen das Fahrrad auch auf längeren Strecken attraktiv, egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder in der Freizeit.

Senatorin Günther sagt: „In Berlin und in vielen internationalen Metropolen wächst der Anteil des Radverkehrs. Radschnellverbindungen sind ein wichtiger Teil der Verkehrsinfrastruktur einer modernen Großstadt. Sie machen das Fahrrad noch attraktiver, weil auch längere Strecken sicher und in einer angemessenen Zeit mit dem Rad zurückgelegt werden können.“

Bereits im Frühjahr wurden gemeinsam mit externen Partnern aus 30 vorgeschlagenen Trassenkorridoren die zwölf Korridore identifiziert, die das größte Potenzial haben. Für alle zwölf Trassenkorridore, mit einer Länge von circa 100 Kilometern, sollen in den nächsten Jahren Machbarkeitsuntersuchungen in folgender Reihenfolge erstellt werden (siehe Karte):

  1. „Y-Trasse“, die drei der vorgeschlagenen Trassenkorridore zusammenfasst (Betriebswege entlang der A113 sowie A100 in Verbindung mit dem Korridor zwischen Südstern und Rungiusstraße in Britz)
  2. „Trasse Mitte – Tegel – Spandau“ (zusammengefasst aus zwei der vorgeschlagenen Trassenkorridoren)
  3. „Trasse Königsweg – Kronprinzessinnenweg“
  4. „Panke-Trail“ (zusammengefasst aus zwei vorgeschlagenen Trassenkorridoren)
  5. „West-Route“ (in Verbindung mit Radverkehrsanlagen entlang der B5)
  6. „Teltowkanal-Route“ (in Verbindung mit dem Radfernweg Berlin-Leipzig)
  7. „Trasse Spandauer Damm – Freiheit“
  8. „Trasse Nonnendammallee – Falkenseer Chaussee“

Noch in 2017 soll mit der Machbarkeitsuntersuchung für die drei Korridore der „Y-Trasse“ gestartet werden. Diese Untersuchung ist die erste konkrete Planungsstufe für diese Trasse. Nach Abschluss wird die neu gegründete Infra-Velo GmbH mit der weiteren Planung und Umsetzung der Radschnellverbindung auf der „Y-Trasse“ beauftragt. Hierfür sieht der Koalitionsvertrag den Bau einer Fuß- und Radverkehrsbrücke über den Britzer Zweigkanal vor.

Die Vergabe der weiteren Machbarkeitsuntersuchungen wird ebenso noch in diesem Jahr vorbereitet. Diese Aufgabe soll ebenfalls der neugegründeten Infra-Velo GmbH übertragen werden.

Zusätzlich werden die Planungen für eine Radschnellverbindung im Zuge der „Tangentialen Verbindung Ost (TVO)“ zwischen der B1/B5 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Norden und der Straße An der Wuhlheide im Bezirk Treptow-Köpenick im Süden weiter vorangetrieben.

Im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchungen soll auch ein Anschluss an die Radverkehrsanlagen der Umlandgemeinden in Brandenburg und an Fernradwege sichergestellt werden.

Für den Trassenkorridor, der auf den stillgelegten Gleisen der Potsdamer Stammbahn verlaufen sollte, wurde nach Auftrag des Abgeordnetenhauses – unabhängig von der Potenzialbewertung – die Machbarkeit einer Radschnellverbindung untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung zeigt deutlich, dass die Radschnellverbindung auf dieser Trasse nicht wirtschaftlich wäre. Denn nach dem heutigen Stand würde die Trasse nach einem bis zu fünf Jahre langen Planungs- und Umsetzungs-Zeitraum lediglich für zehn Jahre für den Radverkehr zur Verfügung stehen. Danach müsste diese dann wieder zurück gebaut werden, um die Wiederinbetriebnahme des Bahnverkehrs vorbereiten und einleiten zu können. Die Deutsche Bahn hatte darüber hinaus angekündigt, dass sie planfestgestellte Bahntrasse für eine Zwischennutzung nicht zur Verfügung stellen würde.

Den Zwischen- und Endbericht, die Machbarkeitsstudie Potsdamer Stammbahn sowie weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/rad/schnellverbindungen/