Seit 10 Jahren engagiert sich das von der Abteilung Soziales geförderte Kompetenzzentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe - Kom•zen
um die Einbindung älterer Zuwanderer in die Berliner Seniorenlandschaft durch Vernetzung, Fachberatung von Institutionen der Altenhilfe, Information sowie Förderung von Ehrenamt und Migrantenselbsthilfe.
Das Kom•zen widmet sich der Förderung
- kultursensibler Information und Beratung in seniorenspezifischen Medien sowie Informations- und Beratungsstellen, insb. der Altenhilfe und den Berliner Pflegestützpunkten.
- der Partizipation älterer Zuwanderer in den Bezirken, hier im Bereich des Ehrenamtes und der Zusammenarbeit von Migrantenorganisationen und Bezirken in der offenen Altenhilfe.
- berät und steuert mit dem Runden Tisch für Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe in den Bezirken im bezirksübergreifenden Erfahrungsaustausch.
Die erste Generation der Zugewanderten kam als Arbeitsmigranten, Vertragsarbeitnehmer, Flüchtlinge. Viele von ihnen dachten im Alter in ihre Herkunftsländer zurück zu kehren, besonders auch vor dem Hintergrund der politisch vertretenen Rückkehrorientierung. Ein Großteil der Zugewanderten der ersten Generation entscheiden sich heute dafür, die alte und die neue Heimat zu verbinden und damit für das Pendeln im Alter. Brücken zwischen den Nationen, Kulturen und Generationen zwischen Herkunftsland und zweiter Heimat Deutschland entstehen. Andere wiederum haben sich gänzlich zu ihrem neuen Lebensmittelpunkt bekannt. Diese Menschen wollen und werden in Berlin alt werden oder sind es bereits.
Gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten werden bisher noch nicht ausreichend wahrgenommen. Dazu gehört auch die Mitwirkung in bezirklichen Seniorenvertretungen. Auch gilt es bestehende Angebote u.a. der Altenhilfe und Pflege - angesichts der seltenen Nutzung durch zugewanderte Berliner/innen - zu öffnen, das heißt kultursensibel zu informieren, für Bedürfnisse älterer Zuwanderer zu sensibilisieren und Barrieren abzubauen.
Für eine interkulturelle Öffnung braucht es ein gesichertes Bewusstsein für die eigene kulturelle Identität. Gewonnen werden kann diese aus gemeinsamen kulturellen Aktivitäten von Menschen mit ähnlichen biografischen Erfahrungen.



