Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise

Mehrere Personen halten Puzzleteile zusammen
Bild: Frank Gärtner / Fotolia.com

Aufgaben der Berliner Landesgesundheitskonferenz

Um neuen Herausforderungen und Gefahren der Gesundheit in Berlin mit abgestimmten Strategien zu begegnen und damit die Gesundheitspolitik zielorientierter auszurichten, hat der Senat von Berlin im Jahr 2004 die Berliner Landesgesundheitskonferenz (LGK) eingerichtet, die 2006 im Gesundheitsdienst-Gesetz (GDG) verankert wurde. Die Mitglieder der LGK, die sich an der Gesundheitspolitik beteiligen oder die Verantwortung im gesundheitspolitischen Bereich tragen, entwickeln im Dialog miteinander Gesundheitsziele. Zu deren Umsetzung verpflichten sie sich im Rahmen der Selbstverpflichtung.

Mitglieder und Vorsitz der Berliner Landesgesundheitskonferenz

In der LGK sind aktuell 23 Berliner Institutionen und Verbände vertreten, die sich aktiv an der Gesundheitspolitik des Landes Berlin beteiligen oder Verantwortung im gesundheitspolitischen Bereich tragen. Ihr gehören Berliner Leistungserbringer, Sozialleistungsträger, Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, Institutionen der Wirtschaft und der Arbeitnehmer, die Selbsthilfe, Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und des Patientenschutzes, Institutionen der Wissenschaft sowie die politische Senats- und Bezirksebene an. Den Vorsitz führt das für das Gesundheitswesen zuständige Mitglied des Berliner Senats, das auch die Mitglieder der Landesgesundheitskonferenz beruft.

Struktur und Arbeitsweise der Berliner Landesgesundheitskonferenz

  • Gremien

Die/Der Vorsitzende der LGK lädt ein Mal jährlich die Mitglieder zur Leitungsrunde, dem obersten Entscheidungsgremium der LGK, ein. Es berät zu relevanten Fragen und Themen der Gesundheitspolitik, der Gesundheitsförderung und der Prävention für Berlin, fasst Beschlüsse über die Gesundheitsziele und Handlungsfelder und setzt Schwerpunkte. Die Leitungsrunde erteilt Aufträge an den Steuerungsausschuss bzw. die Arbeitsgruppen (AG). Zu den Teilnehmenden zählen alle Entscheidungsträgerinnen und -träger der LGK-Mitglieder.

Der Steuerungsausschuss ist das koordinierende Arbeitsgremium der LGK. Er tritt drei Mal jährlich unter dem Vorsitz des/der Staatsekretärs/Staatssekretärin der für die Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung zusammen, berät über Beschlussvorlagen und ist verantwortlich für die Umsetzung von Beschlüssen der Leitungsrunde. Der Steuerungsausschuss koordiniert zudem AG-übergreifende Prozesse, z. B. die Interventionsberichterstattung (IBE). Zu den Teilnehmenden zählen alle Mitglieder der LGK (Fachebene).

Zu jedem der drei Berliner Gesundheitsziele wurde eine AG eingerichtet. Die verschiedenen AGs finden mindestens vier Mal jährlich statt. Die AGs setzen Beschlüsse der Leitungsrunde konkret um, berichten über den Stand der Umsetzung, weisen ggf. auf Bedarfe und Problemlagen hin und sprechen Empfehlungen für kooperatives Handeln aus. Zu ihren weiteren Aufgaben zählen die (Weiter-) Entwicklung der Gesundheitsziele und die Unterstützung bei der Umsetzung, Mitarbeit am Monitoring und Identifizierung guter Praxis. Die AGs sind auch offen für Expertinnen und Experten ohne LGK-Mitgliedschaft.

  • Öffentliche Veranstaltungen

Neben ihrer Gremienarbeit führt die LGK auch öffentliche Veranstaltungen durch. Mit zwei etablierten Veranstaltungsformaten trägt die LGK ihre Arbeit nach außen und bietet ihren Mitgliedern sowie der fachlichen und allgemeinen Öffentlichkeit die Möglichkeit, Schwerpunktthemen der Gesundheitsförderung und Gesundheitspolitik im Dialog zu verhandeln. Die Fachveranstaltungen sind beteiligungsorientiert, schaffen Transparenz über Programme, Maßnahmen und Angebote ihrer Mitglieder und ermöglichen einen kontinuierlichen Informations- und Fachaustausch.

Die öffentliche LGK findet jährlich statt und wurde in den vergangenen Jahren jeweils zu einem Schwerpunktthema durchgeführt. Das Programm wird in enger Abstimmung mit der politischen Leitung der für Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung entwickelt. Die Konferenz vereint verschiedene Veranstaltungsformate – von der Podiumsdiskussion über Workshops hin zum Rahmenprogramm und bietet den 200 bis 300 Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm. Die offene Veranstaltung ist eine wichtige Dialogplattform für die Mitglieder der LGK mit Fachinstitutionen und der Zivilgesellschaft. Darüber hinaus geben die Schwerpunktthemen der Veranstaltung wichtige Impulse für die Arbeit in den Gremien der LGK und unterstützen damit die Gesundheitszielprozesse.

Um für aktuelle Themen der Gesundheitspolitik, der Gesundheitsförderung und der Prävention in Berlin ein öffentliches Forum zu schaffen, wurden über die öffentliche LGK hinaus Gesundheitsforen etabliert. In etwa zweistündigen Abendveranstaltungen diskutieren hier Akteuerinnen und Akteure u. a. aus Politik, Verwaltung und Versorgung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Berlins. Auf diese Weise wird der fachpolitische Diskurs nach außen geöffnet und Raum für einen Dialog geschaffen. Die Gesundheitsforen finden meist zwei Mal im Jahr statt. Durch ihre niedrigschwellige Vortrags- und Diskussionskultur schaffen sie Raum für Publikumsbeteiligung und Austausch. Die Themen werden durch die LGK-Mitglieder vorgeschlagen oder beruhen auf Impulsen der bezirklichen Gesundheitskonferenzen oder weiteren Akteurinnen und Akteuren.

Geschäftsordnung Landesgesundheitskonferenz Berlin (LGK)

PDF-Dokument (50.6 kB) - Stand: 12/2014

Geschäftsstelle der Berliner Landesgesundheitskonferenz

Die Geschäftsstellenfunktion der LGK wird von der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin wahrgenommen. Sie ist verantwortlich für die Konzeptionierung, Organisation und Durchführung der LGK. Die Fachstelle wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung finanziert und in Trägerschaft von Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. geführt.

Hinweis auf Broschüre „Die Landesgesundheitskonferenz. Gemeinsam für ein gesundes Berlin“

Einen Überblick über die Aufgaben, Ziele und Strukturen der Berliner Landesgesundheitskonferenz (LGK) sowie über die Berliner Gesundheitszielprozesse und die dadurch angeregten Aktivitäten und Erfolge vermittelt die in 2017 erarbeitete Broschüre „Die Landesgesundheitskonferenz – Gemeinsam für ein gesundes Berlin“.
Die Broschüre wird in Kürze in elektronischer Form veröffentlicht.