Berliner Gedenktafel für Carola Neher

Pressemitteilung vom 05.12.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Senatsverwaltung für Kultur und Europa enthüllt am Donnerstag, dem 7. Dezember 2017, um 13.30 Uhr am Fürstenplatz 2 in 14052 Berlin eine Gedenktafel zu Ehren der Schauspielerin Carola Neher.

Veranstalter sind die Senatskulturverwaltung und das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. Es spricht Kultursenator Dr. Klaus Lederer, die Laudatio hält Prof. Erdmut Wizisla, Leiter des Bertolt-Brecht-Archivs an der Akademie der Künste Berlin.

Die Schauspielerin Carola Neher (1900-1942) wurde 1929 als „Polly“ in Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ berühmt. Die Schauspielerei hatte sich die Tochter eines Musiklehrers und einer Wirtin selbst beigebracht. Ihren ersten Erfolg feierte Neher 1925 mit der Uraufführung des Stücks „Der Kreidekreis“, das ihr erster Ehemann und Schriftsteller Klabund (Alfred Henschke) geschrieben hatte. Neher galt als eine Stilikone ihrer Zeit: „Wir Schauspielerinnen sind erst auf der Bühne in unserem Element – wir stolpern nur im Leben.“ Weil Neher der KPD nahestand, verließ sie Deutschland 1933. Im Moskauer Exil wurde sie 1937 in einem Schauprozess zu zehn Jahren Haft in einem Arbeitslager verurteilt. Carola Neher starb fünf Jahre später im GULag.