Berliner Inklusionspreis 2016 verliehen

Pressemitteilung vom 09.12.2016

Die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, und der kommissarische Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, Dr. Sebastian Muschter, haben vorbildliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit dem Berliner Inklusionspreis ausgezeichnet. Drei Firmen erhielten den mit 10.000 Euro dotierten Landespreis.

Die Gewinner des Berliner Inklusionspreises 2016 sind:

Kategorie „Kleinunternehmen“:
Mr. Cuisine/Frederic Sternitzky – Gewerbeparkrestaurant

Kategorie „Mittelständische Unternehmen“:
METRO Cash & Carry Deutschland GmbH (Berlin)

Kategorie „Großunternehmen“:
Deutsche Bahn Energie GmbH (Berlin)

Senatorin Breitenbach: „Ich möchte den heute ausgezeichneten Unternehmen dafür danken, dass sie sich über das gesetzlich vorgegebene Maß hinaus für die Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung entschieden haben. Für Menschen mit Handicap ist die Teilhabe am Arbeitsmarkt der beste Weg, um ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft zu führen. Gleichzeitig wird dadurch die gesellschaftlich Akzeptanz von Menschen gestärkt, anders sind und deshalb besondere Bedürfnisse und besondere Fähigkeiten haben. Die heute ausgezeichneten Unternehmen zeigen eindrucksvoll, dass die Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung ein Unternehmen nach vorn bringen kann und keineswegs im Widerspruch steht zu wirtschaftlichem Erfolg. Ich hoffe, dass diese guten Beispiele viele Nachahmer finden.“

Der Sieger in der Kategorie „Kleinunternehmen“ ist das Gewerbeparkrestaurant „Mr. Cuisine“, das Gründer Frederic Sternitzky vor 12 Jahren eröffnete. Sein Motto „Göttlich speisen zu fairen Preisen“ zahlt sich aus: Ob Abi-Feiern oder Geburtstage, Jugendweihen oder Hochzeiten – die Nachfrage seiner Veranstaltungs- und Cateringangebote steigt von Jahr zu Jahr. Zum wirtschaftlichen Erfolg des Restaurants tragen sechs Beschäftigte ohne Behinderung und fünf Menschen mit Handicap bei – obwohl „Mr. Cuisine“ als Kleinbetrieb gar nicht der gesetzlichen Pflicht unterliegt, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. „Anders als Arbeitgeber, die Vorurteile gegenüber Menschen mit Handicap pflegen, profitieren Sie, werter Herr Sternitzky, von der besonderen Leistungswilligkeit und Leistungsfähigkeit ihrer behinderten Beschäftigten“, würdigte Senatorin Breitenbach den Firmeninhaber.

Das internationale Unternehmen METRO Cash & Carry siegte in der Kategorie „Mittelstand“. Das Großhandelsunternehmen ist in 26 Ländern tätig, in Deutschland betreibt es 106 Großmärkte – vier davon in Berlin. Vier Millionen gewerbliche Kunden kaufen bei METRO Cash & Carry ein. „Optimale Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitszeitmodelle, soziale Absicherung und Mitbestimmung“, so begründet der Arbeitgeber seinen Erfolg. Von 185 Beschäftigten am Standort Berlin-Marienfelde haben 13 ein Handicap – das entspricht einer Quote von 7 Prozent. „Die METRO Cash & Carry Deutschland GmbH zeigt, dass sich Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung gut miteinander vereinbaren lassen“, sagte Senatorin Breitenbach bei der Preisübergabe.

Sieger in der Kategorie „Großunternehmen“ ist die Deutsche Bahn Energie GmbH, die 1997 aus der Deutschen Bahn AG ausgegründet wurde. Der unabhängige Energiedienstleister bietet Lösungen für Energielieferungen von Bahnstrom, Drehstrom und Gas bis hin zu Dieselkraftstoff. Seit 2013 versorgt das Unternehmen auch die Berliner S-Bahn mit Energie. In Berlin beschäftigt das Unternehmen 206 Menschen mit und ohne Behinderung. Mit 14 Prozent liegt die Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Menschen in dem Unternehmen deutlich über den gesetzlichen Vorgaben. Die individuelle Förderung schwerbehinderter Beschäftigter ist für die Deutsche Bahn Energie GmbH eine Selbstverständlichkeit. „Insofern bekommt das Unternehmen den Inklusionspreis völlig zu Recht“, so Senatorin Breitenbach.

Die große Zahl an sehr guten Bewerbungen veranlasste die Jury, zusätzlich ein Unternehmen mit dem Berliner Sonderpreis 2016 auszuzeichnen. Der Preis in dieser Kategorie ging an die Bundestagsverwaltung. Knapp 3.000 Beschäftigte sorgen dafür, dass die parlamentarische Arbeit der Abgeordneten reibungslos funktioniert. „Ihr praxisorientiertes Inklusionskonzept in Kombination mit dem von Ihnen eingeforderten respektvollen Umgang aller Beschäftigten machen die Verwaltung des Deutschen Bundestages zu einem begehrten Arbeitgeber“, lobte Senatorin Breitenbach den Direktor beim Deutschen Bundestag, Staatssekretär Prof. Dr. Risse.