Masern in Berlin - Gesundheitsverwaltung empfiehlt Impfung von Kindern und Erwachsenen

Pressemitteilung vom 06.02.2015

Aufgrund der derzeitigen Masernerkrankungen in Berlin empfiehlt die Senatsverwaltung für Gesundheit für Soziales allen Kindern und Erwachsenen die Überprüfung ihres Masernimpfstatus durch die Hausärztin oder den Hausarzt. Gegebenenfalls sollte eine Impfung nachgeholt werden, insbesondere bei denjenigen, die nach 1970 geboren wurden. Die Impfung ist der beste und sicherste Schutz gegen Masern. Hintergrund ist der aktuelle Masernausbruch, der sich im Moment etwas abschwächt.

Mit Stand 4. Februar 2015 sind in Berlin seit Beginn des Ausbruchs Ende 2014 insgesamt 412 Fälle von Masern gemeldet worden. Davon wurden 291 seit Anfang Januar 2015 gemeldet. Die Anzahl der Neuerkrankungen ist in der 5. Meldewoche im Vergleich zur Vorwoche gesunken, bis zum 4. Februar wurden insgesamt 39 neue Fälle übermittelt. In der Woche zuvor waren es 82. Zum Vergleich: Für das Jahr 2014 wurden in Berlin 133 Fälle gemeldet, 2013 waren es 492 und in 2012 insgesamt 18 Fälle.

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit und hochansteckend. Die Viren werden durch sehr feine Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Fast jeder Kontakt von ungeschützten Personen mit einem Erkrankten führt zu einer Ansteckung. Bereits fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlags sind Infizierte ansteckend. Masern können zudem mit ernsthaften Komplikationen (z.B. Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Gehirnentzündungen) oder Folgeerkrankungen und im schlimmsten, allerdings selten eintretenden Fall, sogar tödlich verlaufen.

Vor Einführung der Masernimpfung vor etwa 40 Jahren in Deutschland war nahezu jeder an Masern erkrankt. Diese Menschen sind auch jetzt noch gegen diese Krankheit geschützt. Durch die Impfung hat die Häufigkeit der Masern in Deutschland insgesamt deutlich abgenommen. Jedoch gibt es immer wieder Masernausbrüche, so dass die Impfung als einzige vorbeugende Maßnahme weiterhin erforderlich bleibt. Wie im gesamten Bundesgebiet steigen auch in Berlin seit Jahren die Impfquoten. Dies zeigen die Schuleingangsuntersuchungen. Die Impfquote bei Berliner Schulkindern liegt demnach bei 95,9 Prozent für die erste Masernimpfung und bei 90,9 Prozent für die zweite Impfung. Bei den 18- bis 44-Jährigen ist die Impfquote deutlich geringer. In dieser Altersgruppe liegt die Mehrzahl der Erkrankten beim aktuellen Masernausbruch. Die Auffrischung der Impfung ist daher vor allem für diese Altersgruppe von Bedeutung.

Führende Impfexpertinnen und -experten der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfehlen, alle Kleinkinder ab dem Alter von elf Monaten (erste Impfung) und ein zweites Mal ab dem Alter von 15 Monaten, spätestens bis zum zweiten Geburtstag, gegen Masern impfen zu lassen. Dies erfolgt meist in Kombination mit Mumps, Röteln und Varizellen. Danach besteht ein lebenslanger Schutz. Darüber hinaus sollten sich auch alle Erwachsenen, insbesondere diejenigen, die nach 1970 geboren wurden und bislang nicht an Masern erkrankt waren, impfen lassen. Diese einmalige Impfung erfolgt normalerweise mit einem gut verträglichen Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff) durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.