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Arbeitssenatorin Breitenbach: Wir brauchen mehr Gute Arbeit und wirksame Instrumente gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Pressemitteilung vom 29.09.2017

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen erklärt die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach:

„Der niedrige Stand der Arbeitslosigkeit in diesem Monat darf nicht über das grundlegende Problem hinwegtäuschen, dass die Beschäftigungsverhältnisse vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch immer prekär sind und nicht zum Lebensunterhalt reichen. Nach der jüngsten Studie der Hans-Böckler-Stiftung hat sich die Zahl berufstätiger Menschen, die trotz Arbeit unter die Armutsgrenze fallen, in Deutschland zwischen 2004 und 2014 mehr als verdoppelt. Damit muss endlich Schluss sein. Wir brauchen ein Beschäftigungswachstum, das durch Gute Arbeit getragen wird.

Wir brauchen auf Bundesebene dringend grundlegende arbeitsmarktpolitische Reformen. Es ist an der neuen Regierung, diese anzugehen. Zu Guter Arbeit gehört ein entsprechender Lohn: Der Mindestlohn muss angehoben werden. Prekäre Arbeitsverhältnisse wie Minijobs, von denen man nicht leben kann, müssen abgeschafft werden. Auch grundlos befristete Arbeitsverhältnisse gehören abgeschafft. Diese Maßnahmen können zum Schutz vor Altersarmut beitragen. Ebenso brauchen wir wirksame arbeitsmarktpolitische Instrumente, die gegen Langzeitarbeitslosigkeit vorgehen und mit denen Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert werden kann.“

Im September 2017 waren in Berlin insgesamt 165.358 Arbeitslose gemeldet. Das waren 5.707 weniger als im Vormonat und 9.986 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,7 Prozent. Sie lag damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat und um 0,7 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres.

Hinzu kommen noch all diejenigen, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches gelten, weil sie an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.