Direkt zum Inhalt der Seite springen
Karl Oswald

Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Staatsanwaltschaft

Oberstaatsanwältin Ines Karl ist Berlins erste Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Staatsanwaltschaft.

Schwule, lesbische, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Opfer homophober Hasskriminalität können sich ab sofort direkt an sie wenden.

Sie nimmt Anliegen, Beschwerden, gegebenenfalls auch Strafanzeigen auf und stellt den Kontakt zu den zuständigen Staatsanwälten, der Polizei und den privaten Hilfsorganisationen her.

Frau Karl wird vertreten durch Herrn Staatsanwalt Markus Oswald.

Kontaktdaten

Telefon: 030 / 9014 - 2697 (Ines Karl)
030 / 9014 - 5889 (Markus Oswald)
E-Mail: lsbt@sta.berlin.de


Seit 2012 ist die Staatsanwaltschaft Berlin Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. In dieser Funktion steht sie denjenigen Menschen zur Seite, die Opfer oder Zeugen homophober Straftaten geworden sind. Sie folgt damit dem Vorbild der Berliner Polizei, die hierfür bereits vor 22 Jahren eine eigenständige Stelle eingerichtet hat.

Die Begriffe ‚gleichgeschlechtliche Lebensweisen’ und ‚homophobe Straftaten’ beziehen sich freilich nicht bloß auf Delikte gegen Lesben und Schwule – auch wenn schwulenfeindliche Straftaten in Berlin zahlenmäßig den Schwerpunkt ausmachen. Vielmehr ist unter dieser vereinfachenden Sammelbezeichung jede Form von vorurteilsmotivierter Kriminalität zu verstehen, die sich gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität oder Orientierung richtet, also insbesondere aufgrund ihrer Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität, aber auch wegen jeder anderen queeren oder sonstigen nicht-heteronormativen Lebensweise (LSBTTIQ*).

Innerhalb dieser Communities ist die Bereitschaft, Straftaten anzuzeigen, erwiesenermaßen signifikant geringer als außerhalb. Die Gründe hierfür sind vielfältig, meist spielen Angst und Scham eine Rolle, oft bestehen aufgrund der Geschichte der Verfolgung homosexueller Männer oder der gegenwärtigen Strukturen und weiteren Aufgaben der Strafverfolgungsbehörden auch Vorbehalte. Rechtsfreie Räume und daraus folgende Gefahren für Bewohner oder Gäste dieser Stadt sind aber nicht akzeptabel. Um diesen Besonderheiten deshalb Rechnung zu tragen und eine Grundlage für eine Kooperation der Community mit den Strafverfolgungsbehörden zu schaffen, wurde – maßgeblich durch den beherzten Einsatz von Justizsenator Heilmann und Staatssekretär Straßmeir – die Stelle der Ansprechpartnerin, derzeit wahrgenommen durch Oberstaatsanwältin Ines Karl und deren Vertreter Staatsanwalt Markus Oswald, geschaffen.

Im Wesentlichen engagiert sich die Staatsanwaltschaft Berlin dabei in drei Bereichen:

Erstens werden in enger Zusammenarbeit mit der Polizei alle zugeordneten Fälle homophober Straftaten ausschließlich von den Staatsanwältinnen und Staatsanwälten der Abteilung 284 bearbeitet, und zwar spezialisiert, konzentriert und opferorientiert. Das Spektrum reicht dabei von der Anzeigenaufnahme über den Abschluss des Ermittlungsverfahrens durch Beantragung eines Strafbefehls oder Anklageerhebung bis hin zur Teilnahme als Sitzungsvertreterin an der Hauptverhandlung. Währenddessen werden die Opfer sowohl über jeden wesentlichen Verfahrensschritt als auch über den Ausgang des Verfahrens zeitnah informiert und können sich jederzeit mit Fragen an ihre Ansprechpartner wenden.

Zweitens ist die Abteilung 284 auch über die bloße Strafverfolgung hinaus Ansprechpartnerin innerhalb und außerhalb der Behörde. Dafür wurden die zentrale E-Mail-Adresse lsbt@sta.berlin.de und die zentrale Telefonnummer 030/9014-2697 eingerichtet. Staatsanwalt Markus Oswald ist unter der Telefonnummer 030/9014-5889 erreichbar. Zudem ist eine eigene Facebook-Präsenz in Planung. Inzwischen gehen wöchentlich etwa zehn Mails und ebenso viele Anrufe – vereinzelt sogar aus dem Ausland – bei der Staatsanwaltschaft Berlin ein. Haben Anfragen keinen strafrechtlichen Bezug, werden die Anfragenden an andere Partner innerhalb der Community weitergeleitet.

Die Staatsanwaltschaft Berlin wirkt drittens an einer Vernetzung innerhalb der Community durch Öffentlichkeitsarbeit und die Teilnahme an Veranstaltungen mit. So arbeitet die Behörde eng mit den polizeilichen Ansprechpartnerinnen und dem Verein lesbischer und schwuler Polizeibeamter (VelsPol) Berlin-Brandenburg zusammen. Sie bietet gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) und dem schwulen Antigewaltprojekt maneo regelmäßig Beratungsgespräche zu unterschiedlichsten Themen an. In anderen Vereinen stellt sie sich vor und will zu einem Abbau von Ressentiments beitragen.

Europaweit ist die Staatsanwaltschaft Berlin damit derzeit die einzige Staatsanwaltschaft, die besonderen Bedürfnissen der queeren Community Rechnung trägt und diese Aufgabe mit hoher Sensibilität und geschärfter Aufmerksamkeit wahrnimmt. Dafür wurde die Staatsanwaltschaft Berlin im Jahr 2013 von der zum Europarat gehörenden European Commission Against Racism And Intolerance positiv gewürdigt.

An einer Kooperation oder einem Austausch von Erfahrungen sind wir jederzeit interessiert.
Ines Karl und Markus Oswald

Kontakt

Senatsverwaltung
für Justiz und
Verbraucherschutz

Salzburger Straße 21-25
10825 Berlin
- Schöneberg
Stadtplan

Tel.: (030) 9013 - 0
Fax: (030) 9013 - 2000

Kontaktformular

behindertengerechte Zugänge

Durchstarten mit der Justiz

Durchstarten mit der Justiz

Datenschutz

vertrag digital_teas

"Smarte Bürger für Smart City Berlin" - die Mitmach-Kampagne der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz und der Technologiestiftung Berlin

Hilfe im Streitfall

Containerbild Schlichten In Berlin Ii

Erwerb von Immobilien

Schutz vor Schrottimmobilien

Kriterien zum Kauf einer Eigentumswohnung als Kapitalanlage

Hundegesetz-Forum

BelloDialog Logo

Bürgerbeteilung - Kommentare abgeben und ansehen