
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit der Berliner Ordnungsämter ist die Förderung von Sicherheit und Ordnung auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Grünanlagen. Die Dienstkräfte der Ordnungsämter tragen mithin zu mehr Sauberkeit des Lebensumfeldes bei und fördern somit die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld.
Die Erfahrungen seit Einrichtung der Ordnungsämter haben allerdings gezeigt, dass dieses Ziel eines sauberen und lebenswerten Kiezes nicht allein mit ordnungsrechtlichen Mitteln und Sanktionen erreicht werden kann. Vielmehr kann dies nur gelingen, wenn die Berliner Ordnungsämter mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, ansässigen Gewerbetreibenden und anderen Akteuren zusammenarbeiten und in konkreten Vorhaben kooperieren.
Auf lokaler Ebene gibt es hierzu bereits vielfältige Aktivitäten. Eine gezielte Verknüpfung des nachbarschaftlichen Engagements mit den Ordnungsämtern ist dagegen noch nicht ausreichend etabliert.
„ProBüPart“ baut auf diesen Erkenntnissen auf und zielt darauf ab im Rahmen der konsequenten Weiterentwicklung der Ordnungsämter die regionale Zusammenarbeit der Ordnungsämter mit stadtteilbezogenen Gremien der Einwohnerschaft und anderen Beteiligten (z.B. BSR, Polizeiabschnitte, Quartiersmanagement, ansässige Gewerbetreibende, Hundevereine, Schiedspersonen) zu evaluieren und zu stärken. Schwerpunkt ist das Themenfeld „Sauberkeit im Wohnumfeld“.
Das Projekt ist in drei Phasen unterteilt, die aufeinander aufbauen. Zunächst wurden 15 konkrete Kooperationsformen zwischen Ordnungsämtern, stadtteilbezogenen Gremien und weiteren Akteuren zum Thema „Sauberkeit im Wohnumfeld“ in vier Untersuchungsbezirken (Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln, Steglitz-Zehlendorf) analysiert. Das seitens der Senatsverwaltung für Inneres und Sport beauftragte Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V. hat in diesem Zusammenhang von März bis Oktober 2010 relevante Materialien zum Aufgabenspektrum und Leitbild der Ordnungsämter ausgewertet und 52 Interviews mit Leitungskräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Verantwortlichen von Bürgerinitiativen und weiteren Kooperationspartnern geführt. Die Ergebnisse dieser Evaluation wurden in einer Studie zusammengefasst, die die Selbstreflexion und Rollen der Ordnungsämter innerhalb der untersuchten Kooperationsformen beschreibt und maßgebliche Kriterien einer erfolgreichen Zusammenarbeit identifiziert (s. Anlage).
Um diese Kriterien in der Folge der Evaluation zu fördern, galt es konkrete Maßnahmen zu identifizieren und abzustimmen (Projektphase 2). Das Entscheidungsgremium des Projektes hat am 21.02.2011 die Durchführung bzw. Erprobung konkreter Maßnahmen beschlossen, die in erster Linie darauf abzielen