Erwerbsleben

Rollstuhlfahrer am Arbeitsplatz
Bild: Claudia Nagel - Fotolia.com

Arbeitsplätze für behinderte Menschen

Die Integrationsfachdienste des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) bieten Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern von Menschen mit Behinderung Beratung und Unterstützung in den folgenden Angelegenheiten an:
- Besetzung von freien Arbeitsplätzen mit geeigneten (schwer)behinderten Menschen
- Suche nach einem behindertengerechten Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
- Beschäftigung von (schwer)behinderten Menschen
- Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes und Konfliktlösung

Budget für Arbeit

Was ist das Budget für Arbeit?

Das Budget für Arbeit bildet eine Alternative zur Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

Mit dem Budget für Arbeit wird eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefördert, die tarifvertraglich oder ortsüblich entlohnt wird. Der Mensch mit Behinderung ist im Rahmen seiner Beschäftigung kranken-, pflege- und rentenversichert. Eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung besteht hingegen nicht.

Auf Antrag des Menschen mit Behinderung erhalten die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Berlin vom zuständigen Bezirksamt in der Regel einen dauerhaften Lohnkostenzuschuss zum Ausgleich der Leistungsminderung des Beschäftigten. Dieser beträgt in den ersten zwei Jahren pauschal 75 % des Arbeitnehmer-Bruttos, höchstens jedoch 40 % der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV (im Jahr 2018 max. 1.218 € monatlich). Bei erneuter Antragsstellung wird die behinderungsbedingte Minderleistung überprüft. Hierdurch kann es zu einer Reduzierung des Lohnkostenzuschusses kommen.

Zusätzlich zu dem Lohnkostenzuschuss wird dem Menschen mit Behinderung eine wegen der Behinderung erforderliche Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt. Diese Fachkräfte unterstützen den Menschen mit Behinderung, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie die Beschäftigen im Umfeld bei Fragen im Rahmen des Arbeitsverhältnisses des Menschen mit Behinderung. Neben Beratungsgesprächen beinhaltet die Anleitung und Begleitung beispielsweise auch Betriebsbesuche am Arbeitsplatz.

Wer kann das Budget für Arbeit beantragen?

  • Menschen, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, bereits mindestens ein Jahr lang eine berufliche Tätigkeit in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgeführt haben und gerne wieder am Arbeitsleben teilhaben wollen. Maßgeblich ist, dass der Mensch mit Behinderung ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit erbringt.
  • Menschen mit Behinderung, die den Berufsbildungsbereich in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder bei einem anderen Leistungsanbieter absolviert haben.
  • Menschen mit Behinderung, die bereits im Arbeitsbereich einer WfbM oder bei einem anderen Leistungsanbieter beschäftigt sind.

Voraussetzung für den Bezug des Budgets für Arbeit

Das Budget für Arbeit kann bereits dann beantragt werden, wenn ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mit einer tarifvertraglichen oder ortsüblichen Vergütung tatsächlich angestrebt wird. Das Budget für Arbeit kommt aber erst mit Abschluss des Arbeitsvertrages zustande.

Ansprechpersonen für das Budget für Arbeit

  • das Fallmanagement für Eingliederungshilfe des Bezirksamtes, in dem der Mensch mit Behinderung seinen Wohnsitz hat
  • zum anderen können die Integrationsfachdienste in Anspruch genommen werden

Wer kann die Anleitung und Begleitung übernehmen?

  • Die Integrationsfachdienste in Berlin können auf Wunsch des Menschen mit Behinderung die Anleitung und Begleitung übernehmen.
  • Alternativ kann der Mensch mit Behinderung ein Persönliches Budget beantragen und sich damit die Anleitung und Begleitung von Fachkräften mit einer zertifizierten Ausbildung selbst einkaufen.

Was ist zu beachten?

  • Der Mensch mit Behinderung behält die dauerhaft volle Erwerbsminderung auch während des Arbeitsverhältnisses im Rahmen des Budgets für Arbeit.
  • Durch das sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis verändern sich die Rentenansprüche des Beschäftigten. Vor Bewilligung eines Budgets für Arbeit muss der Mensch mit Behinderung daher zwingend eine Rentenberatung aufsuchen. Ein entsprechendes Merkblatt hierzu erhält er im Rahmen der Antragstellung.
  • Der Mensch mit Behinderung hat jederzeit die Möglichkeit, in eine Werkstatt für behinderte Menschen zurückzukehren.

Flyer zum Budget für Arbeit

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Werkstätten für behinderte Menschen

Die Integration von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist oberstes rechtliches Gebot und leitendes Ziel der Politik des Berliner Senats. Für einige behinderte Menschen ist die berufliche Förderung und Arbeit zeitweise und oft auf Dauer nur im Rahmen einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) möglich. Die Werkstätten für behinderte Menschen bietet jenen Menschen mit Behinderung, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können, eine angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung zu einem ihrer Leistung angemessenen Arbeitsentgelt an. Sie ermöglicht behinderten Menschen, ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Rechtliche Grundlagen für die Werkstatt für behinderte Menschen sind das Sozialgesetzbuch IX und die dazu erlassene Werkstättenverordnung.

Im Land Berlin wird durch freie gemeinnützige Träger ein vielfältiges Angebot an Werkstattplätzen bereitgestellt, das bedarfsentsprechend ausgebaut wird. Über die Träger der Werkstätten, deren Standorte und Angebote informiert die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Die Werkstätten gliedern sich in den Eingangs-, Berufsbildungs- und Arbeitsbereich. Leistungsträger für den Eingangs- und Berufsbildungsbereich ist in der Regel die Bundesagentur für Arbeit, die die Anträge auf Maßnahmen der beruflichen Eingliederung entgegennimmt. Grundlage der Leistungsgewährung ist das Sozialgesetzbuch III. Nach Beendigung des Berufsbildungsbereiches erhalten die Absolventen ein Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss. Mit dem Wechsel der Absolventen aus dem Berufsbildungsbereich in den Arbeitsbereich der Werkstatt ist in der Regel der Träger der Sozialhilfe der zuständige Leistungsträger. Die Leistungen werden nach dem Sozialgesetzbuch XII gewährt und vom zuständigen Sozialamt erbracht. Werden die Aufnahmevoraussetzungen in eine Werkstatt für behinderte Menschen noch nicht erfüllt, kann zunächst die Aufnahme in einem Förderbereich erfolgen. Informationen hierzu erteilen die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen und die zuständigen Sozialämter in den Bezirken.

Förderbereiche

Bei den Angeboten für Personen im erwerbsfähigen Alter, die nicht, noch nicht oder noch nicht wieder im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben und insbesondere in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt werden können, nehmen die Förderbereiche (FB) eine zentrale Stellung ein. Sie unterstützen das übergeordnete Ziel der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben und erfüllen den Auftrag gem. § 136 Abs. 3 SGB IX. Die Förderbereiche bieten Menschen mit einer geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderung tätigkeits- und arbeitsorientierte Beschäftigung bzw. Förderung im Rahmen der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gem. § 54 (1) SGB XII i. V. m. § 55 SGB IX. Für Maßnahmen in Förderbereichen werden Leistungen der Eingliederungshilfe gemäß §§ 53 und 54 SGB XII erbracht, sofern die entsprechenden sozialhilferechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Angebot zur Beschäftigung, Förderung und Betreuung

Das ‘Angebot zur Beschäftigung, Förderung und Betreuung’ (ABFBT) richtet sich an geistig, körperlich oder mehrfach behinderte volljährige Menschen gem. § 53 SGB XII, die wegen der Art oder Schwere ihrer Behinderung nicht, noch nicht, noch nicht wieder oder nicht mehr in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder einem Förderbereich beschäftigt werden können. Dies schließt ältere geistig, körperlich oder mehrfach behinderte Menschen, die das Ruhestandsalter erreicht haben und für die eine Tagesstruktur unter Gewährleistung des ‘Zwei-Milieu-Prinzips’ förderlich ist, mit ein.