Diversity-Trainings und Seminare

Bild mit bunten Streichhölzern
Bild: sajola - photocase.de

Die Vielfältigkeit von Menschen kann in unseren Köpfen die unterschiedlichsten Bilder und Empfindungen auslösen, die unser alltägliches Handeln beeinflussen. Dies kann verschiedene Merkmale wie z. B. ethnische Herkunft, Hautfarbe, sexuelle Identität, Lebensalter, Geschlecht, Religion oder Behinderung betreffen. In der Folge können sich Ausgrenzungsstrukturen manifestieren, die sich in erschwerten Zugängen zu Beschäftigung, Wohnraum, Bildung, Gesundheit und anderen Grundleistungen ausdrücken. Oder es zeigen sich individuelle Diskriminierungsmuster wie Beleidigungen oder tätliche Angriffe.

Diversity-Kompetenz ist heutzutage eine wichtige Schlüsselqualifikation, die uns im Alltag und im Berufsleben hilft, mit Unterschiedlichkeit von Menschen und Lebenskonzepten umzugehen. Der Diversity-Ansatz geht davon aus, dass kein Mensch frei von Vorurteilen ist. Oft sind wir uns dessen nicht bewusst, denken und handeln allerdings im Alltag und im Beruf nach diesen.

Um die Diversity-Kompetenz weiterzuentwickeln und sich dabei auch gezielt auf bestimmte Merkmalsbereiche konzentrieren zu können, hat die LADS verschiedene Bildungsformate entwickelt:

  • Diversity-Grundlagentraining: Sie richten sich an alle Interessierten, die einen Einstieg in das Thema suchen. Das zweitägige Training verschafft einen Überblick über den Diversity-Ansatz, verschiedene Diversity-Dimensionen und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
  • Diversity-Vertiefungstraining mit thematischen Schwerpunkten: Hier stehen in zweitägigen Trainings einzelne Diversity-Schwerpunkte im Mittelpunkt. Sie können ihr Wissen, ihre persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen im Umgang mit einzelnen Diversity-Dimensionen erweitern. Die Übungen und Gruppenprozesse sensibilisieren und stärken ihre Handlungskompetenz.
  • Seminare zu aktuell in der Gesellschaft geführten Diskussionen: Die zweitägigen Seminare greifen aktuelle gesellschaftliche Diskussionen auf, die mit den antidiskriminierungspolitischen Perspektiven der LADS in Zusammenhang stehen. Im Mittelpunkt des Angebots steht die Vermittlung kultureller, sozialer, gesellschaftspolitischer, rechtlicher und wissenschaftlicher Grundlagen und Hintergründe, die relevant und leitend sind für das jeweilige Thema. Dabei gibt es viel Raum für die Analyse und Diskussion gegenwärtiger Problemlagen und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung

Die Angebote sind für Mitarbeitende der Verwaltung und für Interessierte aus der Zivilgesellschaft gleichermaßen offen und kostenlos.

Diversity-Grundlagentrainings

Ein Diversity-Grundlagentraining richtet sich an alle Interessierten, die einen Einstieg in das Thema suchen. Das Training verschafft einen Überblick über den Diversity-Ansatz, verschiedene Diversity-Kategorien und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Damit wird auch Grundlagenwissen rund um das Thema Diskriminierung vermittelt. Die (Selbst)Reflektion der individuellen und gesellschaftlichen Wahrnehmung und des Umgangs mit Vielfalt und ihren Herausforderungen ist dabei ein wesentlicher Bestandteil des Trainings. Es kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, die interaktive Gruppenprozesse und Diskussionen anregen. Trainiert werden auch Handlungsstrategien zum kompetenten Umgang mit Vielfalt, insbesondere im beruflichen Alltag.

Für wen?

  • Mitarbeitende aus den Verwaltungseinrichtungen des Landes Berlin, landeseigenen Betrieben sowie von freien Trägern.
  • Zum Einstieg für alle, die sich grundlegend mit dem Thema befassen möchten und gar kein oder nur wenig Vorwissen mitbringen.

Fragen, die im Fokus stehen:

  • Was bedeutet Diversity?
  • Was ist Diskriminierung?
  • Welche Diversity-Kategorien gibt es?
  • Was ist im Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) geregelt?
  • Wo begegnet mir diskriminierendes Verhalten?
  • Was bedeutet Mehrfachdiskriminierung?
  • Wie kann ich diversitykompetent im Alltag handeln?

Diversity-Vertiefungstrainings zu unterschiedlichen Schwerpunkten

Seminare zu aktuellen Diskussionen

Diversity-Training zum Schwerpunkt Sexuelle Identität und Vielfalt von Lebensentwürfen

Berlin bietet seit jeher Menschen mit vielfältigen Identitäten und individuellen Lebensentwürfen einen Ort bzw. einen selbstverständlichen alltäglichen Umgang damit. Gleichzeitig werden auch heute noch Menschen mit einer nicht-heterosexuellen Lebensweise diskriminiert. Das Training zum Schwerpunkt “Sexuelle Identität und die Vielfalt von Lebensentwürfen” vertieft den Blick auf diese Diversity-Dimension. Neben theoretischem Wissen zu sexuellen Identitäten und Diskriminierungsmechanismen bietet das Training insbesondere die Möglichkeit, die Sensibilität für die Lebenswelten und damit auch für Diskriminierungserfahrungen von lesbischen, schwulen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) zu stärken und damit die eigene Handlungsfähigkeit im Umgang mit sexuellen Identitäten für den Arbeitskontext und das Alltagsleben zu erweitern.

Fragen, die im Fokus stehen:

  • Was umfasst der Begriff sexuelle Identität?
  • Wie können Lebensentwürfe und Lebenswelten von LSBTI aussehen?
  • Warum ist die sexuelle Identität nicht einfach die Privatsache der Betroffenen und warum ist es sinnvoll, dies im Arbeitskontext zu thematisieren?
  • Was ist Trans*geschlechtlichkeit und was bedeutet dieses Sternchen im Wort?
  • Die alltägliche Diskriminierung von LSBTI – was kann und sollte ich dagegen tun?

Diversity-Training zur Schnittstelle Geschlecht, Religion und sexuelle Identität

Kein Mensch wird ausschließlich z.B. durch die ethnische Herkunft, eine Behinderung oder die sexuelle Orientierung geprägt. Verschiedene Merkmalsdimensionen sind eng miteinander verwoben. Dieser Sachverhalt wird mit dem Begriff Intersektionalität beschrieben. Diskriminierungen knüpfen oft an mehrere Dimensionen an: bei einer muslimischen Frau z.B. an ihre Religions- und ihre Geschlechtsidentität oder bei einem schwulen Mann mit Migrationshintergrund an seine sexuelle Orientierung sowie seine ethnische Zugehörigkeit. Das Training fokussiert auf die Verbindung der Dimensionen Religion, Geschlecht und sexuelle Orientierung und die Konflikte und Konfrontationen, die sich daraus ergeben können. Neben der Sensibilisierung für diese Dimensionen und der Reflexion wird im Training zudem eine menschenrechtsorientierte Haltung im Umgang mit dem Thema und dadurch die Lösungsorientierung und Konfliktfähigkeit der Teilnehmenden im täglichen Miteinander gestärkt.

Fragen, die im Fokus stehen:

  • Was verbinde ich mit den Dimensionen Religion, Geschlecht und sexuelle Orientierung?
  • Welche – vor allem intersektionale – Zuschreibungen und Vorurteile an dieser Schnittstelle sind gesellschaftlich verbreitet und wie bin ich davon beeinflusst?
  • Welche Rolle spielen diese Bilder in meinem direkten Umfeld (Lebens- und Arbeitsbereich) und im öffentlichen Raum?
  • Wie kann ich kompetent mit Menschen umgehen, die sich für eine andere Lebensform als meine eigene entschieden haben?

Diversity-Training zum Schwerpunkt Ethnische Herkunft/Hautfarbe

Alle Menschen haben eine ethnische Zugehörigkeit und eine Hautfarbe. Beides steht in engem Zusammenhang mit unserer Identität, unserem Platz in der Welt, unserem Blick auf die Gesellschaft und unserem Alltag – ob privat oder beruflich. Dieser Blick ist vielfach von Vorurteilen und Stereotypen geprägt,. Das Training bietet die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen und den eigenen Blick zu erweitern, auch in Richtung struktureller und institutioneller Ungleichbehandlung aufgrund einer ethnischen Zugehörigkeit oder der Hautfarbe. Auch in diesem Training sollen Handlungsstrategien für den Beruf und den Alltag erarbeitet und vermittelt werden.

Fragen, die im Fokus stehen:

  • Was verbinde ich mit der ethnischen Herkunft oder Hautfarbe von Menschen?
  • Welche Bilder und Vorurteile habe ich in diesem Zusammenhang?
  • Welche Rolle spielen diese Bilder in meinem Lebens- oder Arbeitsbereich?
  • Wie kann ich kompetent mit Menschen anderer Hautfarbe und Herkunft als meiner eigenen umgehen?

Diversity-Training zum Schwerpunkt Behinderung

Menschen mit Behinderungen sind alltäglich mit vielfältigen und zumeist negativen Bildern und Vorurteilen über sie konfrontiert. Sie sind von einer selbstbestimmten Teilhabe an der Gesellschaft zumeist weit entfernt. Das Training bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, die eigenen Sichtweisen zu reflektieren, deren Wurzeln besser zu verstehen und gegebenenfalls andere Perspektiven zu entwickeln. Dies geschieht zu verschiedenen Aspekten zum Thema in Einzel- und Gruppenübungen, im Austausch und Diskussionen miteinander. Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen und die UN-Behindertenrechtskonvention ergänzen diese. Ziel ist es, die Kompetenz im Umgang mit der Diversity-Kategorie Behinderung zu erweitern und Handlungsansätze für den eigenen (beruflichen) Kontext zu entwickeln.

Fragen, die im Fokus stehen:

  • Welche Bilder habe ich über Menschen mit Behinderungen?
  • Wodurch wurden sie geprägt?
  • Wie sind die öffentlichen Diskurse?
  • Was gibt es für rechtliche Rahmenbedingungen und welche Konsequenzen haben sie für Menschen mit Behinderung?
  • Welche Perspektiven haben Menschen mit Behinderungen?

Diversity Trainings zum Schwerpunkt Soziale Zugehörigkeit

Die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen bildet den Hintergrund für unseren Lebensweg, unsere Haltung, unsere Werte. Oft sind uns herrschende gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen nicht bewusst. Durch vielfältige selbstreflexive Methoden wird die Beschäftigung mit der eigenen sozialen Herkunft und mit dem aktuellen sozialen Status angeregt. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Bildern und Vorurteilen über gesellschaftliche soziale Gruppen, Benachteiligung und Ausgrenzung aufgrund sozialer Zugehörigkeiten wird vertieft.

Fragen, die im Fokus stehen:

  • Welche Werte und welche Haltungen wurden mir durch meine soziale Herkunft vermittelt?
  • Welche Bilder und Vorurteile habe ich über die unterschiedlichen sozialen Gruppen?
  • Habe ich die gesellschaftlichen Machtverhältnisse, also die strukturellen Ungleichheiten und Privilegien im Blick?
  • Wie ist die soziale Zugehörigkeit in dem Diversity-Ansatz eingebettet?
  • Welche Rolle spielt Armut und soziale Ausgrenzung in meinem Arbeitsbereich?
  • Wie kann ich diversitykompetent mit sozialer Ausgrenzung in meinem Alltag/meinem Tätigkeitsfeld umgehen?

Diversity Training zum Schwerpunkt Diskriminierung und Sprache

„Ein scharfes Schwert schneidet sehr, eine scharfe Zunge noch viel mehr“! Dieses alte Sprichwort verdeutlicht wie sehr Wörter verletzen, kränken, herabwürdigen, beleidigen – diskriminieren können. Wie bewusst gehen wir mit unserer Sprache um? Gibt es Situationen, in denen wir selbst oder unsere Mitmenschen ausgrenzende Begriffe benutzen und andere damit diskriminieren? Wie reagieren wir dann: beschämt, verärgert, wütend, hilflos…? Der Schwerpunkt dieses Trainings liegt darin, sich mit diesen und weiteren Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen. Reine Wissensvermittlung oder Diskussionen über aktuell politisch korrekten Sprachgebrauch stehen dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr bietet das Training die Möglichkeit, zu den folgenden Themenblöcken in Einzel- und Kleingruppenarbeit selbstreflexiv zu arbeiten und gemeinsam nach Antworten zu suchen:

  • Was ist für mich Sprache und welche Bedeutung hat sie für mich?
  • Welche Beispiele für sprachliche Diskriminierung kenne ich und wie gehe ich im privaten sowie beruflichen Alltag damit um?
  • Wo und wie findet Ausgrenzung durch Sprache statt?
  • Wie kann ich bewusster und diversitykompetenter mit meiner Sprache umgehen und dies bewusst in mein Handeln integrieren?

Seminare zu aktuellen Diskussionen

Dieses Format ist neu in der LADS-Akademie. Die zweitägigen Seminare greifen aktuelle gesellschaftliche Diskussionen auf, die auch im Zusammenhang mit den antidiskriminierungspolitischen Perspektiven der LADS stehen. Im Mittelpunkt des Angebots steht die Vermittlung kultureller, sozialer, gesellschaftspolitischer, rechtlicher und wissenschaftlicher Grundlagen und Hintergründe, die relevant und leitend sind für das jeweilige Thema sowie seine Entwicklung und seine aktuellen Erscheinungsformen. Dabei gibt es viel Raum für die Analyse und Diskussion gegenwärtiger Problemlagen und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung.Die Themenfelder Diversity und Antidiskriminierung finden Platz, indem zum Beispiel bestehende Konzepte und rechtliche Regelungen kritisch hinterfragen und Entwicklungspotentiale identifiziert werden. Der Transfer der Inhalte in die eigene Lebenswelt und den beruflichen Handlungskontext ist ebenfalls Teil des Seminars.

Für wen?

  • Mitarbeitende aus den Verwaltungseinrichtungen des Landes Berlin, landeseigenen Betrieben sowie von freien Trägern

Von der Integration zur Inklusion

Seit 2009 gibt es die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Darin ist der inklusive Ansatz verankert. Mit der Unterzeichnung der Konvention hat sich Deutschland verpflichtet Maßnahmen zu ergreifen, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht. Dies ist bisher nur in Ansätzen und wenigen Bereichen – teilweise – verwirklicht. Das Seminar will dazu beitragen, die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention zu verdeutlichen sowie deren Zielsetzungen besser zu verstehen. Darüber hinaus will es den Blick für die Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen weiten und deren politischen und gesellschaftlichen Forderungen thematisieren.

Fragen, die im Fokus stehen:
  • Worin liegt der Unterschied zwischen Integration und Inklusion?
  • Welche historischen Hintergründe hat das Thema?
  • Wie ist die rechtliche Situation?
  • Wie sehen Handlungsansätze zur besseren Teilhabe aus?
  • Wie können Schritte zur Inklusion in meinem Arbeitsbereich verwirklicht werden?

Sexismus

Sexismus begegnet uns fast täglich in Sprache, Medien und Alltag. Oft sind die Mechanismen so subtil, dass die sexistische Diskriminierung erst auf den zweiten Blick sichtbar wird. Das Seminar soll den Begriff im Kontext von Macht und Diskriminierung klären. Die Wahrnehmung für den „alltäglichen“ Sexismus soll geschärft und der gesellschaftliche Hintergrund diskutiert werden. Es sollen auch erste Handlungsoptionen für die Vermeidung und den Umgang mit sexistischen Alltagssituationen entwickelt werden.

Fragen, die im Fokus stehen:

  • Was verstehen wir unter Sexismus?
  • Wo finden wir Sexismus in Sprache, Werbung und Medien?
  • Welche individuellen und gesellschaftlichen Folgen hat sexistische Diskriminierung?
  • Wie kann ich im Alltag mit Grenzverletzungen umgehen?