Luftqualität in Berlin 2016: Feinstaubgrenzwert eingehalten, hoher Handlungsbedarf bei Stickstoffdioxid

Kfz-Verkehr - Abgaswolke
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Pressemitteilung vom 17.01.2017

Dieses Jahr stand es schon am 14. Dezember fest: Die Grenzwerte für Feinstaub konnten im Jahr 2016 eingehalten werden. Denn mit maximal 18 Überschreitungen des Tagesgrenzwertes von 50 µg/m³ an der Karl-Marx-Straße war das Jahr nicht mehr lang genug, um die Latte von 35 zulässigen Überschreitungstagen pro Jahr zu reißen. Bis zum Jahresende wurden nach vorläufigen Auswertungen zwischen 8 und 18 Überschreitungstage an den verkehrsbelasteten Stationen gezählt. Dauerhaft gesichert ist die Einhaltung der Grenzwerte jedoch nicht, auch wenn beim Feinstaub im Jahr 2016 in Berlin auch dank günstiger Wetterbedingungen alles im grünen Bereich lag. Das haben die Erfahrungen aus den Jahren 2014 (drei Stationen mit je 48 Überschreitungstagen) und 2015 (eine Station mit 36 Überschreitungen) gezeigt.

Daher sind weiterhin vielfältige Anstrengungen für weitere Feinstaubminderungen in allen Bereichen notwendig, um den insgesamt positiven Trend fortzuschreiben. Die Berliner Luftreinhaltung muss weiterentwickelt werden, auch wenn mit der Umweltzone, der Modernisierung der BVG-Busflotte, den Umweltanforderungen für Baumaschinen und dem hohen Anteil von Gas und Fernwärme beim Heizen bereits eine Verminderung des Feinstaubausstoßes erreicht wurde. Denn es ist das Ziel der neuen Umweltsenatorin, die Feinstaubbelastung dauerhaft so deutlich zu senken, dass auch bei ungünstigen meteorologischen Bedingungen die Gesundheit der Berlinerinnen und Berliner geschützt wird. Zu den möglichen Maßnahmen gehören die Anwendung von Rußfiltern bei allen Dieselmotoren, zum Beispiel auch bei Schiffen, eine umweltverträgliche Verkehrspolitik oder Emissionsbegrenzungen für das Heizen mit Holz. Einen wichtigen Beitrag liefert auch die weitere energetische Sanierung von Gebäuden im Rahmen des Klimaschutzes.

Besonders hoher Handlungsbedarf besteht bei der Belastung durch Stickstoffdioxid. Mit Jahresmittelwerten zwischen 41 und 52 µg/m³ an stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen war die Konzentration zwar etwas niedriger als 2015, aber der Grenzwert von 40 µg/m³ wurde weiterhin deutlich überschritten. Grund ist in erster Linie der weiterhin viel zu hohe Ausstoß von Stickoxiden durch Dieselfahrzeuge im Straßenverkehr. Dieses Problem wird sich nicht allein durch technische Maßnahmen zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes am Fahrzeug und der Förderung alternativer Antriebe wie Elektro- oder Erdgasfahrzeuge lösen lassen. Gerade angesichts der positiven Bevölkerungsentwicklung Berlins wird es eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre sein, eine Zunahme der Zahl der Fahrzeuge auf den Berliner Straßen so weit es geht zu vermeiden. Um dies zu erreichen, ist es das Ziel der neuen Koalition, die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel, des Radverkehrs und des Zufußgehens weiter zu verbessern. Geplant sind dazu unter anderem Investitionen in neue Straßenbahnlinien, ein größeres Busangebot sowie breitere und sicherere Radwege.