Arbeitssenatorin Elke Breitenbach: „Arbeitsplatzvernichtung kann und darf nicht die Antwort auf wirtschaftlichen Erfolg sein!“

Pressemitteilung vom 30.11.2017

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach:

„Die Arbeitslosigkeit in Berlin befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig registrieren wir einen anhaltenden Anstieg an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Diese positive Bilanz wird zurzeit allerdings deutlich getrübt.

Berliner Siemens-Arbeiterinnen und -Arbeiter protestieren gegen einen sich ankündigenden Stellenabbau in Größenordnung, obgleich der Konzern Milliarden einfährt. Im Ledvance-Werk droht 220 Menschen der Jobverlust. Proteste richten sich gegen immer schlechter werdende Arbeitsbedingungen beim Online-Versandhändler Amazon. Und für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin ist es das Land Berlin, das eine Transfergesellschaft für den Bereich Boden finanziert, um die gekündigten Belegschaft aufzufangen und sie für eine künftige Beschäftigung zu qualifizieren.

Es sind immer und vor allem die Beschäftigten, die maßgeblich für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen sorgen. Arbeitsplatzvernichtung kann und darf deshalb nicht die Antwort auf wirtschaftlichen Erfolg sein! Im Gegenteil. Ich erwarte von den Berliner Unternehmen, dass sie sich ihrer unternehmerischen und sozialen Verantwortung stellen und durch gezielte Investitionen und kluge Strategien zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen. Auch in der Dienstleistungsmetropole Berlin bleibt die Industrie eine wichtige Grundlage für eine wirtschaftlich prosperierende und sozial zusammenhängende Stadt.

Es ist überhaupt kein gutes Signal, wenn in unserer wachsenden Stadt Beschäftigte auf der Strecke bleiben. Dagegen brauchen wir ein Beschäftigungswachstum, das durch Gute Arbeit getragen wird.“

Im November waren in Berlin insgesamt 160.332 Arbeitslose gemeldet. Das waren 2.327 weniger als im Vormonat und 10.542 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,5 Prozent. Sie lag damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat und um 0,7 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Im September 2017 waren 1.449.200 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 55.400 Personen mehr als im September 2016. Mit dieser Steigerung von 4,0 Prozent liegt Berlin 1,7 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Hinzu kommen noch all diejenigen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches gelten, weil sie an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.