Eingliederungshilfe

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Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist eine Leistung der Sozialhilfe. Sie ist im Sozialgesetzbuch, Zwölftes Buch (SGB XII) geregelt. Ergänzende Regelungen des Bundes stehen in der Eingliederungshilfe-Verordnung. Die bundesrechtlichen Regelungen werden durch landesrechtliche Regelungen ergänzt. Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist entsprechend den Grundsätzen der Sozialhilfe eine den Leistungen anderer Rehabilitationsträger gegenüber nachrangige Leistung. Sie enthält insbesondere die Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen nach dem SGB IX. Die Eingliederungshilfe gliedert sich in folgende Leistungsgruppen: Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, und Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

Leistungen der Eingliederungshilfe

Leistungen der Eingliederungshilfe sollen Menschen mit einer körperlichen, geistigen und/oder seelischen Behinderung dabei unterstützen, ihre vorhandenen Ressourcen zu nutzen und behinderungsbedingte Nachteile bestmöglich auszugleichen bzw. abzumildern, damit sie ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben führen können. Die Leistungen orientieren sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Betroffenen. Die Bereiche Wohnen und Arbeiten stehen hierbei im Mittelpunkt.

Im Bereich der Teilhabe am Arbeitsleben bieten sich z. B. unterstützende Maßnahmen in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung an. Leistungen im Bereich des betreuten Wohnens beinhalten Betreuungsleistungen individueller Intensität und Dauer in verschiedensten stationären und ambulanten Wohnformen. Die sogenannten Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sollen Menschen mit Behinderung beim Aufbau und der Gestaltung sozialer Beziehungen unterstützen. Beispiele hierfür können die Begleitung zu kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen oder organisierte Gruppentreffen sein.

Während die konkrete Ausgestaltung und Durchführung der Maßnahmen durch die hierzu beauftragten Leistungserbringer der freien Wohlfahrtsverbände erfolgt, ist für die Leistungsgewährung der möglichst passgenauen individuellen Hilfen der Träger der Sozialhilfe verantwortlich.

Eingliederungshilfe: zuständige Ämter und Orientierungshilfen

Im Land Berlin werden die Leistungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen nach dem SGB XII vom Fallmanagement der bezirklichen Sozialämter erbracht. Ausgenommen sind die Leistungen für behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche, für junge Volljährige (sofern die jungen Volljährigen außerdem Jugendhilfe erhalten) und die Hilfe zu einer angemessenen Schulbildung für junge Volljährige. Diese werden von den Jugendämtern der Bezirksämter erbracht. Dort wird auch die Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche, die seelisch behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht sind, nach dem SGB VIII im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe erbracht.

Fallmanagement in der Eingliederungshilfe

Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen erhalten von ihrer Fallmanagerin bzw. ihrem Fallmanager im Sozialamt ihres Wohnbezirks bei Bedarf eine umfassende persönliche Beratung und Unterstützung bei der Gestaltung und Finanzierung ihrer Eingliederungshilfe. Für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen liegt die Zuständigkeit für die Gewährung von Eingliederungshilfen bei den bezirklichen Jugendämtern.

Die Fallmanagerin bzw. der Fallmanager

  • bespricht die Anliegen der Betroffenen mit ihnen persönlich und auf Wunsch unter Beteiligung von Angehörigen, Betreuern und Vertrauenspersonen in Sprechstunden oder nach Terminvereinbarung auch zu Hause
  • koordiniert den Kontakt zu erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ärztlichen und sozialpädagogischen Fachdienste des Bezirksamtes
  • erarbeitet mit den Betroffenen ihre persönlichen Ziele und Perspektiven der Eingliederungshilfe und erstellt hierfür mit ihnen gemeinsam einen Gesamtplan
  • entwickelt daraus in Zusammenarbeit mit den Fachdiensten und Leistungserbringern ein passendes Hilfeangebot und bereitet auf Wunsch die Antragsstellung zum Persönlichen Budget vor
  • vermittelt die Betroffenen weiter an den für sie zuständigen Rehabilitationsträger für den Fall, dass ein Anspruch auf Unterstützung z. B. gegenüber Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern bestehen sollte
  • gibt Auskunft über etwaigen Einkommens- oder Vermögenseinsatz
  • bespricht regelmäßig mit den Betroffenen, inwieweit die im Rahmen der vereinbarten Eingliederungshilfe geleistete Unterstützung hilfreich war

Das Leistungsangebot basiert auf fachlichen Standards, die im Handbuch für Fallmanager/innen der Eingliederungshilfe dokumentiert sind. Unterstützt wird die Einführung des Fallmanagements durch neue Kooperationsformen zwischen Sozial- und Gesundheitsämtern und den Leistungserbringern der Freien Wohlfahrtspflege.

Handbuch für das Fallmanagement

Bild zeigt:
Bild: SenSoz

Handbuch für das Fallmanagement in der Eingliederungshilfe nach SGB XII (barrierefreie Version)

Weitere Informationen

Reform der Eingliederungshilfe

Auf Bundesebene hat sich die Regierungskoalition im Koalitionsvertrag verpflichtet, die Leistungsstrukturen der Eingliederungshilfe weiterzuentwickeln. Das heißt konkret:

  • Stärkung des Grundsatzes ‘ambulant vor stationär’
  • bessere Verzahnung ambulanter und stationärer Bereiche
  • Leistungserbringung ‘aus einer Hand’
  • Hinwirken auf eine verstärkte Inanspruchnahme des trägerübergreifenden Persönlichen Budgets
  • Intensivierung der beruflichen Integration

Ziel dieser Maßnahmen ist zum einen, behinderten Menschen im Bedarfsfall die erforderliche Hilfe zu leisten, ihnen solange wie möglich den Verbleib in der eigenen Wohnung und im vertrauten sozialen Umfeld zu ermöglichen und dabei zugleich die Rahmenbedingungen für eine möglichst eigenverantwortliche und selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft weiter zu verbessern. Zum anderen soll gewährleistet werden, dass die Eingliederungshilfe auch künftig effizient und leistungsfähig bleibt.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales unterstützt diese Reformüberlegungen, die auch Eingang in die aktuelle Berliner Koalitionsvereinbarung auf Landesebene gefunden haben. Gemeinsam mit Bund, Ländern, Kommunen und den Verbänden behinderter Menschen arbeitet Berlin an der notwendigen Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe.

Ansprechpartner im Fallmanagement der Eingliederungshilfe in den Berliner Sozialämtern

Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
Frau Schmidt
Tel.: (030) 9029-15821
E-Mail

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Frau Berndt
Tel.: (030) 90298-2685
E-Mail

Bezirksamt Lichtenberg
Kontakt

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Kontakt

Bezirksamt Mitte
Frau Keller
Tel.: (030) 9018-42306
E-Mail

Bezirksamt Neukölln
Herr Dommach
Tel.: (030) 90239-3507
E-Mail

Bezirksamt Pankow
Frau Kittel
Tel.: (030) 90295-5654
E-Mail

Bezirksamt Reinickendorf
Frau Schröder
Tel.: (030) 90294-6107
E-Mail

Bezirksamt Spandau
Frau Jurak
Tel.: (030) 90279-6563
E-Mail

Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf
Frau Wunderlich
Tel.: (030) 90299-3356
E-Mail

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
Frau Raehs
Tel.: (030) 90277-7391
E-Mail

Bezirksamt Treptow-Köpenick
Frau Schulz
Tel.: (030) 90297-6065
E-Mail