Programm „Recht aufschlussreich“ der Landeskommission Berlin gegen Gewalt

Zusammenarbeit
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Die Programmagentur Rechtskundepaket wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Angesiedelt bei der Stiftung SPI (Sozialpädagogisches Institut Berlin „Walter May“), organisiert sie berlinweit Schulprojektwochen, die entsprechend des Programms „Recht aufschlussreich“ der Landeskommission Berlin gegen Gewalt durchgeführt werden.

Die Projektwochen ermöglichen Schülerinnen und Schüler der Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen, sich intensiv mit dem Rechtssystem am Beispiel des Jugendstrafrechts zu befassen. Anhand eines fiktiven Rollenspiels zu einer jugendtypischen Straftat werden verschiedene Stationen von der Tatbegehung bis zur Gerichtsverhandlung beleuchtet. Auf diese Weise erarbeiten sich die Jugendlichen die Grundlagen des Rechtssystems und die Aufgaben und Arbeitsweisen von beteiligten Institutionen wie Polizei, Jugendhilfe im Strafverfahren, Staatsanwaltschaft und Jugendgericht. Darüber hinaus lernen sie die möglichen Konsequenzen eines Ermittlungs- und Strafverfahrens sowie die Rechtsfolgen eines Urteils kennen. Die Schülerinnen und Schüler werden zudem bei der Akzeptanz geltender Rechtsnormen unterstützt, in ihrem Rechtsbewusstsein und ihrer Sozialkompetenz gestärkt und bekommen gewaltpräventive Verhaltensweisen vermittelt.

An den Projektwochen beteiligt sind Präventionsbeauftragte der Polizei Berlin, Jugendgerichtshelfer/innen, Rechtsanwälte/-innen, Staatsanwälte/-innen und Richter/innen. Allein im Jahr 2014 organisierte und finanzierte die Programmagentur Rechtskundepaket mit Hilfe von insgesamt 30 Projektwochenbegleiter/innen und der Unterstützung von 11 freien Trägern der Jugendhilfe rund 50 Rechtskunde-Projektwochen. Vierzehn weitere Projektwochen im Bezirk Berlin Mitte wurden von ihr organisatorisch unterstützt.
Die fachliche Aufsicht über die Programmagentur Rechtskundepaket liegt bei der Landeskommission Berlin gegen Gewalt. Kooperationspartner sind der Polizeipräsident in Berlin, die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, die Berliner Jugendämter, die Staatsanwaltschaft, der Berliner Anwaltsverein e.V. sowie Richter/innen.