Gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten als Expertinnen und Experten in eigener Sache

Pressemitteilung vom 18.12.2018

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Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „ExpertInnen-Talk mit Geflüchteten in Berlin“ haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales heute die Ergebnisse von insgesamt acht monatlichen Treffen präsentiert. Etwa 190 geflüchtete Menschen, jetzt Neuberlinerinnen und Neuberliner, tauschten sich über eine qualitätsgesicherte Unterbringung, selbstbestimmtes Wohnen und eine gelingende Integration aus. Es ging in der Reihe um Themen wie Asyl, Leben in Unterkünften, Zugang zu Ausbildung, Arbeitsmarkt und Wohnung. Geflüchtete legten ihre Sichtweisen, Erfahrungen und Perspektiven bezüglich der Flucht aus der Heimat, des Ankommens in Deutschland und der gesellschaftlichen Integration in Berlin dar.

Die Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement zielt mit verschiedenen Formaten auf die vermehrte Beteiligung Geflüchteter an Vorhaben des Senats und möchte zu einer langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen Geflüchteter beitragen. Fortgesetzt wird das Experten-Forum mit einer Ausstellungsreihe im Jahr 2019 zu den Themen Flucht und Integration.

Außerdem führt die Koordinierungsstelle Flüchtlingsmanagement seit April 2018 ein Pilotprojekt zur Etablierung einer unabhängigen Beschwerdestelle in Flüchtlingsunterkünften durch. Die Idee zum Pilotprojekt wurde von einer engagierten Gruppe geflüchteter Frauen entwickelt: Entsprechend geschulte Menschen mit eigener Fluchterfahrung besuchen als Vertrauenspersonen verschiedene Unterkünfte, befragen Bewohnerinnen und Bewohner zu ihrer Situation und halten Beschwerde-Sprechstunden ab. Das Projekt wird wissenschaftlich von der Alice-Salomon-Hochschule begleitet und dient der Entwicklung einer unabhängigen Beschwerdestelle mit Peer-to-Peer-Ansatz und der Verbesserung von Qualitätsstandards in Flüchtlingsunterkünften. Im Jahr 2019 soll die zweite Phase des Pilotprojektes in neun Flüchtlingsunterkünften aus sechs Bezirken starten, die Erfahrungen und Bedarfe geflüchteter Frauen sowie von Kindern und Jugendlichen in den Blick nehmen wird. Fünf Unterkünfte aus vier Bezirken haben in der ersten Phase teilgenommen.

Senatorin Elke Breitenbach: „Die aktive Teilhabe Geflüchteter an Themen und Vorhaben, die sie elementar betreffen, ist mir ein besonderes Anliegen. Wir wissen um die zahlreichen Schwierigkeiten von geflüchteten Menschen in Unterkünften, bei der Arbeits- oder Wohnungssuche. Für mich sind die Perspektiven, Erfahrungen und Forderungen der Betroffenen selbst Teil der Lösung, die unser aller Unterstützung braucht.“

Leiterin Koordinierung Flüchtlingsmanagement Sybill Schulz: „Menschen mit Fluchterfahrung einbeziehen, Begegnungen und Diskussionen auf Augenhöhe ermöglichen, sollte unser Ansatz sein. Dadurch können Maßnahmen zielgruppenspezifisch und bedarfsgerecht zur Verbesserung ihrer Teilhabe und Integration entwickeln werden. Das Entscheidende dabei ist, nicht über, sondern mit den Neuberlinerinnen und Neuberlinern direkt zu sprechen.“

Maher Waked, teilnehmender Experte: „Zwischen Geflüchteten und Deutschen sollte es mehr Begegnung geben. Auch der Austausch mit Politik und Verwaltung ist bedeutsam und wir Geflüchtete können gute Berater sein. Mir ist wichtig, dass sich auch etwas ändert und nicht nur geredet wird.“

Weitere Informationen: www.berlin.de/koordfm/themen/qualitaetsmanagement/gremien-und-arbeitsgruppen/artikel.703555.php