Pflegekammer

Treppe zum Hörsaal. Aushang des Fachdialogs 'Studie zur Akzeptanz einer Pflegekammer in Berlin' an der linken Wand.
Bild: SenGesSoz

Pflegekammer in Berlin?

In den letzten Jahren ist der Ruf nach einer Pflegekammer durch professionell in der Pflege Tätige immer lauter geworden. Sie fordern Selbstbestimmung, eine eigene Berufsordnung sowie die verbindliche Beteiligung in allen Fragen der beruflichen Pflege. In Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist inzwischen die Realisierung einer Pflegekammer weit vorangeschritten.

Was ist eine Pflegekammer?

Eine Pflegekammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie dient der Selbstverwaltung der Pflegenden und beruht auf der Pflichtmitgliedschaft verbunden mit einem Pflichtbeitrag aller Pflegefachkräfte. Der Staat überträgt bislang staatlich wahrgenommene Aufgaben zur Regelung der Pflegefachberufe auf die Pflegekammer. Dies ermöglicht den Pflegenden, selbst über ihre Angelegenheiten zu bestimmen.

Aufgaben einer Pflegekammer

Die Aufgaben, die eine zukünftige Pflegekammer übernehmen kann, sind vielseitig und werden in einem Gesetz festgelegt. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Entwicklung und Durchsetzung einer Berufsordnung und Berufsethik für die Angehörigen der Pflegeberufe
  • Gestaltung der Rahmenbedingungen der Fort- und Weiterbildung
  • Qualitätssicherung: Mitarbeit bei der Festlegung von Qualitätsstandards nach pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Fachliche und rechtliche Beratung der Kammermitglieder
  • Politikberatung: Beteiligung an Gesetzgebungsverfahren in allen Fragen des Gesundheits- und Sozialwesens; Verbesserung der beruflichen Rahmenbedingungen in der Pflege
  • Öffentlichkeitsarbeit: Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe in der öffentlichen Wahrnehmung durch Medienarbeit
  • Registrierung der Angehörigen der Pflegeberufe als Grundlage für die Bedarfsplanung

Studie zur Akzeptanz einer Pflegekammer in Berlin

Senator Mario Czaja während seiner Rede
Bild: SenGesSoz

In Berlin hat die Alice Salomon Hochschule Berlin eine repräsentative Studie zur Akzeptanz einer Pflegekammer, gefördert durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, durchgeführt. Die Studie bediente sich dabei quantitativer und qualitativer Methoden der empirischen Sozialforschung. Zwischen November 2014 und März 2015 wurden insgesamt 1.196 Berlinerinnen und Berliner in den Berufsgruppen der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege befragt. Ziel war es, ein Meinungsbild der Beschäftigten in der Pflege zu bekommen.

Zur öffentlichen Präsentation der Ergebnisse begrüßte Senator Mario Czaja, selbst Befürworter einer Pflegekammer, rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Großen Saal des Berliner Rathauses. Das Ergebnis dieser ersten Befragung lautete: Eine große Mehrheit der Pflegekräfte in Berlin befürwortet die Gründung einer Pflegekammer. 58,8 % der Befragten sprachen sich für die Gründung einer Pflegekammer aus, nur 17,1 % dagegen. Die größte Zustimmung gab es in der Berufsgruppe der Krankenpflege mit 62,2 %, gefolgt von der Berufsgruppe der Kinderkrankenpflege mit 52,1 % und der Altenpflege mit 49,8 %.
Der umfassende Abschlussbericht der Studie liegt der Senatsverwaltung nun seit September 2015 vor.

Studie zur Akzeptanz einer Pflegekammer im Land Berlin - Abschlussbericht

PDF-Dokument (4.2 MB)

Online-Befragung der Schülerinnen und Schüler der Kranken- und Altenpflegeschulen zur Akzeptanz einer Pflegekammer im Land Berlin

Nach der Durchführung der Pflegekräftebefragung erhielten auch die Schülerinnen und Schüler der Berliner Kranken-, Kinderkranken und Altenpflegeschulen die Möglichkeit, in einer Onlinebefragung ihre Meinung zur Errichtung einer Pflegekammer zu äußern. Der Abschlussbericht zu der Onlinebefragung liegt seit September 2015 vor.

Online-Befragung der Schülerinnen und Schüler der Kranken- und Altenpflegeschulen zur Akzeptanz einer Pflegekammer im Land Berlin - Abschlussbericht

PDF-Dokument (3.5 MB)