Berliner Gewässer erhalten 600.000 junge Aale

Staatssekretär Stefan Tidow setzt junge Aale im Uferbereich der Havel aus.
Staatssekretär Stefan Tidow setzt junge Aale im Uferbereich der Havel aus. Bild: SenUVK, Fischereiamt Berlin
Pressemitteilung vom 18.07.2017

Zum Erhalt und zum Schutz des europäischen Aals setzte heute Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, gemeinsam mit Fischern und Anglern junge Aale im Uferbereich der Havel aus.

Die circa 600.000 jungen Aale wiegen beim Aussetzen jeweils nur rund sechs Gramm. Da sich Aale bis heute nicht in Gefangenschaft vermehren, werden die Tiere als sogenannte Glasaale im Meer gefangen, anschließend für circa vier Monate von zertifizierten Fischreibetrieben großgezogen und schließlich in den heimischen Gewässern ausgebracht.

Der Europäische Aal gehört zu den heimischen Fischarten und hat eine wichtige ökologische Funktion. Er trägt unter anderem zur Wasserreinhaltung als auch zur Reduzierung der Fischbiomasse in den Gewässern bei. Darüber hinaus gehört er zu den wirtschaftlich bedeutendsten Fischarten der Fluss- und Seenfischerei. Aale werden etwa zwanzig bis dreißig Jahre alt und wandern zum Laichen etwa 5.000 km durch den Atlantik bis zur Sargassosee, wo sie nach dem Laichen sterben. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven treiben anschließend etwa drei Jahre passiv im Meer, bevor sie als Glasaale an die Flussmündungen und anschließend flussaufwärts zu den angestammten Plätzen der Elterntiere wandern.

Aufgrund der veränderten Umwelteinflüsse sowie der fehlenden Wandermöglichkeiten ging der Aalbestand in Berlin in den vergangenen 20 Jahren um etwa 50 Prozent zurück. Mit dem Ausbringen der Jungaale soll der Bestand in den Berliner Gewässern wieder langfristig gesichert werden.

Bildvergrößerung: Zum Erhalt und zum Schutz des europäischen Aals setzte heute Staatssekretär Stefan Tidow gemeinsam mit Fischern und Anglern junge Aale im Uferbereich der Havel aus.
Bild: SenUVK, Fischereiamt Berlin