Frühe Hilfen im Kinderschutz

Schwangere Frau umfasst ihren Bauch mit den Händen
Bild: Cello Armstrong / Fotolia.com

Grundlage für das körperliche und seelische Kindeswohl

Vorsorge ist das beste Mittel, Kinder vor Gefährdungen für ihr Wohl zu schützen. Risiken, die im Alltag von Familien in belastenden Lebenslagen entstehen können, müssen frühzeitig erkannt werden. Diesen Familien soll von Anfang an eine verlässliche Hilfe und Begleitung angeboten werden. Frühzeitig bedeutet, die Eltern schon während der Schwangerschaft und besonders in den ersten Lebensjahren des Kindes zu unterstützen. In dieser Zeit zeigt sich, ob es gelingt, eine stabile Eltern-Kind-Bindung aufzubauen, die Grundlage für das körperliche und seelische Wohl des Kindes ist.

Die Bundesinitiative FRÜHE HILFEN setzt hier an. Bis Ende 2015 werden mit den Mitteln des Bundes regionale Netzwerke FRÜHE HILFEN/Familienhebammen als Teilbereich des Netzwerks Kinderschutz gestärkt. Nach Ablauf der befristeten Bundesinitiative wird der Bund einen dauerhaften Fonds einrichten, der zur Sicherstellung der Netzwerke FRÜHE HILFEN und der psychosozialen Versorgung von Familien dienen soll.

Erste Ansprechpartner für werdende Mütter und Väter

Diese Ansprechpartner stehen für ein vertrauensvolles Beratungsgespräch zur Verfügung und informieren auch über das Einlegeblatt für den Mutterpass, das gemeinsam mit der Schwangeren ausgefüllt werden kann. Das Einlegeblatt dient dazu, den Unterstützungsbedarf in schwierigen Lebenslagen oder Risikosituationen zu erkennen und möglichst frühzeitige Hilfen anzubieten.

Eine Schnittstelle zwischen den Hilfeangeboten des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe bildet die Familienhebamme. Sie kann die Familie in den ersten Monaten mit dem Baby begleiten und Kontakte zu weiteren Angeboten der Jugendhilfe vermitteln.

Weitere Ansprechpartner

  • Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung
    • Beratung ggf. Untersuchung bei ungewollter Schwangerschaft
    • Schwangerschaftskonfliktberatung
    • Vorsorgeuntersuchungen von nicht versicherten Schwangeren
    • Beratung und Begleitung im Zusammenhang mit pränataler Diagnostik
    • Soziale Beratung für werdende Mütter und Väter zu wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen
    • Beratung zum Unterstützungsangebot Aufsuchende Elternhilfe
    • Beratung und Untersuchung zu Fragen der Schwangerschaftsverhütung
    • Kostenübernahme von Verhütungsmitteln bei geringem Einkommen
    • Beratung in Fragen sexuell übertragbarer Erkrankungen sowie AIDS
      Beratungsstellen freier Träger
    • Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung
    • Familienplanung
    • Sozialberatung
    • Drogen-, Alkohol- und Suchtberatung
  • Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD)
    Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter nehmen den ersten Kontakt zu jeder Familie nach der Geburt eines Kindes auf, besuchen die Familien zu Hause nach der Geburt des ersten Kindes oder wenn Anzeichen eines Risikos vorliegen. In ärztlichen Sprechstunden können Kinder kostenlos vorgestellt, beraten und untersucht werden. Der KJGD führt ärztliche Untersuchungen der dreieinhalb- bis viereinhalbjährigen Kinder in den Kitas und Kindertagespflegestellen sowie Einschulungsuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U9 sowie J1) durch. Die Kinder- und Jugendgesundheitsdienste infomieren und beraten außerdem zu den Themen:
    • Versorgung eines Kindes,
    • Entwicklung eines Kindes,
    • persönliche, gesundheitliche und finanzielle Fragen,
    • Angebote und Kontaktmöglichkeiten im Bezirk.
  • Zahnärztlicher Dienst (ZÄD)
    Jedes in einer Kita oder Kindertagespflegestelle betreute Kind wird jährlich zahnärztlich untersucht. Außerdem wird in der Gruppe Prophylaxe zur Verhütung von Zahnerkrankungen und eine Ernährungsberatung durchgeführt. Im Zahnärztlichen Dienst können die Kinder im Rahmen von Projekten auf den späteren Zahnarztbesuch ohne Angst vorbereitet werden.
  • Aufsuchende Elternhilfe
    Als Bestandteil des Sozialen Frühwarnsystems in Berlin ist aufsuchende Elternhilfe ein ambulantes Angebot, das bereits vor der Geburt einsetzt. Es begleitet und unterstützt Erstgebärende in belastenden Lebenslagen, die aus Mangel an Erfahrungen, Kenntnissen oder Motivation bzw. aus Überforderung nicht in der Lage sind, sich die notwendige Hilfe zu organisieren. Sie dient der Stärkung der Elternkompetenz und wird von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in enger Zusammenarbeit mit Hebammen und Entbindungspflegern sowie Familienhebammen erbracht.