Arbeitsstaatssekretär Alexander Fischer: Wirtschaft muss für Berufsbildungspakt Hausaufgaben erledigen

Pressemitteilung vom 31.07.2017

Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Arbeit teilt mit:

Der Berliner Staatssekretär für Arbeit und Soziales, Alexander Fischer, begrüßt den Vorschlag des Generalsekretärs des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, für einen Berufsbildungspakt, fordert aber als Voraussetzung dafür verbindliche und belastbare Zusagen der Wirtschaft für ein flächendeckend und branchenübergreifend auskömmliches Ausbildungsplatzangebot.

Er erklärt: „Der Vorschlag von ZDH-Generalsekretär Schwannecke geht in die richtige Richtung und liegt voll auf der in Berlin schon lange verfolgten Linie, die Ausbildungsplatzsituation im breiten Dialog mit allen Beteiligten zu verbessern. Dafür steht insbesondere die Sonderkommission ‚Ausbildungsplatzsituation und Fachkräftebedarf‘.

Das Berliner Handwerk hat große Anstrengungen unternommen, dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel durch mehr betriebliche Ausbildung zu begegnen. Das ist richtig und wichtig. Aber wir müssen auch zur Kenntnis nehmen, dass Berlin insgesamt noch weit davon entfernt ist, ein auskömmliches Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen für alle Bewerberinnen und Bewerber bereit zu halten. Auch für das beginnende Ausbildungsjahr zeichnet sich in Berlin insgesamt noch kein substanzieller Anstieg des Angebots an betrieblichen Ausbildungsplätzen ab. Dabei sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gut: Berlin hat viele junge und motivierte Menschen, die Arbeitsagentur und der Senat stehen als Kooperationspartner bereit. Das Land wird kurzfristig die Förderung von Verbundausbildungsplätzen ausweiten.

Ein Ausbildungspakt setzt daher voraus, dass die Wirtschaft ihre Hausaufgaben macht. Notwendig sind belastbare und verbindliche Zusagen zur Schaffung eines bedarfsdeckenden Angebots an betrieblichen Ausbildungsplätzen in allen Branchen und Regionen. Die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit wird in Branchengesprächen auf Spitzenebene Möglichkeiten zur Erhöhung der Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge ausloten. Im Herbst werden wir auf Basis der Bilanz des Ausbildungsjahres Vorschläge für weitere Maßnahmen unterbreiten und entscheiden, ob der Prüfauftrag des Koalitionsvertrags zur Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe aufgerufen werden muss.“