Klaus Lederer: „Berliner Museen freuen sich über weiteren Besucherzuwachs“

Pressemitteilung vom 05.04.2017

Die landesgeförderten Berliner Museen und Gedenkstätten blicken auf ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr zurück. Mit fast 9 Millionen Besucherinnen und Besuchern konnten sie 2016 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von knapp 100.000 verzeichnen.

Kultursenator Dr. Klaus Lederer dazu: „Der Besucherzuwachs des vergangenen Jahres führt uns erneut vor Augen, wie wichtig die Vielseitigkeit der Berliner Museumslandschaft ist. Es ist ganz offensichtlich nicht so, dass alle Welt nur in die großen Museen in der Mitte der Stadt strömt. Gerade auch kleine Museen werben erfolgreich Projektmittel ein, um besondere Sonderausstellungen zu realisieren und mit kulturellen Bildungsprogrammen neue Zielgruppen zu gewinnen. Da mir sehr wichtig ist, dass sich unsere Kulturinstitutionen der diversen Gesellschaft immer weiter öffnen und Barrieren auch bei Menschen abgebaut werden, für die ein Museumsbesuch nicht unbedingt zur Freizeitgestaltung dazugehört, freue ich mich sehr über diese Entwicklung und will sie mit meiner Kulturpolitik auch weiter befördern .“

Tatsächlich machten in diesem Jahr insbesondere die kleineren landesgeförderten Kunstmuseen von sich reden. Im Brücke Museum wuchsen die Besucherzahlen vor allem durch die sehr gut besuchte Sonderausstellung zu Emil Nolde etwa um 55 Prozent.

Auch das Bröhan-Museum, das Bauhaus-Archiv, das Kolbe Museum und das Werkbundarchiv – Museum der Dinge legten deutlich zu. Das Deutsche Technikmuseum begrüßte im Jahr 2016 insgesamt 626.474 Besucherinnen und Besucher. Dies ist ein beachtliches Ergebnis, da das Zeiss-Großplanetarium und die Archenhold-Sternwarte seit Mitte 2016 nicht mehr Teil der Stiftung Deutsches Technikmuseum sind.

Wie schon 2015 mussten die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz leichte Verluste bei den Besucherzahlen hinnehmen. Die Grundsanierung des Pergamonmuseums und der Neuen Nationalgalerie bewirkten einen leichten Rückgang von 4 Prozent, den die anderen Häuser ausgleichen konnten. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ist von Baumaßnahmen betroffen. Dass sich die Besucherzahlen dennoch mit einem nur geringen Minus von 7,5 Prozent behaupten konnten, unterstreicht die Attraktivität des Gesamtangebots.
Wie bereits in den Vorjahren wiesen die Berliner Gedenkstätten und Dokumentationszentren gerade viele Besucherinnen und Besucher auf. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der DDR-Vergangenheit interessiert nach wie vor besonders auch junge Menschen aus dem In- und Ausland: Insgesamt knapp 3,1 Millionen Besucherinnen und Besucher (130.575 mehr als im Vorjahr) nahmen die vielfältigen Angebote an.

Kultursenator Dr. Klaus Lederer sieht in dieser Entwicklung auch ein positives Signal für das gesellschaftliche Klima in Deutschland und Europa: „Die Berliner Gedenkstätten und Erinnerungsorte schreiben eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Einige von ihnen stoßen in Spitzenzeiten deutlich an ihre kapazitären Grenzen, weil man in den Gründungsjahren bei weitem nicht mit einer solchen Nachfrage gerechnet hatte. Ich fühle mich bestätigt, kulturpolitisch ein besonderes Augenmerk auf die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte zu legen. Und angesichts erstarkender populistischer Tendenzen in Europa stimmt mich das große Interesse insbesondere jüngerer Besucherinnen und Besucher für die Zukunft optimistisch.“

Übersicht Museumsbesucher in 2016

PDF-Dokument (115.9 kB) - Stand: April 2017