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Lagebild Organisierte Kriminalität 2019 vorgestellt

Pressemitteilung vom 21.12.2020

56 OK-Verfahren mit insgesamt 432 Tatverdächtigen in Berlin. Hauptbetätigungsfelder nach wie vor Rauschgifthandel und -schmuggel.

Innensenator Andreas Geisel und Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik haben heute das Berliner Lagebild Organisierte Kriminalität 2019 veröffentlicht.
„Organisierte Kriminalität verursacht enorme wirtschaftliche Schäden und hat ein großes Bedrohungspotenzial für die Bevölkerung, weil sich vieles im Verborgenen abspielt“, sagte Innensenator Andreas Geisel anlässlich der Veröffentlichung. Die Lage zur Organisierten Kriminalität stellt die Beschreibung des Hellfeldes dar und bildet die Strafverfolgungsaktivitäten der Polizei Berlin sowie der in Berlin ermittelnden Bundesbehörden ab.
Im Jahr 2019 wurden 56 OK-Verfahren mit insgesamt 432 Tatverdächtigen in Berlin geführt.
OK-Tätergruppierungen verursachten im Jahr 2019 einen Schaden von rund 30,2 Millionen Euro. Kriminelle Erträge in der Höhe von rund 135,5 Millionen konnten nachvollzogen werden. Der Staat hat Vermögenswerte von rund 4,6 Millionen Euro vorläufig gesichert.
Berlins Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik sagte dazu: „Hauptbetätigungsfelder und wichtigste Einnahmequellen der OK-Gruppierungen in Berlin sind nach wie vor der Rauschgifthandel und -schmuggel sowie die Eigentumskriminalität. Innerhalb der Eigentumskriminalität stellt die internationale Kfz-Kriminalität das am häufigsten registrierte Betätigungsfeld der OK-Gruppierungen dar. Deshalb bekämpfen wir die OK nicht nur lokal, sondern ermitteln über die Grenzen hinaus in Kooperation mit anderen Staaten, verflechten unsere Erkenntnisse zu einem ebenso internationalen Netzwerk und holen auf dieser Grundlage zu nachhaltigen Schlägen aus.“
Im besonderen Fokus der Ermittlungsbehörden stehen kriminelle Angehörige aus ethnisch abgeschotteten Subkulturen („Clankriminalität“) und Gruppierungen der russisch-eurasischen OK (REOK). Elf OK-Verfahren sind der „Clankriminalität“ zuzuordnen. „Dies zeigt einmal mehr, dass die verstärkte und konsequente Bekämpfung dieser Strukturen auf allen Ebenen erfolgreich ist. Das erfordert aber Hartnäckigkeit und einen langen Atem der Ermittlerinnen und Ermittler“, betonte Innensenator Andreas Geisel.
Im Bereich der REOK wurden sieben OK-Verfahren geführt. Insbesondere tschetschenische Tätergruppierungen gewinnen immer mehr an Relevanz und zeichnen sich durch eine hohe Gewaltbereitschaft aus. Dazu sagte Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik: „Die Polizei Berlin betrachtet die dynamische Entwicklung dieser kriminellen Strukturen im Grenzbereich zwischen qualifizierter Bandenkriminalität und etablierter OK sehr aufmerksam und bekämpft sie mit aller Konsequenz.“

Auch wenn sie kaum noch im Stadtgebiet wahrgenommen werden, weisen die Tätergruppierungen, die der Rockerkriminalität zugerechnet werden – insbesondere die Outlaw Motorcycle Gangs (OMCG) – weiterhin ein hohes kriminelles Potenzial auf. Im Jahr 2019 wurden fünf OK-Verfahren gegen diese OK-Gruppierungen geführt.

Organisierte Kriminalität zeichnet sich nach wie vor durch einen starken internationalen Bezug aus. In 73,2 % der OK-Komplexe ist eine internationale Tatbegehung zu verzeichnen.
Insgesamt 35 OK-Verfahren weisen Bezüge in das Ausland auf. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit dem Ausland. Vor diesem Hintergrund kam es auch im Jahr 2019 zu Kooperationen und Vereinbarungen in Form von Joint Investigation Teams (JIT) und operativen oder gemeinsamen Ermittlungsgruppen.

Herausragendes Beispiel für die stetige Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit stellt das EU-geförderte Projekt „LIMES“ dar, das im Jahr 2019 beendet wurde. Die Polizei Berlin wird als Projektpartner an einem weiteren internationalen EU-geförderten Projekt im Bereich der internationalen Kfz-Kriminalität und russisch-eurasischer OK teilnehmen, das im Januar 2021 startet.

Das Lagebild OK 2019 ist abrufbar unter: https://www.berlin.de/polizei/_assets/aufgaben/anlagen-kriminalitaet/ok-lagebild-2019.pdf