„Berlin ist wieder ein Stück sicherer geworden“

Pressemitteilung vom 02.03.2018

Innensenator Andreas Geisel und der Direktor beim Polizeipräsidenten Michael Krömer stellen Polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2017 vor

Im Jahr 2017 wurden in Berlin 520.437 Straftaten registriert, das sind 48.423 weniger als 2016. Die Aufklärungsquote stieg um 2,2 auf 44,2%. Diese Zahlen nannte Innensenator Andreas Geisel bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2017 (PKS). Erneut konnte ein Rückgang bei den Raubtaten auf 4.242 in 2017 verzeichnet werden (5.156 in 2016). Beachtliche Rückgänge gibt es laut Innensenator Geisel bei fast allen Diebstahlsdelikten. „Das sind gute Nachrichten für die Berlinerinnen und Berliner. Weniger Taschendiebstähle, weniger Wohnraum- und Kellereinbrüche bis hin zu weniger Fahrraddiebstählen. Hier spüren die Menschen sehr direkt, dass Berlin wieder ein Stück sicherer geworden ist“, sagte Geisel.

Die Eigentumskriminalität hat mit 43,8 % immer noch den größten Anteil an der Gesamtkriminalität, sie liegt aber unter dem Wert der letzten vier Jahre. Besonders erfreut zeigten sich Innensenator und der Direktor beim Polizeipräsidenten Michael Krömer über die Rückgänge bei den Einbrüchen in Wohnungen und Häuser. Laut PKS liegen die Wohnraumeinbrüche mit 8.580 erfassten Fällen fast auf dem Niveau von 2008; bei einer gesteigerten Aufklärungsquote (von 7,8 % in 2016 auf 9,4% in 2017).
Dazu sagte Michael Krömer: „44,2 Prozent aller Tathandlungen endeten beim Versuch, so viele wie noch nie! Die Präventionsarbeit der Polizei zeigt Wirkung. Es ist sinnvoll, wenn Mieterinnen und Mieter sowie Eigentümerinnen und Eigentümer in die Sicherheit von Wohnungen und Häusern investieren.“

Beim Taschendiebstahl verzeichnet die PKS einen Rückgang um fast 40 %. Die Gründe dafür sind Ermittlungserfolge gegen reisende Täterbanden (wie auch beim Wohnraumeinbruch), eine verbesserte Zusammenarbeit mit der Justiz (spezielle Abteilung für die organisierte Kriminalität, mehr Haftbefehle und abschreckende Erstverurteilungen) sowie intensive Präventionskampagnen der Polizei.
Bei den Straftaten im ÖPNV sind ebenfalls die Eigentumsdelikte stark rückläufig (Taschendiebstahl -49,6%).

Innensenator Geisel zeigte sich erfreut über die positiven Trends der PKS 2017: „Polizeipräsenz zeigt Wirkung und sorgt für mehr Sicherheit in Berlin. Die guten Zahlen des Jahres 2017 sind aber kein Ruhekissen. Die Polizei Berlin muss Schritt halten mit dem rasanten Wachstum unserer Stadt. Deshalb ist die Personalgewinnung ein zentrales Thema für die nächsten Jahre. Die Polizei Berlin muss ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.“

Die PKS weist für 2017 eine Zunahme der gefährlichen Körperverletzungen im ÖPNV, auf Straßen, Wegen und Plätzen auf. Auch gab es mehr Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, darunter sind nicht nur Polizistinnen und Polizisten, sondern auch Rettungskräfte (Feuerwehr u. Rettungsdienste) sowie Justizvollstreckungskräfte. Zum 30. Mai 2017 wurde der Straftatbestand Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte (§ 114 StGB) eingeführt. Danach wird ein tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte auch bei „allgemeinen Diensthandlungen” wie einer Streifenfahrt mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

In der PKS 2017 sind auch mehr Sexualdelikte aufgeführt (+32%), was größtenteils auf die Änderungen im Sexualstrafrecht zurückzuführen ist. Am 10.11.2016 trat das Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung in Kraft. Die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren ist deshalb nicht gegeben. Im Zusammenhang mit Silvester 2017/2018 wurden 38 derartige Anzeigen registriert.

Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität (PMK) sank das gesamte Fallaufkommen gegenüber 2016 um 10%. Zugenommen haben die Fälle im Bereich der PMK rechts, wobei die Gewaltdelikte und auch die Angriffe auf Asylunterkünfte rückläufig sind (fast 50%). Propagandadelikte und die sonstigen Delikte, also Volksverhetzung, Sachbeschädigung und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten sind dagegen ansteigend.
Das Fallaufkommen PMK links ist insgesamt rückläufig (-16%). Insbesondere die Gewaltdelikte und die Sachbeschädigungen sanken im Jahr 2017. Von den 250 Gewaltdelikten ereigneten sich die meisten im Zusammenhang mit Demonstrationen.
Beim Phänomenbereich der politisch motivierten Ausländerkriminalität (ohne Islamismus) ist das Fallaufkommen mit dem Aspekt „ausländische Ideologie“ stark rückläufig (-45%). Insbesondere die Deliktsbereiche „Beleidigung/üble Nachrede/Verleumdung“ sind stark rückläufig (-81%), Nötigung und Bedrohung gingen um 50% zurück.
Delikte der politisch motivierten Ausländerkriminalität unter dem Aspekt der religiösen Ideologie stiegen hingegen insbesondere im Hinblick auf die Deliktsbereiche „Beleidigung/üble Nachrede/Verleumdung“ stark an (von 3 Fällen in 2016 auf 152 Fälle in 2017).

Innensenator Andreas Geisel und der Direktor beim Polizeipräsidenten Michael Krömer dankten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berliner Polizei. Die überwiegend guten Zahlen für 2017 seien das Ergebnis ihrer geleisteten Arbeit.
„Der tägliche Einsatz der Polizistinnen und Polizisten zahlt sich aus. Das ist das Beste was uns passieren kann. Berlin wird sicherer, und die Polizeibeamtinnen und -beamten spüren, dass ihre harte Arbeit Früchte trägt.“

Die PKS 2017, die PMK und die Definitionen der Phänomenbereiche finden Sie zum Download unter: http://www.berlin.de/sen/inneres/sicherheit/polizei/kriminalstatistiken-und-lagebilder/2017/artikel.651329.php