Europäische und internationale Aktivitäten der Berliner Feuerwehr

Zwei Feuerwehrmänner planen am Tablet-Computer einen Einsatz
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Die Berliner Feuerwehr ist auf vielfältige Art und Weise europaweit und international in Kooperationen und Projekte eingebunden. Bspw. bestehen Arbeitsbeziehungen der Berliner Feuerwehr und der Rettungsdienst Akademie (BFRA) zur

  • CTIF – International Fire and Rescue Association,
  • FEU – Federation of European Fire Officers Unions,
  • EFSCA – European Fire Service Colleges Association.

Geplant sind Teilnahmen an verschiedenen Fachtagungen der genannten Organisationen und Institutionen sowie an einer internationalen Übung, der „SIREN 2016“ in Estland. Die BFRA unterstützt zudem europäische Austauschprogramme und konnte erneut Studierenden der Feuerwehrhochschule Warschau und der Feuerwehrakademie Estlands Praktika anbieten. Auch werden Dozenten der Feuerwehrschule Budapest an der BFRA ein Praktikum absolvieren. Daneben werden 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Feuerwehr im Rahmen des europäischen Austauschprogramms des Landes Berlin in 10 Europäischen Städten bei Feuerwehren und/oder Rettungsdiensten hospitieren.

Das EU-Verfahren für den Katastrophenschutz (EU-Katastrophenschutzverfahren)

Die Berliner Feuerwehr ist zudem am EU-Katastrophenschutzverfahren (EU Civil Protection Mechanism) beteiligt. 2001wurde zur gegenseitigen Unterstützung der teilnehmenden Staaten – sowohl Mitgliedsstaaten als auch Nichtmitgliedsstaaten der EU – in schweren Notfällen das Europäische Gemeinschaftsverfahren für Zivil- und Katastrophenschutz geschaffen. Mit dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon wurde durch die Europäische Kommission ab 2010 ein stabileres und wirksameres EU-Katastrophenschutzverfahren aufgebaut. Im Katastrophenfall soll bei Hilfsanforderungen von betroffenen Staaten rasch und wirksam Hilfe geleistet werden, indem speziell geschulte Expertenteams der teilnehmenden Staaten kurzfristig in die Katastrophengebiete entsandt werden. Vor Ort leiten und koordinieren diese dann die ausländischen Einsatzkräfte und beschaffen weitere Informationen zur Hilfeleistung. Funktionaler Kern des EU-Katastrophenschutzverfahrens ist das „Emergency Response and Coordination Centre“ (ERCC, ehemals „Monitoring and Information Centre“, MIC), das die Hilfsanfragen, auch von Staaten außerhalb der EU, an die teilnehmenden Staaten weiterleitet und koordiniert. Die Berliner Feuerwehr verfügt über mehrere ausgebildete Experten, die durch Auffrischungsseminare und Übungen in Einsatzbereitschaft gehalten werden.

Das Ausbildungsprogramm des EU-Katastrophenschutzverfahrens

Das Ausbildungsprogramm des EU-Katastrophenschutzverfahrens ist ein wesentlicher Bestandteil des Verfahrens, um Experten für internationale Katastrophenschutzeinsätze innerhalb sowie außerhalb der Europäischen Union zu schulen. Daneben dient es auch als Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung von nationalen Experten aus den teilnehmenden Ländern. Das Programm umfasst Schulungen, gemeinsame Simulationsübungen und ein Austauschprogramm.

Simulationsübungen

Die wachsende Komplexität der Aufgabe der Katastrophenhilfeexperten erfordert ein stetiges Üben, insbesondere bei großen Katastropheneinsätzen, wo es zahlreiche internationale Akteure und Organisationen zu koordinieren gilt, oder in Situationen mit zusätzlichen Herausforderungen, wie etwa bei Einsätzen in einem schwierigen politischen Umfeld. Die daher in verschiedenen europäischen Ländern unter wechselnden äußeren Bedingungen stattfindenden Simulationsübungen basieren auf unterschiedlichen Notfall-Szenarien, in denen die Teilnehmer ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in einem realistischen Rahmen anwenden und trainieren können. Berlin nahm 2014 durch einen Experten der Berliner Feuerwehr an der EU-Katastrophenschutzübung „Prometheus“ teil, bei der die Zusammenarbeit und Reaktionsfähigkeit der Mitgliedstaaten getestet wurde.