Erwerbsleben

Rollstuhlfahrer am Arbeitsplatz
Bild: Claudia Nagel - Fotolia.com

Arbeitsplätze für behinderte Menschen

Die Integrationsfachdienste des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) bieten Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern von Menschen mit Behinderung Beratung und Unterstützung in den folgenden Angelegenheiten an:
- Besetzung von freien Arbeitsplätzen mit geeigneten (schwer)behinderten Menschen
- Suche nach einem behindertengerechten Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
- Beschäftigung von (schwer)behinderten Menschen
- Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes und Konfliktlösung

Werkstätten für behinderte Menschen

Die Integration von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist oberstes rechtliches Gebot und leitendes Ziel der Politik des Berliner Senats. Für einige behinderte Menschen ist die berufliche Förderung und Arbeit zeitweise und oft auf Dauer nur im Rahmen einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) möglich. Die Werkstätten für behinderte Menschen bietet jenen Menschen mit Behinderung, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können, eine angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung zu einem ihrer Leistung angemessenen Arbeitsentgelt an. Sie ermöglicht behinderten Menschen, ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Rechtliche Grundlagen für die Werkstatt für behinderte Menschen sind das Sozialgesetzbuch IX und die dazu erlassene Werkstättenverordnung.

Im Land Berlin wird durch freie gemeinnützige Träger ein vielfältiges Angebot an Werkstattplätzen bereitgestellt, das bedarfsentsprechend ausgebaut wird. Über die Träger der Werkstätten, deren Standorte und Angebote informiert die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Die Werkstätten gliedern sich in den Eingangs-, Berufsbildungs- und Arbeitsbereich. Leistungsträger für den Eingangs- und Berufsbildungsbereich ist in der Regel die Bundesagentur für Arbeit, die die Anträge auf Maßnahmen der beruflichen Eingliederung entgegennimmt. Grundlage der Leistungsgewährung ist das Sozialgesetzbuch III. Nach Beendigung des Berufsbildungsbereiches erhalten die Absolventen ein Zertifikat über den erfolgreichen Abschluss. Mit dem Wechsel der Absolventen aus dem Berufsbildungsbereich in den Arbeitsbereich der Werkstatt ist in der Regel der Träger der Sozialhilfe der zuständige Leistungsträger. Die Leistungen werden nach dem Sozialgesetzbuch XII gewährt und vom zuständigen Sozialamt erbracht. Werden die Aufnahmevoraussetzungen in eine Werkstatt für behinderte Menschen noch nicht erfüllt, kann zunächst die Aufnahme in einem Förderbereich erfolgen. Informationen hierzu erteilen die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen und die zuständigen Sozialämter in den Bezirken.

Förderbereiche

Bei den Angeboten für Personen im erwerbsfähigen Alter, die nicht, noch nicht oder noch nicht wieder im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben und insbesondere in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt werden können, nehmen die Förderbereiche (FB) eine zentrale Stellung ein. Sie unterstützen das übergeordnete Ziel der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben und erfüllen den Auftrag gem. § 136 Abs. 3 SGB IX. Die Förderbereiche bieten Menschen mit einer geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderung tätigkeits- und arbeitsorientierte Beschäftigung bzw. Förderung im Rahmen der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gem. § 54 (1) SGB XII i. V. m. § 55 SGB IX. Für Maßnahmen in Förderbereichen werden Leistungen der Eingliederungshilfe gemäß §§ 53 und 54 SGB XII erbracht, sofern die entsprechenden sozialhilferechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Angebot zur Beschäftigung, Förderung und Betreuung

Das ‘Angebot zur Beschäftigung, Förderung und Betreuung’ (ABFBT) richtet sich an geistig, körperlich oder mehrfach behinderte volljährige Menschen gem. § 53 SGB XII, die wegen der Art oder Schwere ihrer Behinderung nicht, noch nicht, noch nicht wieder oder nicht mehr in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder einem Förderbereich beschäftigt werden können. Dies schließt ältere geistig, körperlich oder mehrfach behinderte Menschen, die das Ruhestandsalter erreicht haben und für die eine Tagesstruktur unter Gewährleistung des ‘Zwei-Milieu-Prinzips’ förderlich ist, mit ein.