Henkel zur Sicherheit im Fußball: „Staat muss seine Kernaufgaben wahrnehmen – Rückzug wäre falsch“

Pressemitteilung Nr. 40 vom 04.08.2014

Berlins Innensenator Frank Henkel erklärt zur Debatte um einen reduzierten Kräfteeinsatz bei Fußballspielen und eine Kostenbeteiligung der Vereine an Polizeieinsätzen:

„Ich halte die Debatte, die einige SPD-Minister derzeit aufmachen, für brisant. Ich kann den Kollegen aus NRW durchaus verstehen, dass er seine Beamten anders einsetzen möchte. Aber ein Rückzug wäre falsch. Es muss sichergestellt werden, dass der Staat seine Kernaufgaben wahrnimmt.

In Berlin gibt es keine entsprechenden Pläne. Die Polizei prüft stets einen angemessenen Kräfteeinsatz bei Fußballspielen. Dazu braucht es kein Modellprojekt. Schon heute gilt, dass die Veranstalter grundsätzlich selbst für die Sicherheit in den Stadien verantwortlich sind. Aber es gibt Aufgaben im Umfeld der Stadien und auf den Wegen dorthin, die nur die Polizei wahrnehmen kann.

Ich kann es mir einfach machen und sagen: Die Vereine geben so viele Millionen für Spieler aus, dann sollen sie doch auch die Polizei bezahlen. Aber die Leute, die so etwas anführen, vergessen gerne, dass die Bundesligavereine auch Steuern zahlen. Und es ändert auch nichts daran, dass es keinen Ausstieg aus staatlichen Kernaufgaben geben darf.

Das ist eine ganz grundsätzliche Frage. Heute ist es der Fußball, was kommt als nächstes? Morgen schützen wir dann keine Demonstrationen mehr, und übermorgen sollen sich die Menschen selbst um Einbrecher kümmern? Berlin wird sich jedenfalls nicht aus seiner Verantwortung zurückziehen. Auch den Bremer Weg halte ich für falsch.”