Gesundheitsversorgung und Pflege im hohen Alter

Logo 80plus-Gesundheitliche und pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen

Wohin man auch schaut: Berlin und seine Bevölkerung verändern sich rasant. Dabei wird die Stadt nicht nur immer vielfältiger, sondern auch immer älter. So wird sich die Zahl der 80-Jährigen und Älteren bis zum Jahr 2030 voraussichtlich nahezu verdoppeln: von derzeit 140.000 auf 270.000.

Alter geht nicht automatisch mit Krankheit und Pflegebedürftigkeit einher. Doch die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden und auf Pflege angewiesen zu sein, nimmt im hohen Alter deutlich zu. Der steigende Anteil älterer und alter Menschen an der Bevölkerung wird daher erhebliche Auswirkungen haben: auf den Pflegebedarf und den Bedarf an Pflegefachkräften, auf die Gesundheitsberufe und das Gesundheitswesen als Ganzes.

Grundsätzlich ist in Berlin die Qualität der Versorgung sehr gut. Schwachstellen und Versorgungslücken gibt es vor allem an den Übergängen und Schnittstellen zwischen den einzelnen Versorgungsbereichen. Das ist insbesondere für Patientinnen und Patienten im hohen Alter ein Problem, die meist auf Leistungen aus mehr als einem Versorgungsbereich angewiesen sind. Beispiel: Überleitung vom Krankenhaus (Krankenkasse) zurück ins eigene Zuhause mit ambulanter Pflege und ambulanten Arztbesuchen (Pflegekasse und Krankenkasse). Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales hat sich daher das Ziel gesetzt, die bestehenden Strukturen so weiter zu entwickeln, dass sie den Anforderungen einer älter werdenden Gesellschaft noch besser gerecht werden und alte Menschen dabei unterstützen, möglichst lange aktiv und eigenständig zu leben. Hierfür hat die Senatsverwaltung das Projekt 80plus auf den Weg gebracht.

In einem ersten Schritt wurde im Frühjahr 2015 das Diskussionspapier „80plus – Gesundheitliche und pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen“ vorgelegt. Darin werden sieben wichtige Handlungsfelder identifiziert: (1) Prävention und Gesundheitsförderung, (2) ambulante geriatrische Versorgung, (3) stationäre Versorgung sowie (4) deren Vernetzung, (5) Versorgung am Lebensende, (6) Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Altersmedizin sowie (7) Selbstbestimmung und Teilhabe. Das Papier soll die Grundlage für einen berlinweiten Diskussionsprozess bilden.

Im nächsten Schritt sollen konkrete Lösungsansätze für die Versorgung hochaltriger Menschen sowie neue Wege der verbindlichen Zusammenarbeit entwickelt werden. Dies soll im Dialog mit Einrichtungen, Trägern und Verbänden des Sozial- und Gesundheitswesens sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern geschehen. Bislang haben eine Auftaktveranstaltung, ein Gesundheitsforum und drei Fachdialoge (siehe Dokumentationen im Downloadbereich) stattgefunden. Überdies strömten am 10. Mai mehr als 60 Frauen und Männer ins Käte-Tresenreuter-Haus. Der Anlass: eine Konferenz der Älteren. Die Gastgeber: das Sozialwerk Berlin e. V. und der Verband für sozial-kulturelle Arbeit e. V. Die Teilnahmebedingung: Menschen ab dem 80. Lebensjahr. Das Format war ein voller Erfolg. Leidenschaftlich und kontrovers wurde an sieben Tischen eine Stunde lang diskutiert. Ein wiederkehrendes Thema war, dass sich ältere Menschen nicht ausreichend über ihre Möglichkeiten informiert fühlen. Zudem sind ihnen ein respektvoller Umgang und die Begegnung auf Augenhöhe wichtig. Nun werden die Ergebnisse gründlich ausgewertet. Ziel ist es, bis zum Sommer 2016 eine Rahmenstrategie zur Verbesserung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung hochaltriger Menschen in Berlin zu erarbeiten.

Dokumentation 2. Fachdialog

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Steckbriefe HF-Sprecher/innen

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Dokumentation 1. Fachdialog

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Nachbericht Gesundheitsforum 80plus

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Soziodemografische und gesundheitliche Eckdaten Berlins

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Faktenblatt Projekt 80plus - Gesundheitliche und pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen in Berlin

PDF-Dokument (192.7 kB)

Diskussionspapier - Gesundheitliche und pflegerische Versorgung hochaltriger Menschen - 80plus

PDF-Dokument (2.3 MB)