Projektaufruf der Senatsverwaltung für Inneres und Sport für das Teilhabeprogramm 2020/2021

Mädchenfußball
Bild: adpic.de / Mautsch

Die Förderung richtet sich an Sportorganisationen, die nach § 3 des Sportförderungsgesetzes (SportFG) als förderungswürdig anerkannt sind und in der Transparenzdatenbank des Landes Berlin registriert sind.

Zielgruppen

Die zu fördernden Projekte sollen die Teilhabe an regelmäßiger Bewegung und Sport im Alltag ermöglichen bzw. erleichtern. Sie sollen so konzipiert sein, dass sie der Gesundheitsförderung der Teilnehmenden dienen und bzw. oder für die folgenden Zielgruppen gesellschaftliche Integrations- und Inklusionsprozesse initiieren, unterstützen oder verbessern.

  • Menschen mit Behinderung (im Sinne des § 4 Berliner Landesgleichberechtigungsgesetz)
  • Menschen mit Migrationshintergrund (im Sinne des § 2 Partizipations- und Integrationsgesetz des Landes Berlin)
  • ältere Menschen (im Sinne des § 2 Gesetz zur Stärkung der Mitwirkungsrechte der Seniorinnen und Senioren am gesellschaftlichen Leben im Land Berlin)
  • Mädchen und Frauen (alle Menschen mit einer weiblichen Identität)
  • LSBTIQ (Menschen mit homo- und bisexueller Orientierung oder trans- und intersexueller Identität sowie mit queerer Geschlechterrolle, Geschlechtsidentität bzw. Lebensweise)

Dabei werden Projekte gefördert, die Personen der Zielgruppen in bestehende Angebote des Berliner Sports integrieren oder spezifische Angebote für sie schaffen.

Ein Projekt, das der Gesundheitsförderung dient, muss die folgenden Eigenschaften besitzen, um berücksichtigt werden zu können:

  • Das Projekt muss die physischen und psychosozialen Gesundheitsressourcen der Teilnehmenden stärken.
  • Es muss sich um ein neues, regelmäßiges Angebot mit mindestens wöchentlicher Bewegungsmöglichkeit handeln.
  • In den Trainingseinheiten wird keine körperliche Maximalbelastung erwartet.
  • In den Projekten soll die Stärkung der Gesundheitskompetenz bei den Teilnehmenden verankert sein, z. B. Informationen über positiven Auswirkungen von regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung auf die Gesundheit.
  • Die Projekte sollen für Menschen geeignet sein, die bislang keinen aktiven Lebensstil pflegten.

Zielsetzung

Das Teilhabeprogramm orientiert sich an der Leitlinie der Sportmetropole Berlin „Berlinerinnen und Berliner treiben Sport – Vielfalt für Viele“. Deshalb sollen die geförderten Projekte mindestens einer der oben genannten Zielgruppen die Teilhabe an gesundheitsförderlicher Bewegung und Sport ermöglichen und damit zu ihrer (sozialen) Integration in die Gesellschaft bzw. zur Inklusion beitragen. Idealerweise soll erreicht werden, dass diese bislang unterrepräsentierten Gruppen eine andauernde Sportbeziehung aufbauen, dass sie – mit anderen Worten – regelmäßige körperliche Aktivitäten, Bewegung bzw. Sport zu einem Bestandteil ihres Alltags machen.

Förderfähige Vorhaben

Die aus Mitteln des Teilhabeprogramms geförderten Projekte sollen Menschen ansprechen, die bislang aus unterschiedlichen Gründen keinen oder keinen ausreichenden Zugang zu Bewegung und Sport fanden, beispielsweise weil ihr kultureller oder ethnischer Hintergrund, ihre Religion, ihr Alter, ihre finanzielle Situation, ihr Geschlecht oder auch ihre sexuelle Identität bzw. Orientierung Barrieren darstellten, die eine sportliche Teilhabe verhinderten.
Unter der Voraussetzung, dass das geplante Vorhaben mindestens eine der genannten Ziel-gruppen anspricht, sind prinzipiell förderfähig:

  • niedrigschwellige Bewegungs- und Sportangebote in Berlin (in sachlich begründeten Einzelfällen auch außerhalb, wenn die Teilnehmenden aus Berlin stammen)

Die Projekte können einjährig (2020) oder zweijährig (2020 und 2021) sein.

Förderfähige Ausgaben

Zuwendungsfähig sind insbesondere folgende projektbezogene Ausgaben:
  • Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche
  • Personalkosten
  • Honorare für freie Mitarbeitende
  • Sachkosten für Material (z. B. Sportgeräte, Sporttextilien)
  • Öffentlichkeitsarbeit (bspw. Werbe- und Druckkosten)
  • Mietkosten
  • Fahrt- und Transportkosten
  • Verwaltungskosten als Pauschale (maximal 5 % der zuwendungsfähigen
    Ausgaben) unter anderem:Telefon, Mobiltelefon, Internet, Porto, Internetseite, Kopierkosten, Büro- und Verbrauchsmaterial, Kontoführung, Personalverwaltung, Buchhaltung, Steuerberater, Organisationskosten

Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, soweit erhältlich, Sporttextilien und Sportmaterialien zu wählen, die ein Fairtrade- und ein Öko-Zertifikat bzw. ein vergleichbares Gütesiegel aufweisen.

Modellprojekt

Für die Haushaltsjahre 2020 und 2021 wird ein Träger für ein Modellprojekt zur Förderung von Sportangeboten für Seniorinnen und Senioren mit geringen finanziellen Möglichkeiten gesucht.
Es ist ein begleitender Projektarbeitskreis vorgesehen, an dem die Senatsverwaltung für Inneres und Sport sowie der Landessportbund beteiligt sind. Das Projekt soll zusammen mit dem Träger konzipiert werden. Auch wird der Arbeitskreis das Projekt über die gesamte Laufzeit begleiten. Für die Interessenbekundung als Träger wird ein gesondertes Formular bereitgestellt.

Zweistufiges Antragsverfahren und Auswahl der geförderten Projekte

Das Antragsverfahren ist zweistufig. In der ersten Stufe stellen interessierte Vereine und Verbände einen vereinfachten Antrag. Jeder einzelner Antrag wird nach den untenstehenden Kriterien bewertet und dann in eine Rangliste eingeordnet. Die Träger der am besten bewerteten Projektideen werden in der zweiten Stufe aufgefordert, ihre Angaben zu ergänzen. Der vollständige Antrag wird dann entsprechend geprüft und – wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind – positiv beschieden.

Projekte, die neben der sportlichen Teilhabe zum sozialen Zusammenhalt in der Stadt beitragen, werden mit Priorität gefördert. Dazu müssen die Projekte in einem der 13 Handlungsräume stattfinden, die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für die „Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative zur Stärkung sozial benachteiligte Quartiere“ festgelegt wurden.

Die Bewertung der eingegangenen Anträge erfolgt anhand der folgenden Kriterien:

  • zu erwartende positive Auswirkungen auf die Berliner Sportlandschaft unter Zugrundelegung der jeweiligen Ziele des zielgruppenspezifischen Steuerungskonzeptes (wie z. B.: Behindertenpolitische Leitlinien, Gesamtkonzept zur Integration und Partizipation Geflüchteter, Integrationskonzept für Berlin, Seniorenpolitische Leitlinien, Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm (GPR), Initiative “Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt”, Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung)
  • innovativer Inhalt und möglicher Modellcharakter
  • Eignung und Verlässlichkeit des Zuwendungsempfängers
  • Angemessenheit der Projektausgaben
  • Ausgewogenheit der Projekte in Bezug auf die definierten Zielgruppen
  • Nachhaltigkeit

Antragsfrist und Antragsunterlagen

Die Antragstellung zu Stufe 1 muss schriftlich jeweils bis zum zweiten Montag im Dezember (mit den eigenhändigen Unterschriften der zur rechtsgeschäftlichen Vertretung berechtigten Personen) bei der

Senatsverwaltung für Inneres und Sport
Abteilung Sport – IV C 1 -
Klosterstraße 47
10179 Berlin

unter Verwendung der auf der Internetseite erhältlichen oder telefonisch bestellbaren Antragsunterlagen erfolgen.

Über Anträge, die nach diesem Termin eingehen, entscheidet die Senatsverwaltung für Inneres und Sport laufend im Einzelfall, sofern noch nicht verplante Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.