Markierung „Fontanepromenade 15“ ist öffentliche Aufgabe

Pressemitteilung vom 03.05.2018

Dem Senat des Landes Berlin ist eine sichtbare Stärkung des Themas NS-Zwangsarbeit wichtig, entsprechend hat dieses Thema Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden. Zur Umsetzung dieses Auftrages hat das Abgeordnetenhaus von Berlin für den Doppelhaushalt 2018/2019 beim Ansatz der Stiftung Topographie des Terrors/Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit jährliche Projektmittel in Höhe von 50.000 Euro veranschlagt – mit dem Ziel, insbesondere Kooperationsprojekte zum historischen Ort Fontanepromenade 15 zu ermöglichen.

Zwischen 1938 und 1945 befand sich in der Fontanepromenade 15 die „Zentrale Dienststelle für Juden“ des Berliner Arbeitsamtes. Etwa 26.000 Berliner Juden wurden von hier aus in Berliner Betriebe zur Zwangsarbeit genötigt – der geschlossene Arbeitseinsatz der Berliner Juden endete Ende Februar 1943 mit der “Fabrik-Aktion”, einer Razzia an den Orten der Zwangsarbeit, die zur Deportation von 11.000 Zwangsarbeitern und tausenden anderer Berliner Juden in die Vernichtungslager führte.

Erste Schritte zur Umsetzung des Auftrages führten zu Verhandlungen über eine mögliche Anmietung der noch verfügbaren ca. 55 m² Büroflächen im Erdgeschoss und von ebenfalls ca. 55 m² im Untergeschoss des Gebäudes Fontanepromenade 15. Im Ergebnis werden diese Flächen jedoch nicht angemietet, da sie für eine Nutzung als öffentlicher Erinnerungsort mangels Barrierefreiheit und mangels Kapazität, einschließlich der sanitären Anlagen, nicht geeignet sind.
Der Eigentümer ist nach seiner Bauinvestition zudem gebunden, die Flächen an einen umsatzsteuerpflichtigen Mieter zu vergeben; damit scheidet die Stiftung Topographie des Terrors aus.

Der Eigentümer ist jedoch bereit, – in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Kultur und dem Bezirksamt Friedrichshain Kreuzberg – das Vestibül des Hauses an ausgewählten Tagen im Jahr für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Stiftung Topographie des Terrors und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit sind nun beauftragt, in enger Abstimmung mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, im Rahmen der verfügbaren Mittel Maßnahmen für eine öffentliche, informative Markierung des Ortes sowie Möglichkeiten zur Bildungsarbeit zu entwickeln unter Einbeziehung der verschiedenen örtlichen Initiativen zur Fontanepromenade 15.