Erfahrungswissen älterer Menschen

Die Lebenserfahrung und das Erfahrungswissen der älteren Generation sind häufig zu wenig genutzte gesellschaftliche Potenziale, die es - nicht nur im Arbeitsleben - zu erhalten und zu reaktivieren gilt.
Ältere Menschen werden nicht nur gebraucht, sondern sie möchten sich vielfach einbringen mit dem ganzen Schatz ihrer kulturellen und beruflichen Lebenserfahrung. Viele ältere Menschen möchten mit ihrer Bildung und ihrem Wissen aktiv bleiben und die Erfahrungen weitergeben. Diese Erfahrungen nutzbar zu machen für die Jüngeren, ist für viele Ältere eine sinnvolle und erfüllende Aufgabe.
Erfahrungswissen ist das Ergebnis einer lebenslangen Entwicklung. Dieses Potenzial soll und muss unterstützt werden. In Berlin können die Bürgerinnen und Bürger im fortgeschrittenen Lebensalter in den verschiedendsten Projekten ihr Erfahrungswissen einbringen und ihre Potenziale nutzen.
Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales fördert die Weitergabe dieses Wissens an jüngere Generationen in Form von Projekten vor allem im Rahmen des Infrastrukturförderprogramm Stadtteilzentren (IFP STZ) und weiteren Fördermitteln.
Einige Projekte möchten wir Ihnen nachfolgend vorstellen!
Theater der Erfahrungen

Das Theater der Erfahrungen besteht bereits seit über 25 Jahren. Im Theater der Erfahrungen entwickeln ältere Menschen aus dem eigenen Erleben heraus Programme und präsentieren sie in der Öffentlichkeit. Sie regen damit zu Diskussionen an und mischen sich auf diesem Wege in gesellschaftliche Auseinandersetzungen ein. Damit bewahren sie sich und viele Altersgenossen vor Rückzug und Isolation.
Das Engagement umfasst unter anderem Auftritte in Schulen und sozialen Brennpunkten. So sorgen die ehrenamtlichen Spielerinnen und Spieler auf interkulturellem Gebiet und im Seniorenbereich dafür, dass der zarte Gesprächsfaden zwischen den Generationen nicht abreißt und neue Möglichkeiten zum Dialog aufgebaut werden.
Das Theater der Erfahrungen ist eine Erfolgsgeschichte, weil jeder der mitmacht seine persönlichen und gesellschaftlichen Anliegen verwirklichen kann. Jeder darf sein wer er ist, jedes Theaterstück hat sein eigenes Flair.
Das Theater der Erfahrungen
im Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. bietet auf seiner Homepage weitere Informationen zur Arbeit und zum Spielplan.
Kreative Potenziale des Alters
Das Projekt Kreative Potenziale des Alters - Ein Projekt für junge Alte wurde 2006 gegründet. Es baut sich durch kontinuierliche Kontakte und Vernetzung mit den Stadtteilzentren in Berlin auf. Jeder Stadtbezirk wird integriert. Mittlerweile sind kreative Gruppen in Tegel, Lichtenrade, Prenzlauer Berg, Weißensee, Friedenau, Mitte und Neukölln entstanden.
Wer heute älter wird, fühlt sich oft fit und möchte die Hände noch nicht in den Schoß legen. Im Gegenteil, es gibt viele Menschen der älteren Generation, die ihre Kräfte, Kenntnisse und Interessen gemeinsam mit anderen gesellschaftlich sinnvoll einbringen wollen.
Um diesen vielfältigen Potenzialen geeignete Spielräume zu eröffnen, ist ein neues gesamtstädtisches Projekt im Aufbau, das sich an die so genannten jungen Alten wendet und sie einlädt, sich in ihrem Stadtteil zusammen zu tun, die eigenen kreativen Talente zu entdecken und diese für sich und andere zu nutzen.
Folgende Schwerpunkte könnten Sie als Teilnehmerin bzw. Teilnehmer interessieren:
- Werkstätten zum Schnuppern und Kennenlernen des neuen Arbeitsfeldes in einem nahe gelegenen Stadtteilzentrum
- Praktische Aktionsmöglichkeiten auf den Feldern Musik, Theater, Bewegung, Erzählen und Schreiben
- Spannende Impulse durch versierte Anleiter/innen und Multiplikator/innen bei den ersten Treffen
- Fachliche Unterstützung beim Aufbau von kontinuierlich arbeitenden Gruppen und bei der Organisation sowie Durchführung von Präsentationen
- Kontinuierlicher Kontakt und Vernetzung mit ähnlich aktiven Initiativen in Berlin
Die Stadtteilzentren im Land Berlin sind in der Lage Ihre kreativen Ideen und Potenziale umzusetzen. Dazu zählt Entwicklung und Aufbau eines attraktiven Angebots für jüngere Seniorinnen und Senioren, Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung neuer Interessenten, Kooperation mit Fachkräften vom Theater der Erfahrungen bei der Erstellung eines passgenauen Angebots für Ihre Einrichtung, Erschließung von neuen Handlungsfeldern auf interkulturellem und intergenerativem Gebiet sowie Austausch und Verbindung mit anderen Zentren zu einem gesamtstädtischen Netzwerk.
Wenn Sie neugierig geworden sind, sei es als Veranstalter, der sich ein solches Angebot ins Haus einladen möchte oder als potenzielle/r Teilnehmer/in, welche/r mehr über das neue Projekt erfahren möchte, wenden Sie sich bitte an die Kreativen Potentiale des Alters
einem Projekt des Nachbarschaftsheims Schöneberg e.V.
Zeitzeugenbörse
Der Verein Zeitzeugenbörse e.V. wurde 1993 in Berlin geründet. Die ersten drei Jahre erfolgte eine Förderung als Modellprojekt über das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Mittlerweile erhält der Verein eine Zuwendung aus dem LIGA-Vertrag.
Die Zeitzeugenbörse umfasst die Förderung der Begegnung und des Verständnisses der Generationen untereinander in dem Zeitzeugen ihre Geschichte vortragen, Medien mit Berichten illustrieren und ein Forum zur Aufarbeitung erlebter Geschichte bieten.
Der Zeitzeugenbörse e.V.
organisiert und vernetzt Erinnerungsarbeit. Zeitgeschichte an sich ist nicht erfahrbar, sie wird als persönliche Geschichte und von jedem anders erlebt. Eine Gesellschaft sollte das Wissen und die Erfahrung älterer Menschen nutzen, um die kritischen Fragen der jüngeren Generation zu beantworten. Das Ziel der Zeitzeugenbörse ist, die vielfältigen persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse, die jeder in sich trägt, der eine Weile gelebt hat, zu sammeln und für die interessierte Öffentlichkeit bereit zu stellen.
Viele Bürgerinnen und Bürger suchen einen solchen Erfahrungsaustausch. Junge, weil sie Antworten auf ihre Fragen bekommen und im Dialog ihre eigene Meinung finden. Alte, weil sie erfahren wie aus ihren Geschichten Geschichte wird und Begegnungen mit nachfolgenden Generationen erleben können. Sie alle finden sinnvolle Informationen bzw. Aufgaben und knüpfen Kontakte, die sie sonst vielleicht nie bekommen hätten.
Stadtführungen mit Erfahrungswissen (Berlinstadttouren)

Erinnerungen sind ein wertvolles Gut. Gerade wenn sich alles Denken auf die Zukunft konzentriert, auf das, was einmal werden kann, geht allzu leicht das Vergangene oder Vergehende verloren. In dieser Situation sind ältere Menschen, die ihre Erinnerungen und ihr Wissen über die Vergangenheit teilen und mitteilen wie Scharniere, die das Alte und das Neue zusammenhalten.
In diesem Sinne haben sich ältere Frauen und Männer aus Berlin zusammengeschlossen, um interessierte Menschen durch die Stadt zu führen. Das können Berliner/innen, die mehr über ihre gewachsene Stadt wissen und dabei vielleicht an alten Erfahrungen anknüpfen wollen, oder auswärtige Besucher/innen sein.
Die Stadtführer zeigen Berlin, wie es gewachsen ist, wie sie es erlebt haben. Sie erzählen, was sie in dieser Stadt geprägt hat, worauf sie stolz sind und was sie ärgert. Sie schildern ihre Erinnerungen an nicht mehr sichtbare Dinge, die beim Gang durch die Stadt in ihnen geweckt werden. Daraus resultiert erlebte, gelebte Zeitgeschichte, wie sie ein professioneller Stadtführer in den wenigsten Fällen einbringen kann.
Nutznießer dieser ehrenamtlichen Tätigkeit sind die Teilnehmer der Stadtführungen mit Erfahrungswissen und die Stadtführer gleichermaßen. Die persönliche Sicht auf Stadtgeschichte regt zum Austausch von Erinnerungen und Erlebnissen an.
Weitere Infos bietet Ihnen die Informationsseite Berlinstadttouren - Stadtteilführungen mit Erfahrungswissen
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Märchenerzählen für Jung und Alt
Wann hörten Sie Ihr letztes Märchen? Wenn dies bereits eine Weile her ist, sollte Ihnen bewusst sein, Märchen sind für alle Altersgruppen geeignet! Genau hier setzt das Projekt Märchenerzählen für Jung und Alt an. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzählen Märchen aller Art für jedes Alter und jeden Anlass. Die Märchenerzähler kommen aus verschiedenen Bereichen des Lebens sowie aus allen Ecken Berlins.
Das Besondere ist, dass die ehrenamtlichen Märchenerzähler Märchen nicht nur vorlesen, sondern erzählen. Hierbei ergeben sich die Märchen sowohl aus der Neigung der einzelnen Erzählenden, aber vor allem nach den Anlässen, Interessen, Wünschen und der Aufnahmefähigkeit der Zuhörenden.
Die Märchenerzähler kommen zu jeder großen und kleinen Veranstaltung im Kindergarten, in der Schule, in der Kirchengemeinde, im Betrieb, im Club, im Krankenkaus, im Seniorenheim und in der Familie, und sie freuen sich, wenn Sie sich wieder einmal in die Welt der Märchen entführen lassen wollen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer (030) 442 96 00.
Werkhaus Anti-Rost
Das Werkhaus Anti-Rost in Berlin (Bezirk Tempelhof-Schöneberg) ist ein Projekt, in der der Übergang von der Berufstätigkeit in den Ruhestand aktiv genutzt wird. Es existiert bereits seit 1987. Hier können Senioren/innen selbstbestimmt kreative Tätigkeiten ausüben und in einer - oder auch mehreren - der zahlreichen Gruppen und Arbeitsbereiche tätig werden. Hierbei können Sie Ihre Fertigkeiten und Kenntnisse, die Sie im Laufe ihres Berufslebens gesammelt haben, einbringen und weitergeben.
Es stehen diverse Gewerke wie z.B. Tischlerei, Schneiderei und Fotowerkstatt sowie ein Handwerkerdienst zur Verfügung. Darüber hinaus umfasst das Angebot Malerei- und Bastelangebote und vieles mehr. Die Gruppen werden von einigen der Senioren/innen angeleitet und koordiniert. Für manche der Senioren/innen steht die Weitergabe und Anwendung ihrer Arbeits- und Lebenserfahrungen im Vordergrund, andere nutzen das Werkhaus, um neue Fertigkeiten zu erlernen oder um lang gehegte Wünsche zu erfüllen. Alle suchen sie Gemeinschaft und die Möglichkeit, tätig zu werden, ihre freie Zeit sinnvoll und abwechslungsreich zu gestalten.
Zusätzlich zu den genannten Projektarbeiten gibt es auch besondere Projekte, wie z.B. einen Handwerkerdienst für schmale Geldbeutel oder Hilfsprojekte für die Unterstützung armer Länder.
Weitere Informationen finden Sie unter Werkhaus Anti-Rost
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Berliner Interessenbörse
Die Berliner Interessenbörse ist ein gemeinnütziger Verein, der seinen Anfang im Februar 1992 fand.
Sinn und Zweck dieses Projektes ist es, Angebote und Nachfragen von und zwischen Menschen aller Altersgruppen zu vermitteln.
Dreimal jährlich erscheint ein Börsenbrief, in dem alle Angebote und Nachfragen erfasst sind. Dieser Börsenbrief wird unter anderem in Bürgerämtern, Bibliotheken und verschiedenen sozialen Einrichtungen ausgelegt. Man kann sich den Börsenbrief aber auch auf der Homepage der Berliner Interessenbörse ansehen.
Alle Anzeigen besitzen eine Code-Nummer, so dass der Interessierte Name und Telefonnummer des gewünschten Partners erhalten kann, in sofern dieser seine vollständigen Daten preisgeben will.
Weitere Informationen finden Sie unter Berliner Interessenbörse
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