Behindertensport

Zwei Läufer
Bild: ISTAF / camera4

Sport bietet Menschen mit Behinderungen die Gelegenheit zur besseren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sport schafft Gelegenheiten des Aufeinandertreffens, des gemeinsamen Erlebnisses und fördert Netzwerke zu Menschen in ähnlichen Lebenssituationen. Verschiedene Angebote in Vereinen, aber auch sportliche Events und die Erfolge der Athletinnen und Athleten mit Handicap tragen dazu bei, für den Behindertensport ein größeres Bewusstsein und viel Begeisterung zu entfachen.

Breiten- und Freizeitsport

Rohlstuhlball
Bild: BSBerlin / Tank

Die breitensportliche Entwicklung des Behinderten-Sportverbands Berlin e. V. ist beachtlich. So ist die Mitgliederzahl im Verband von knapp 7.000 im Jahr 2002 auf rund 25.000 im Jahr 2014 und weiter auf rund 28.000 Mitglieder in 2018 gestiegen. Insgesamt sind rund 200 Sportorganisationen im Verband organisiert. Damit ergeben sich für Menschen mit Behinderungen zunehmend mehr Möglichkeiten zur eigenen sportlichen Betätigung. Im Sinne der Inklusion und des Gesundheits- und Rehabilitationssports bietet der Verband auch Menschen, die von einer Behinderung bedroht sind, oder auch Menschen ohne Behinderung ein sportliches Dach.

Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen

Die Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen berät sowohl Menschen mit Behinderungen als auch Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen über Möglichkeiten und Chancen des Sports. Sie ist eine Einrichtung des Senats von Berlin, der Freien Universität Berlin und des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Die Informationsstelle hat deutschlandweit dazu beigetragen, Informationsdefizite für Sportler mit Behinderung zu beseitigen und ist eine wertvolle Hilfestellung für alle sportlich interessierten Menschen mit Handicap. Sie hat heute einen festen und wichtigen Platz nicht nur im Berliner Sport, sondern auch auf nationaler Ebene.

Jugend trainiert für Paralympics

Der Bundeswettbewerb JUGEND TRAINIERT FÜR PARALYMPICS ist ein Schulmannschaftswettbewerb, an dem sich inzwischen alle 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland beteiligen können.
Die ersten Pilotwettbewerbe JTFP fanden 2010 im Rahmen eines Probelaufs mit 9 Bundesländern statt. Seit 2012 wird auf Beschluss des Vorstandes der Deutschen Schulsportstiftung der Wettbewerb JTFP in Anlehnung an den Schulsportwettbewerb JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA (JTFO) jährlich für Schulmannschaften aller Bundesländer ausgeschrieben. Derzeit sind folgende Sportarten in das Programm JTFP integriert: Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Rollstuhlbasketball, Skilanglauf, Fußball. An den Bundesfinalveranstaltungen nehmen die jeweiligen Landessieger teil oder Schulen, die vom jeweiligen Kultusministerium direkt gemeldet werden. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Deutschen Schulsportstiftung, Zuwendung der Bundesländer, des DBS, der Sponsoren sowie einer Bundesförderung aus Sportfördermittel (BMI). Der Wettbewerb ist bei den Anstrengungen für die Inklusion derzeit Vorreiter: Die “Jugend trainiert für Olympia” und “Jugend trainiert für Paralympics” Wettbewerbe finden auch in diesem Jahr wieder gemeinsam statt.

Herausragende Sportveranstaltungen und paralympischer Spitzensport

Frau im Rollstuhl spielt Basketball
Bild: Dan Race / Fotolia.com

Auch im Sport für Menschen mit Behinderungen ist Spitzensport nicht ohne die Basis im Breitensport realisierbar, schaffen aber gerade die herausragenden Spitzenleistungen und die positive öffentliche Wahrnehmung einen wichtigen Anreiz für viele, selbst aktiv zu werden. Jedes Jahr finden in Berlin bedeutende Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen statt, von denen einige vom Land Berlin gefördert werden. So zum Beispiel in 2017 die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Schwimmen und die Europameisterschaft im Blindenfußball, sowie die jährlich stattfindenden German Open im Rollstuhltennis. Besonderer Höhepunkt im Jahr 2023 werden die Weltspiele der Special Olympics sein, die erstmals in Deutschland ausgetragen werden.

Die Berliner paralympischen Sportlerinnen und Sportler gehören zu den erfolgreichsten in Deutschland. Zu den erfolgreichsten Akteuren des Behindertensports in Berlin gehört beispielsweise Marianne Buggenhagen, die allein neuen Goldmedaillen bei Olympischen Sommerspielen errang und über 120 nationale und Internationale Titel gewann. Herausragende Erfolge konnten auch die Schwimmerin Daniela Schulte, der Leichtathlet Matthias Schröder oder die Rollstuhltennisspielerin Katharina Krüger verzeichnen.