Digitalisierungshelden

Digitalisierungshelden

Portrait Dr. Holger Lemcke
Bild: Privat

Wir stellen Personen vor, die die Digitalisierung in ihrem Arbeitsbereich vorantreiben. Erfahren Sie in diesem Interview mehr von Dr. Holger Lemcke, Leiter des Steuerungsdienstes im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin. Der Bezirk hat sich für eine modulare Migration seiner Informations- und Kommunikationstechnik zum Dienstleister ITDZ entschieden. Die Alternative, die allen Verwaltungen ebenfalls offen steht, wäre eine vorgezogene Betriebsübernahme.

“Brückenbauer” erhöhen die Erfolgschancen

Herr Dr. Lemcke, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf ist Pilotbezirk bei der Migration der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zum ITDZ. Was genau bedeutet das denn?
Gemeinsam haben wir als Pilotbezirk mit der IKT-Steuerung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport und dem ITDZ Berlin ein Konzept für die Umstellung unserer bezirklichen Informations- und Kommunikationstechnik in eine neue technologische Umgebung entwickelt.
Diese Migration zum ITDZ setzen wir in Modulen um. Sie erfolgt stufenweise und bedarfsgerecht in einzelnen Elementen: erst die Netze, dann die Telefonie und anschließend der IKT-Arbeitsplatz. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass die sehr hohe Migrationskomplexität beherrschbar wird und die Betriebsverantwortung schrittweise an das ITDZ übergeht. Wir erhoffen uns von der IKT-Migration die Sicherstellung einer leistungsfähigen und modernen IKT. Letztlich haben wir erkannt, dass es aufgrund der wachsenden Komplexität von neuen IKT-Technologien sowie aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht sinnvoll ist, unsere IKT-Landschaft in bezirklicher Eigenregie zu modernisieren.

Welche Erfolgsfaktoren halten Sie für das Gelingen einer Migration für unerlässlich?
Meiner Ansicht nach ist die Unterstützung des gesamten Bezirksamtes, insbesondere des Bezirksbürgermeisters oder der Bezirksbürgermeisterin, sehr wichtig. Ein klares politisches Signal zur Umsetzung des E-Government-Gesetzes ermöglicht es den Führungs- und Fachkräften, neue Wege der Digitalisierung zu gehen und gegebenenfalls „alte Zöpfe“ abzuschneiden. Des Weiteren sollte meines Erachtens immer eine zentrale Organisationseinheit existieren, die die Rolle des „Brückenbauers“ übernimmt. In unserem Fall ist das der Steuerungsdienst. Jedes Migrationsprojekt hat nur dann eine hohe Erfolgschance, wenn dieser „Brückenbauer“ die unterschiedlichen Erwartungen und das unterschiedliche Wissen aller Beteiligten berücksichtigt. Ebenso ist es sehr wichtig, das Migrationsprojekt primär als ein Organisations- und Personalprojekt zu begreifen und nicht als ein Technikprojekt.