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Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer: Dokumentation, Information und Gedenken

2.1.10. Die historisch-politische Bildungsarbeit
Die Haltung unserer Gesellschaft gegenüber der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte und ihren Folgewirkungen ändert sich in den vergangenen Jahren zunehmend. Mit wachsendem zeitlichem Abstand erwacht in einer breiteren Öffentlichkeit das Interesse an Bildungsangeboten zum historischen Gegenstand Berliner Mauer. Dieses Angebot muss inhaltlich wie methodisch ausdifferenziert die Möglichkeit zur Auseinandersetzung und Information geben, ohne statische Antworten aufzuzwingen.

Als konzeptioneller Kernansatz der Bildungsarbeit gilt das exemplarische Lernen am historischen Ort ‚Bernauer Straße’. Hier wird Geschichte durch Verankerung an ihrem authentischen Schauplatz und Verknüpfung mit konkreten Lebenserfahrungen nachvollziehbar und aussagekräftig. Die Bernauer Straße ist dabei nicht nur ein Erfahrungsort für die Unterdrückungsmechanismen eines repressiven Systems, sondern auch für dessen Überwindung. Grundlegende Fragen der Diktatur und Demokratie können hier dargestellt und erörtert werden.

Das Bildungsangebot setzt sich aus einzelnen, miteinander kombinierbaren Modulen zusammen, die sich an Schüler-, Studenten und Erwachsenengruppen richtet. Der geplante Ausbau der Gedenkstätte an der Bernauer Straße eröffnet hierzu vielfältige zusätzliche Anforderungen und Chancen zur handlungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Thema. Neue Zugangsebenen zum historischen Gegenstand können erschlossen und an bewährte Bildungsformate angeknüpft werden. Zu den Themen und Bezugspunkten zählen das Grenzsystem in der Bernauer Straße (am Beispiel der authentischen Spuren im Bereich zwischen Garten- und Ackerstraße und der Zerstörung der Gräber auf dem historischen Sophienfriedhof) und die Erinnerung an die Opfer des Mauerregimes (aktive Erinnerungsarbeit anhand konkreter Biografien). Ergänzende Themen sind die Geisterbahnhöfe (am Beispiel des Nordbahnhofs), geteilte Kirchengemeinden (am Beispiel der Versöhnungsgemeinde) und Flucht- und Lebensgeschichten einstiger Anwohner (Anknüpfungspunkt bieten hier die freigelegten Grundmauern der Grenzhäuser im Bereich zwischen Ackerstraße und Strelitzer Straße).