IKT-Infrastruktur

IKT-Architektur

Alle wesentlichen Technologie-Ebenen der Berliner IKT-Landschaft müssen aufeinander abgestimmt werden und dürfen nur in diesem Gesamtzusammenhang auch weiterentwickelt werden. Endgeräte müssen kompatibel zu den darauf zu nutzenden Fachverfahren und diese wiederum kompatibel zu einer standardisierten IKT-Infrastruktur-Landschaft sein, für welche etwa identische IKT-Sicherheits-Richtlinien gelten. Zugleich müssen sich Fachverfahren einheitlich auf dem Serviceportal präsentieren und mit anderen Basisdiensten für E-Government (wie etwa dem Service-Konto Berlin, E-Payment oder der E-Akte) interagieren. Für den Betrieb erforderliche Infrastrukturen werden zentral vom ITDZ bereitgestellt und betrieben.

IKT-Staatssekretär Andreas Statzkowski hat auf der Basis des § 21 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 E-Government-Gesetz Berlin (EGovG Bln) am 31. August 2016 die IKT-Architektur der Berliner Verwaltung erstmalig festgesetzt und ein landesweit verbindliches IKT-Architekturmanagement eingeführt. Dadurch wird in Berlin ein verbindlicher Rahmen für verfahrensunabhängige IKT und damit auch ein Anforderungskatalog an die verfahrensabhängige IKT (Fachverfahren) – bis herunter auf die Versionsebene von Softwareprodukten – vorgegeben. Nur so kann die IKT-Architektur in ihrer Gesamtheit den eigentlichen Zweck der IKT (digitale Abwicklung von Geschäftsprozessen in den Verwaltungen durch den Einsatz von Fachverfahren sowie die Bereitstellung von Online-Diensten für Bürger und Unternehmen) optimal unterstützen.
Ziel ist es, die gesamte Rahmen-IKT um die Fachverfahren herum als „Block“ standardisiert und damit zueinander kompatibel bereitzustellen. Gestaltungsmöglichkeiten bestehen künftig im Wesentlichen nur noch in der Fachlichkeit eines Fachverfahrens.

Die Standards gelten in erster Linie für Neu- und Ersatzbeschaffungen sowie für umfangreiche Verfahrensmodernisierungen. Im Sinne der angestrebten landesweiten IKT-Standardisierung bedürfen Ausnahmen vom Standard der Zustimmung des IKT-Staatssekretärs (gem. § 20 Abs. 3 Satz 4 EGovG Bln) und werden nur in besonders begründeten Ausnahmefällen zugelassen.

Die Fortschreibung der IKT-Architektur erfolgt in einem standardisierten Verfahren durch das IKT-Architekturboard des Landes Berlin. Dieses stellt für künftige Veränderungen der IKT-Architektur im Rahmen der Gremienarbeit auch die Beratung des IKT-Staatssekretärs durch den neuen IKT-Lenkungsrat sicher (§ 22 Abs. 1 EGovG Bln).

Die aktuelle Festsetzung zur IKT-Architektur ist seit dem 01.09.2016 bis zum Erscheinen einer neueren Version gültig:

IKT-Architektur des Landes Berlin - gültig ab 01.09.2016

PDF-Dokument (662.9 kB) Dokument: SenInnSport / ITDZ-Berlin

IKT-Architekturliste des Landes Berlin - gültig ab 01.09.2016

PDF-Dokument (83.5 kB) Dokument: SenInnSport / ITDZ-Berlin

IKT-Betriebsprozesse

Die Berliner Verwaltung muss ihren Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft aber auch ihren eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern professionelle Dienstleistungen bei der Bereitstellung von Informations- und Kommunikationstechnik bieten.

Ein professioneller IKT-Service bietet seine Dienstleistungen zuverlässig und serviceorientiert mit angemessenen Kosten an. Der Erfolg einer guten IKT-Organisation hängt nicht nur vom Zusammenspiel der diversen technischen Komponenten und Softwaremodule ab, sondern insbesondere von standardisierten und zuverlässigen Prozessabläufen. Um das reibungslose Zusammenwirken zu gewährleisten, müssen die Ablaufprozesse im Fokus stehen.

In dem landesweiten Projekt „ProBetrieb“ wurde geprüft, ob prozessuale Abläufe, wie sie in der „IT Infrastructure Library (ITIL)“ beschrieben sind und sich in der Wirtschaft als De-Facto-Standard für die Schaffung optimierter IKT-Servicestrukturen etabliert haben, auch in der Berliner Verwaltung einsetzbar sind.

Das Projekt „ProBetrieb“ hat nicht nur die grundsätzliche Eignung des ITIL-Modells für die Berliner Verwaltung bestätigt sondern auch sechs wichtige Prozesse mit einer starken Kunden-, Service- und Prozessorientierung genauer untersucht und Regelungsbedarf, Rollenbeschreibungen und Mus-terprozessdiagramme zur schnellen Einführung in den Berliner Behörden sowie Indikatoren für die Erfolgsmessung beschrieben. Diese Betriebsprozesse sowie ein Manteldokument mit einer Darstellung der Grundprinzipien und der Zusammenhänge stehen zum Herunterladen zur Verfügung und dürfen an die Bedürfnisse der jeweiligen IKT-Organisation angepasst werden.

Standardisierter IT-Arbeitsplatz - BerlinPC

Bereits vor dem Inkrafttreten des Berliner E-Govenment-Gesetzes vom 30. Mai 2016 (GVBl. S 282ff) am 10. Juni 2016 war die Senatsverwaltung für Inneres und Sport beauftragt, einen standardisierten IT-Arbeitsplatz zu entwickeln und einzuführen sowie die technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu klären. Bisher war das Ziel auf die Bereitstellung einer ausreichenden Beschreibung aller wichtigen Funktionen und Prozesse des standardisierten IT-Arbeitsplatzes in einer dezentralen Ressorcenverantwortung ausgerichtet, so dass alle Beteiligten dezentral konkrete Vereinbarungen treffen können, wer welche Funktionen und Dienstleistungen bei der Bereitstellung eines IT-Arbeitsplatzes übernimmt.

Das EGovG Bln nimmt nunmehr direkten Einfluss auf die weitere Entwicklung und Nutzung des standardisierten IT-Arbeitsplatzes (BerlinPC).

Der BerlinPC ist ein wesentlicher Teil der verfahrensunabhängigen IKT.
Insofern wurde der BerlinPC als maßgeblicher Teil der IKT-Architektur des Landes Berlin verbindlich festgelegt (siehe oben) und wird vom zentralen IKT-Dienstleister ITDZ Berlin bereitgestellt.

Auf die bisher vorliegenden Ergebnisse zum standardisierten IT-Arbeitsplatz wird aufgebaut. Sie bilden die Grundlage für das zentrale Angebot des ITDZ für einen BerlinPC .

Folgende Ergebnisse liege vor:

  • Diverse Berichte an das Abgeordnetenhaus von Berlin
  • Diverse Beschlüsse des Staatssekretärsauschusses zur Verwaltungsmodernisierung
  • Anforderungskatalog an BerlinPC
  • Anforderungen, Varianten und Empfehlung zur Nutzung von Fachverfahren auf dem BerlinPC
  • Verschiedene Leistungsbeschreibungen (welche Leistungen in welcher Qualität enthält der BerlinPC)

Konsolidierung des Serverbetriebs

Nach einem vom Rechnungshof Berlin in Auftrag gegebenen Gutachten erfordert der derzeitige dezentrale Betrieb von Servern in der Berliner Verwaltung einen jährlichen finanziellen Aufwand von rd. 16 Mio. Euro. Die sich daraus ergebende Notwendigkeit zur Konsolidierung des Serverbetriebs wurde vom Senat am 20.12.2011 in den Richtlinien der Regierungspolitik deutlich hervorgehoben. Darin ist u. a. ausgeführt: „Die dezentrale Serverstruktur ist unwirtschaftlich und nicht zukunftsfähig und wird entsprechend der Vorgaben des Rechnungshofs harmonisiert.“

Im Auftrag des Senats und in Zusammenarbeit mit den Berliner Behörden wurde von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport ein Vorgehenskonzept zur Konsolidierung des dezentralen Serverbetriebes der Berliner Verwaltung erarbeitet, dass auf Basis belastbarer und verbindlicher Kennzahlen über mehrere Zwischenschritte eine transparente Konsolidierung vorsieht.

Mittels dieser Kennzahlen soll die Effizienz und Servicequalität des dezentralen und zentralen Serverbetriebs ermittelt und bewertet werden. Die Kennzahlen betrachten neben den Kosten u. a. auch Aspekte der benötigten Servicequalität, der IT-Sicherheit, der Energieeffizienz und der technischen Gestaltung des Servereinsatzes (Virtualisierung u. ä.).

Die Kennzahlen werden seit Juli 2013 von allen Behörden erfasst und in einem landesweiten Vergleich ausgewertet. Die Ergebnisse der Auswertung werden dem Senat laufend vorgelegt und dienten bisher als Basis für die Entscheidung über die nächsten Zwischenschritte zur Konsolidierung des Serverbetriebs.

Der Senat hat am 14. April 2015 ein abgestimmtes Vorgehensmodell zur Konsolidierung des Serverbetriebs beschlossen (Senatsbeschluss S-240/2015), indem Prozesse zur Angebotsanforderung für den Serverbetrieb im Rechenzentrum des ITDZ Berlin verbindlich vorgegeben wurden.

Aufgrund der mit dem E-Government Gesetz Berlin vom 30. Mai 2016 (GVBl. S 282ff) beschlossenen Abnahmeverpflichtung für die verfahrensunabhängige IKT gemäß § 24. Abs. 2 EGovG Bln ab dem 1. Januar 2018 wird sich der Prozess der Serverkonsolidierung merklich beschleunigen.
Das vom Senat im April 2015 beschlossenen Vorgehensmodell zur Konsolidierung des Serverbetriebs wird befristet bis zum Inkrafttreten der Abnahmeverpflichtung für die verfahrensunabhängige IKT am 1. Januar 2018 weiter angewendet.