Bei einer Feierstunde am 23. November 2011 im Bärensaal der Senatsverwaltung für Inneres und Sport wurden wieder Bürgerinnen und Bürger gewürdigt, die sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr, den Hilfsorganisationen und dem THW engagieren.
Gegenwärtig sind ca. 3.000 Helferinnen und Helfer in den Hilfsorganisationen und bei der Berliner Freiwilligen Feuerwehr für den Katastrophenschutz im Land Berlin tätig. Von den ca. 1.500 Katastrophenschützerinnen und -schützern in den Hilfsorganisationen stellt das Deutsche Rote Kreuz mit ca. 760 Helfern mehr als 50 Prozent des benötigten Helferkontingents, jeweils ca. 15 Prozent der Helferinnen und Helfer werden vom Malteser Hilfsdienst, den Johannitern, und dem Arbeiter-Samariter-Bund gestellt. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft beteiligt sich personell neben ihrer Kernaufgabe Wasserrettung am Katastrophenschutz mit 5 Prozent. Der THW-Bundesverband meldet die stolze Zahl von 80.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für das gesamte Bundesgebiet, wovon 1.500 im Landesverband Berlin tätig sind.
Bund und Länder haben in den letzten fünf Jahren die technische Ausstattung der in den Ländern stationierten Katastrophenschutz-Einheiten festgelegt.
Auch die für Berlin denkbaren Szenarien mussten betrachtet werden. Alle Fachleute der Feuerwehr, der Hilfsorganisationen und meiner Verwaltung haben überlegt, mit welchen Kräften und Mitteln diese Szenarien bewältigt werden könnten. Das Ergebnis ist in eine novellierte Katastrophenschutzdienstverordnung eingeflossen, die vor kurzem erlassen wurde.
Bund und Land stellen demzufolge Technik in Form von Kraftfahrzeugen zur Verfügung und finanzieren den Unterhalt und einen Grossteil ihrer Ausbildung. Zur Bewältigung von angenommenen Katastrophen haben wir jeweils sieben Behandlungsplätze, Patiententransportzüge und Betreuungsplätze, sowie die Brandschutzeinheiten der Freiwilligen Feuerwehr für zweckmäßig und geboten erachtet. Es wird allen am Katastrophenschutz Beteiligten einige Anstrengungen abverlangen, diesen Versorgungsgrad für Berlin aufrecht zu erhalten. Die Verwaltung wird für die Beschaffung und den Erhalt der Technik die notwendigen Mittel aufbringen müssen.
Was die personelle Ausstattung der zur Verfügung stehenden Technik angeht, zählen wir auf Sie, die Verantwortlichen in den Hilfsorganisationen. Helfen Sie, neue Helferinnen und Helfer zu finden.
Noch zu selten werden insbesondere die Chancen eines interkulturellen Miteinanders wahrgenommen. Auch für den Berliner Katastrophenschutz ist es wichtig, Menschen mit Migrationshintergrund zu gewinnen.
Ein EU-weites Projekt – geleitet von der Berliner Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - hat sich das Ziel gesetzt, Konzepte zu entwickeln, um insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu motivieren. In dem Projekt arbeiten Partner aus Berlin, Wien, Amsterdam und Barcelona zusammen.
Ich möchte an dieser Stelle ganz besonders den daran beteiligten Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes danken, die durch ihre aktive und intensive Mitarbeit wertvolle Anregungen und Lösungsansätze in dieses Projekt einbringen.
Sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie mich zusammenfassend feststellen: Die Mitglieder der Hilfsorganisationen, des Technischen Hilfswerkes und der Freiwilligen Feuerwehren leisten mit ihrem kontinuierlichen und umfangreichen Engagement einen Beitrag dafür, die Sicherheit unserer Stadt zu gewährleisten.
Heute habe ich die Ehre und Freude, 229 Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt für besondere Verdienste um die Feuerwehr, den Rettungsdienst bzw. den Zivil- oder Katastrophenschutz mit dem Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Ehrenzeichen des Landes Berlin auszuzeichnen,
Die langjährig Tätigen erhalten diese Auszeichnung vor allem für die Kontinuität und Verlässlichkeit, auf die ihre Organisationen in den zurückliegenden Jahren zählen konnten. Sie haben Verantwortung übernommen und über lange Zeit gestalterisch bei der Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten mitgewirkt.
Ich wünsche mir und unserer Stadt, dass Sie auch weiterhin die Kraft und Motivation haben, ihre Arbeit fortzusetzen.
(Es gilt das gesprochene Wort.)