Landeskommission Kinder- und Familienarmut

zwei Kinderhände halten einander

Die Zahl der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen ist in Berlin sehr hoch. Fast jedes dritte Kind lebt in einer Familie, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Finanzielle Armut kann dabei unterschiedliche negative Folgen haben: Beispielsweise für die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen, aber auch ihre Gesundheit oder die Teilhabe an sozialen Aktivitäten.

Damit künftig weniger Familien von Armut betroffen sind und Kinder und Jugendliche gute Startbedingungen vorfinden, wurde im April 2017 eine Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut eingerichtet. Ziel der Landeskommission ist es, eine gesamtstädtische Strategie zur Verbesserung der Lage von armutsgefährdeten Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Berlin zu entwickeln.

Die Landeskommission arbeitet ressortübergreifend unter dem Vorsitz der Staatssekretärin für Jugend und Familie, Sigrid Klebba. Andere Senatsverwaltungen, Vertretungen aus den Berliner Bezirken sowie zahlreiche weitere Akteure, wie die Landesarmutskonferenz, die LIGA der Wohlfahrtsverbände, der Berliner Beirat für Familienfragen und die Regionaldirektion der Bundesanstalt für Arbeit sind in der Landeskommission vertreten.

Der Senat von Berlin hat im August 2021 die von der Landeskommission erarbeitete gesamtstädtische Strategie, die Teil des ersten Berichts zur Prävention von Kinder- und Familienarmut ist, beschlossen. Die Strategie besteht aus zwei Teilen:
  • Ein umfassendes kindzentriertes Zielesystem und
  • fünf strategischen Leitlinien.

Die Strategie bezieht sich auf zentrale Handlungsfelder, die den Rahmen für ein gutes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen bilden: Teilhabe, Bildung, Gesund aufwachsen und Materielle Versorgung. Die strategischen Ziele und die Handlungsziele geben Orientierung für das Handeln und machen deutlich, was getan werden muss. Die Leitlinien konkretisieren den Umsetzungsprozess, der im nächsten Schritt folgen soll. Gemeinsam stellen diese beiden Hebel zum einen die übergeordnete Orientierung sicher und zum anderen definieren sie einen stabilen und verbindlichen Rahmen für die Ausgestaltung und Umsetzung vor Ort. Mit dem Beschluss des Senats geht die Landeskommission in die nächste Arbeitsphase. Im Mittelpunkt steht der Auf- und Ausbau von Integrierten kommunalen Strategien: ein bedarfsgerechtes Angebot an Unterstützung für Familien vor Ort.

Der “Bericht der Landeskommission mit der gesamtstädtischen Strategie” wird begleitet von einer Expertise des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS), in dem Befunde zu Armutslagen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien dargestellt sind.

Dokumente zur Politik gegen Kinder- und Familienarmut

Berlin aktiv gegen Kinderarmut – Erster Bericht der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut

Der erste Bericht der Landeskommission zeigt über die Analyse von Daten und Befunden hinaus erstmals für Berlin eine umfassende gesamtstädtische Strategie für armutspräventives Handeln auf. Damit wird die Armutsprävention im Land Berlin neu geordnet. Fünf aufeinander abgestimmte Leitlinien geben dafür eine neue, stabile Basis. Das Zusammenspiel der einzelnen Handlungsfelder macht ein umfassendes und zugleich nachhaltiges Vorgehen möglich.

PDF-Dokument (4.2 MB) - Stand: 2021

Armutslagen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in Berlin - Expertise des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS)

Befunde zu Armutslagen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien dargestellt sind.

PDF-Dokument (4.8 MB) - Stand: 2021

Stärkung der Armutssensibilität. Ein Basiselement individueller und struktureller Armutsprävention für junge Menschen

Die Publikation von Gerda Holz thematisiert die Bedeutung von Armutssensibilität für eine wirksame Armutspräventionsarbeit. Sie bildet den Auftakt in der neuen Schriftenreihe der Landeskommission.

PDF-Dokument (723.7 kB) - Stand: 2021

Was brauchen Alleinerziehende? Spezifische Bedarfe von Alleinerziehenden in prekären Lebenslagen in Berlin

Die Landeskommission hat eine Studie in Auftrag gegeben, um mehr über die Lebensrealitäten und Bedarfe von Alleinerziehenden in prekären Lebenslagen in Berlin zu erfahren. Für die Studie wurden qualitative Interviews mit 15 Alleinerziehenden sowie mit Expertinnen geführt. Die Befragten benannten Unterstützungsbedarfe für die Kinderbetreuung, die Bewältigung gesundheitlicher Belastungen, die Integration in Arbeit und den Zugang zu finanziellen Unterstützungsleistungen. Außerdem wurde angemerkt, dass Ämter und Beratungsstellen häufig nicht sensibel für die Belange von Alleinerziehenden seien.

PDF-Dokument (1.4 MB) - Stand: 2019

Dokumente der Landeskommission

Strategische Ziele: Prävention von Kinder- und Familienarmut

PDF-Dokument (248.3 kB)

Alleinerziehende wirksam unterstützen

Stellungnahme der Landeskommission zur Verbesserung der Lebenssituation von Alleinerziehenden

PDF-Dokument (164.3 kB) - Stand: 9. November 2018

Familien brauchen ein bezahlbares Dach über dem Kopf

Stellungnahme der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut

PDF-Dokument (227.8 kB) - Stand: 4. Juli 2018

Vater mit einem Kinderwagen und ein Baby in den Straßen der Stadt zu Fuß

Familienpolitik

Berlin steht für Vielfalt – das gilt auch für Familien. Ob verheiratet oder alleinerziehend, als Patchwork- oder Regenbogenfamilie, im Wechsel erziehend oder mit mehreren Generationen unter einem Dach lebend. Familie bedeutet, dauerhaft Verantwortung füreinander zu tragen. Familienpolitik

zwei Kinderhände halten einander

Kinder-und Familienarmut

Schulden und Armut kommen in den besten Familien vor. Gesundheitliche Probleme, Trennung und Arbeitslosigkeit führen schnell zu finanziellen Schwierigkeiten. Manchmal reicht auch einfach der Lohn nicht aus, um über die Runden zu kommen. Kinder und Jugendliche sollen am wenigsten unter Armut leiden. Kinder-und Familienarmut

Münzen auf Puzzle

Finanzielle Leistungen

Eltern sorgen mit Liebe, Fürsorge und Zeit dafür, dass Kinder geborgen aufwachsen. Für ein gesundes Aufwachsen sollen Familien in allen Lebenslagen Förderung und Unterstützung erhalten. Finanzielle Leistungen sollen Benachteiligungen auffangen und Eltern bei ihrer Erziehungsleistung unterstützen. Finanzielle Leistungen