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Abteilung II - Verfassungsschutz

25.06.2009: Gründung der rechtsextremistischen Kameradschaft „Frontbann 24"

Seit den Verboten der „Kameradschaft Tor Berlin“ (KTB) und der „Berliner Alternative Süd-Ost“ BASO durch den Berliner Innensenator im Jahr 2005 tritt seit Ende 2008 in Berlin erstmals wieder eine relevante rechtsextremistische Kameradschaft in Erscheinung. Der Name „Frontbann 24“ bezieht sich auf eine gleichnamige Vorläuferorganisation der nationalsozialistischen „SA“, die im Jahr 1924 gegründet wurde.

Die Kameradschaft ist aus einer Abspaltung unzufriedener Mitglieder des NPD-Kreisverbandes 6 (Treptow-Köpenick) entstanden und hat ihren regionalen Schwerpunkt im Ortsteil Schöneweide. Inzwischen wurden weitere Ortsgruppen in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Neukölln gegründet. Bei den etwa 50 bis 60 Mitgliedern handelt es sich überwiegend um Personen im Alter von 30 bis 45 Jahren, die zu großen Teilen bereits einen rechtsextremistischen Vorlauf besitzen und zum Teil als gewaltbereit einzuschätzen sind.

Der rechtsextremistische Charakter ergibt sich neben den bewusst gewählten Bezügen zum historischen Nationalsozialismus in Namen und Symbolik (Wappen mit Reichsadler, Fahne mit schwarz-weiß-rotem Schriftzug) aus Flugblättern und Veröffentlichungen im Internet. Dort ist u.a. die Rede von einem „Leben unter einer Marionettenregierung, die vom Zentralrat der Auserwählten und Besatzern gesteuert wird“, von „zensierter Meinungsfreiheit“ sowie von einer „gezielte(n) Auslöschung der deutschen Kultur, Sitten und Gebräuche durch Überfremdung“.

In der Öffentlichkeit ist „Frontbann 24“ inzwischen bei mehreren rechtsextremistischen Demonstrationen und Mahnwachen wie z.B. bei dem so genannten Trauermarsch in Dresden am 14. Februar oder bei einer Demonstration zum 60. Jahrestag des Grundgesetz unter dem Motto „60 Jahre Lüge sind genug“ am 23. Mai in Luckenwalde aufgetreten. Teilweise waren die Mitglieder mit schwarzen Hemden mit dem Kragenaufdruck „24“ und Reichsadler auf der Brust uniformiert.

„Frontbann 24“ füllt offensichtlich eine „Bedarfslücke“ zwischen NPD und Autonomen Nationalisten. Ihr quasi-uniformiertes und überwiegend diszipliniertes öffentliches Auftreten grenzt sich vom Habitus der an linksextremistischen Vorbildern orientierten Autonomen Nationalisten deutlich ab. Frontbann 24 bedient damit einen zuletzt unerfüllten „Bedarf“ an kameradschaftsähnlichen Strukturen in Berlin.


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