Fluglärm durch Flughafen Tegel belastet knapp 300.000 Menschen

Fluglärm durch Flughafen Tegel belastet knapp 300.000 Menschen
Bild: SenUVK
Pressemitteilung vom 27.07.2017

Lärmkartierung 2017 für Flughafen Tegel liegt vor

Der Fluglärm durch den Flughafen Tegel belastet knapp 300.000 Menschen. Dies sind die Ergebnisse der neuen Lärmkartierung 2017, die auf 185.464 Flugbewegungen im Jahr 2016 beruht. Tagsüber sind 141.900 Berlinerinnen und Berliner von 55 bis 60 Dezibel Fluglärm betroffen, 133.900 von über 60 Dezibel Fluglärm. Insgesamt sind somit 275.800 Berlinerinnen und Berliner im Einzugsbereich des Flughafen Tegel von Fluglärm betroffen. Hinzu kommen die Brandenburgerinnen und Brandenburger, die in der Flugschneise leben.

„Die Zahlen zeigen, dass der Flughafen Tegel eine enorm belastende Lärmquelle für sehr viele Berlinerinnen und Berliner ist“, erklärt Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. „Politik muss verlässlich sein. Die Anwohner vertrauen seit Jahren darauf, dass der Flughafen Tegel geschlossen wird, wenn der BER in Betrieb genommen wird. Viele von ihnen haben wichtige Lebensentscheidungen im Vertrauen auf diesen parteiübergreifenden Konsens getroffen. Dieses Vertrauen darf nicht enttäuscht werden. Der anstehende Volksentscheid für die Offenhaltung des Flughafen Tegel verunsichert von Fluglärm Betroffene.“

Die Lärmkartierung 2017 erfolgte auf der Grundlage der EU-Umgebungslärmrichtlinie. Diese sieht alle fünf Jahre eine Erfassung der Lärmbelastung durch die Hauptverkehrslärmquellen vor.

Die Ansprüche von Anwohnern auf bauliche Schallschutzmaßnahmen werden nicht nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie, sondern nach dem Fluglärmschutzgesetz ermittelt. Die Flughafengesellschaft hat erste Kostenschätzungen dazu durchgeführt, allerdings auf Grundlage veralteter Bevölkerungsprognosen. Danach haben ca. 137.000 Anwohner Anspruch auf bauliche Schallschutzmaßnahmen. Hierfür werden Kosten von knapp 400 Mio. € erwartet.
Ein Anspruch auf Maßnahmen nach Fluglärmschutzgesetz besteht nicht nur, wenn die Lärmwerte nachts durchschnittlich über 55 dB betragen, sondern auch wenn mehr als sechs Flüge nachts 57 dB erreichen. Denn neben den Mittelungspegeln ist auch ein Maximalpegelkriterium für den Nachtzeitraum zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich, dass nach den bisher vorliegenden Schätzungen ca. 137.000 Anwohner Anspruch auf Lärmschutz haben, obwohl das zweite Kriterium eines durchschnittlichen Nachtwertes von über 55 dB weit weniger Menschen betrifft.

Die Lärmkarten mit Tag- und Nachtwerten sowie eine Tabelle stehen hier zur Verfügung:
http://www.berlin.de/senuvk/umwelt/laerm/tegel/