Zahl der Arbeitsunfälle in Berlin weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt – Senatorin Breitenbach stellt Arbeitsschutzbericht 2016 vor

Pressemitteilung vom 31.08.2017

Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen teilt mit:

Im bundesweiten Vergleich gehört Berlin zu den Ländern mit der geringsten Zahl an Arbeitsunfällen. 2015 verunglückten bundesweit 24,5 von 1.000 Vollzeitarbeitenden. In Berlin waren es dagegen 18,9. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ist im Jahr 2016 im Vergleich zu 2015 von drei auf acht gestiegen. Im laufenden Jahr 2017 sind dagegen bisher fünf tödliche Arbeitsunfälle zu beklagen. Trotz steigender Bautätigkeit ist die Zahl aller Arbeitsunfälle in Berlin im Jahr 2015 mit 30.535 im Vergleich der vergangenen Jahre ungefähr konstant geblieben.

Die am häufigsten anerkannten Berufskrankheiten sind, wie schon in den Vorjahren, die Hauterkrankungen, gefolgt von Infektionen und asbestbedingten Erkrankungen.

Diese Fakten sind dem Jahresbericht der Berliner Arbeitsschutzbehörden 2016 zu entnehmen. Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Elke Breitenbach hat ihn heute gemeinsam mit dem Direktor des Landesamts für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) Dr. Robert Rath der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Bericht enthält Daten aus den Jahren 2015 und 2016.

Senatorin Breitenbach: „Gute Arbeit bedeutet für mich auch immer sichere und gesunde Arbeit. Daher sind die Einhaltung der Schutzbestimmungen durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer und deren Kontrollen durch die Arbeitsschutzbehörden ein sehr wichtiger Bestandteil im Prozess der Arbeit. Ich freue mich, dass wir in der wachsenden Stadt Berlin einen leicht sinkenden Trend bei den Unfallzahlen haben. Obwohl Berlin bei den Arbeitsunfällen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt, können wir nicht zufrieden sein. Denn jeder Unfall ist einer zu viel und muss möglichst verhindert werden.“

Interessante Einzelfälle im Jahresbericht 2016 beziehen sich zum Beispiel auf:

  • Krankentransport. Im Jahr 2016 überwachten die Arbeitsschutzbehörden einige Krankentransportunternehmen. Auslöser waren Beschwerden von Beschäftigten. Resultat: Tragehilfen können die tägliche Arbeit erleichtern und zu einer deutlichen Verbesserung des Betriebsklimas führen.
  • Verkehrswege. Wo Menschen mit Radladern, Gabelstaplern oder Flurförderfahrzeugen arbeiten, ist die Gefahr von Arbeitsunfällen groß. Das geschieht vor allem dann, wenn die Verkehrswege der Fahrzeuge nicht eindeutig gekennzeichnet sind. Im Jahr 2016 untersuchte das LAGetSi unter anderem einen Fall, bei dem ein Beschäftigter durch einen Radlader ums Leben kam. Durch ihr Eingreifen konnte die Behörde erreichen, dass unter anderem dieses Fahrzeug mit einer Rückfahrkamera ausgestattet wurde.
  • Großfeuerungsanlagen. In Berlin gibt es 20 Heizkraftwerke, auch Großfeuerungsanlagen genannt. Eine Aufgabe des LAGetSi ist es, ihren laufenden Betrieb regelmäßig, vielfältig und umfangreich zu überwachen. Das reicht von der Bearbeitung von Änderungsanträgen bis zur Bewertung von gemeldeten Berufskrankheiten und Störfallbegehungen.
  • Gefährdungsbeurteilung PSYCHE. Wann wird aus einer Belastung eine Gefährdung für die Gesundheit? Mit Hilfe der sogenannten Gefährdungsbeurteilung lassen sich potenzielle Gefährdungen im Unternehmen frühzeitig ermitteln, bewerten und der erforderliche Handlungsbedarf festlegen.

Im Anhang des Jahresberichts befindet sich ein Tabellenteil mit Zahlen zum Zuständigkeitsbereich bis hin zu begutachteten Berufskrankheiten.

Der gesamte Bericht ist abrufbar unter: www.berlin.de/sen/arbeit/berlinarbeit-ziel-2/arbeitsschutz/publikationen-und-presse/artikel.363207.php