Müggelsee als Landschaftsschutzgebiet gesichert – Wassersport bleibt weiter möglich

Fernblick auf den Müggelsee
Bild: T. Wiehle, Berliner Forsten
Pressemitteilung vom 03.07.2017

Senatorin hat Verordnung unterschrieben

Der Müggelsee wurde im Jahr 2002 als Berliner Natura-2000-Gebiet identifiziert und als solches dann an die EU-Kommission gemeldet. Entsprechend den EU-Richtlinien ist das Land Berlin verpflichtet, jedes so genannte Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) und jedes europäische Vogelschutzgebiet rechtlich zu sichern. Andernfalls drohen Strafzahlungen.

Die Verordnung zur rechtlichen Sicherung des Müggelsee als Landschaftsschutzgebiet bzw. in kleineren Teilen als Naturschutzgebiet ist von der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz heute, am 03. Juli 2017, unterzeichnet worden.

Dies ist eine gute Nachricht sowohl für den Naturschutz als auch für alle, die den Müggelsee für Sport und Erholung nutzen.

Der Große Müggelsee mit seinen Seitengewässern ist ein besonders schönes und beliebtes Naherholungsgebiet. Viele Berlinerinnen und Berliner nutzen das Gebiet zur Entspannung, für den Wassersport und zur Erholung. Ziel des Landschafts- und Naturschutzes ist es, die Schönheit der Natur zu erhalten, damit auch unsere Kinder und Enkel noch Freude daran haben können.

Die Verordnung stellt einen guten Kompromiss zwischen den Interessen der Sportvereine, der Anwohnerinnen und Anwohner und dem Naturschutz dar. Vorausgegangen war ein intensiver Diskussionsprozess, an dem sich Naturschützer, Sportvereine, Vertreterinnen und Vertreter der Anwohner und die Senatsverwaltung engagiert beteiligt haben.

Senatorin Regine Günther sagt: „Es ist uns gelungen, einen guten Ausgleich zwischen den Belangen der Natur und des Sports zu finden. Ich möchte, dass die Schönheit der Natur am Müggelsee erhalten bleibt, damit alle Berlinerinnen und Berliner sie genießen können – ob als Spaziergänger, Badende oder als Wassersportlerinnen und -sportler. Auch unsere Kinder und Enkel sollen einen intakten Müggelsee zur Erholung und Entspannung vorfinden.“

Das individuelle Segeln, Rudern und Kanufahren auf dem Müggelsee und den angrenzenden Gewässern ist weiter möglich wie bisher. Auch organisierter Wassersport kann weiter im Landschaftsschutzgebiet Müggelsee ausgeübt werden.

Die schmalen Streifen in Ufernähe, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden, sollen nicht befahren werden. Mit den Sportverbänden werden freiwillige Vereinbarungen getroffen, wie diese schmalen Streifen gemeinsam geschützt werden können. Die Vereinbarung wird derzeit erarbeitet, erste Gespräche haben stattgefunden. Für den Juli ist ein „Werkstattgespräch“ mit den relevanten Akteuren geplant. Ziel ist es, die Vereinbarung im Herbst zu unterschreiben.

Die Senatorin hat mit dem Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel, eine Vereinbarung über bezirkliche Steganlagenkonzeption unterschrieben. Darin wird festgehalten, dass diese Konzeption für den gesamten Müggelsee einschließlich des Bereichs „Die Bänke“ und der Rahnsdorfer Inseln erarbeitet wird und für den Bereich „Die Bänke“ und Rahnsdorfer Inseln auch die Stege umfasst, die nicht nur reine Sportbootstege sind, sondern auch der Erschließung dienen. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat dem Bezirk organisatorische und finanzielle Hilfe bei der Erstellung notwendigen Gutachten zugesagt. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sollen bei der Erarbeitung der Steganlagenkonzeption einbezogen werden.

Mit dem Inkrafttreten der Verordnung geht ein langer Prozess der Beteiligung der Naturschutzverbände, der Sportvereine und vieler betroffener Bürgerinnen und Bürger zu Ende. Regine Günther: „Ich bedanke mich bei allen, die sich seit vielen Monaten engagiert in den Diskussionsprozess eingebracht haben.“