Einladung zur öffentlichen Veranstaltung: #OlympiaGehtAuchAnders

Pressemitteilung vom 12.02.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Berlin denkt derzeit darüber nach, wie Olympische Spiele im Jahre 2024 aussehen müssten. Slowlympics, Nachhaltigkeit und Offenheit sind u.a. die Stichworte. Wie kann Olympia zu einer positiven Stadtentwicklung beitragen? Was müssen wir tun, damit sich Olympia für Kunst und Kultur und die ganze Stadtgesellschaft auszahlt? Und wie gehen wir mit unserer olympischen Vergangenheit um?

Kulturstaatssekretär Tim Renner und Vertreter der Berliner Kunst- und Kreativszene wollen am Mittwoch, 18. Februar ab 19.30 Uhr im Radialsystem, Holzmarktstraße 33, 10243 Berlin gemeinsam mit allen olympisch Interessierten in einem öffentlichen Brainstorming Ideen und Vorschläge für Olympischen Spiele in Berlin zusammen tragen.

Als Grundlage dient ein Thesenpapier, das in einer ersten Runde mit interessierten Künstlern, Kreativen und Machern erstellt wurde und das wir Ihnen zur Lektüre beilegen.

Die Ergebnisse werden in einem Manifest formuliert, das als Diskussionsangebot für Gespräche mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) dienen soll.

Wir würden uns freuen, Sie zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Im Anschluss, ab ca. 21 Uhr, haben Sie Gelegenheit mit den Beteiligten ins Gespräch zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Kolodziej

Thesenpapier

Die Welt verändert sich. Olympia auch. Liebe Welt, hier ist unser Vorschlag: #OlympiaGehtAuchAnders

Olympia 2024

2024 – Wie sieht die Welt dann eigentlich aus? Und wie die Olympischen und Paralympischen Spiele? Welche Rolle spielen dann noch Nationalstaaten? Welche Sportarten sind „Trend“, welche schon etabliert, welche vergangen? Wo werden die Rekorde aufgestellt? Bei den Olympischen Spielen oder bei den Paralympics? Und wer sind die Olympiasieger von 2024…?

Olympia in Berlin

1936 wurde die Olympische Idee in Berlin missbraucht. Wir tragen daher eine besondere Verantwortung. Wir wollen wieder zu den Wurzeln der Spiele zurückkehren und daraus ein demokratisches Fest der Jugend und der Völkerverständigung machen.

Heute ist Berlin eine junge und internationale Stadt, der Vielfalt, der Freiheit, der unterschiedlichen Religionen, Weltanschauungen und Lebensentwürfe. Der Olympische und paralympische Gedanke wird hier schon gelebt. Berlin ist auch eine Stadt, die sich Gedanken macht, über die Schere zwischen Arm und Reich, über Gentrifizierung, über nachhaltiges Leben, …

Wenn Olympia nach Berlin kommt, dann wollen wir nicht bespielt werden, sondern mitspielen: mit unserer Kreativität, mit unserer Vielfalt, mit unseren Fragen.

Wir wollen die Spiele, wenn…

… wir nutzen, was schon da ist und dabei die ganze Stadt mit einbeziehen: Olympiastadion, Fernsehturm, Tempelhofer Feld, Industrieanlagen von Schöneweide… denn Großbaustellen haben wir schon genug. Und die Funktionäre des internationalen Sports laden wir zum Couchsurfing bei Berlinerinnen und Berlinern ein.

… sie nachhaltig sind: Ausdauersportler treiben Dynamos an, wer mit dem Flugzeug anreist, pflanzt einen Baum und für alle Neubauten gibt es sinnvolle Nachnutzungskonzepte.

… alle dabei sind, am Startblock und auf der Tribüne: vom staatenlosen Olympioniken, zur Kleinfamilie aus Marzahn. Deshalb braucht es bezahlbare Tickets – auch für die Menschen vor Ort! Leere Stadien wird es in Berlin nicht geben. Obdachlose werden nicht aus der Stadt gedrängt, sondern gehören ins Stadion eingeladen.

… moderne Sportarten olympisch werden: Rallycross, Parcours, Streetball, Skaten, BMX, E-Games, Bouldern, Slacklining… und Kunst natürlich auch: Gold, Silber und Bronze für Poesie in der U-Bahn, Graffitis an Hausfassaden und Streetdance in den Bezirken. Denn Kunst formt den Geist und der Geist formt den Körper.

… jedes Berliner Schulkind von heute die Chance bekommt, 2024 Olympiasieger zu werden – durch einen Sporthallenfonds und die Förderung von Sportvereinen.

…Transparenz und Bürgerbeteiligung keine Werbeslogans sind, sondern auch gelebt werden. Vom Bewerbungsverfahren über Beteiligungen für “Olympia im Kiez” bis zu den Fragen von Kosten und deren Finanzierung. …die Kreativen der Stadt die Ästhetik der Spiele gestalten: von der Bildsprache bis zur Kunst am Bau.

… Olympia als Chance für unsere ganze Stadt verstanden wird.