Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: Flüchtlingskoordinatorin Sybill Schulz: Geflüchtete Frauen brauchen besonderen Schutz

Pressemitteilung vom 24.11.2017

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Sybill Schulz, Leiterin der Koordinierung Flüchtlingsmanagement in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales erklärt:

„Jede Frau hat das Recht auf ein Leben frei von Gewalt, Armut und Diskriminierung in unserer Gesellschaft. Dennoch erleben Frauen in Wirklichkeit häufig körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt. Diese Tatsachen dürfen nicht toleriert oder kleingeredet werden. Im Gegenteil: Gewaltschutzkonzepte für Frauen müssen konsequent umgesetzt werden.

Geflüchtete Frauen brauchen den besonderen Schutz der Gesellschaft. Sie haben schon auf der Flucht vielfältige Formen der Gewalt erfahren und sind oft traumatisiert. Doch auch in der neuen Heimat können sie Gewalterfahrung ausgesetzt sein. Der Schutz vor Gewalt, Zwangsverheiratung und Menschenhandel im gesamten gesellschaftlichen Umfeld hat oberste Priorität.

Gewaltschutz soll auch in den stadtweiten Unterkünften für Geflüchtete ein stärkeres Qualitätskriterium werden. Wir werden gemeinsam mit vielen Akteurinnen der Zivilgesellschaft, unter ihnen ehrenamtlich Engagierte und die Geflüchteten selbst, die Unterbringung von Geflüchteten qualitativ verbessern. Dabei werden beispielsweise bestehende Foren und Initiativen von geflüchteten Frauen in zukünftige Prozesse miteinbezogen. So soll geflüchteten Frauen der Zugang zu Jobs als Sicherheitsfachkräfte in den Unterkünften ebenso gewährt und männliches Sicherheitspersonal besser geschult und interkulturell sensibilisiert werden. Auch in den neuen Verträgen mit Betreibern von Unterkünften sollen eine gute Vernetzung mit Frauenberatungsstellen, Stadtteilzentren und Vereinen verankert werden. Zugangsbarrieren für Rat- und Schutzsuchende sollen minimiert und bedarfsgerechte Angebote noch stärker verbreitet werden.“

Sybill Schulz ist seit Oktober 2017 Leiterin der Geschäftsstelle Koordinierung Flüchtlingsmanagement in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Sie war zuvor als Geschäftsführerin des Berliner Familienplanungszentrums – BALANCE tätig. In ihrer neuen Funktion ist sie unter anderem für die Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung bei der Unterbringung von Geflüchteten im Land Berlin zuständig.