Frauen in der Öffentlichkeit

Öffentlich und privat

Lange galt es als Selbstverständlichkeit, dass die öffentliche Sphäre von Männern bestimmt wird, während Frauen auf den privaten Raum verwiesen wurden. Die Gesetze für das Private, insbesondere das Familienrecht und die Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten wurden allerdings in der öffentlichen Sphäre, also von Männern gemacht. Das Wirken in Politik und Wirtschaft, in Kultur, Wissenschaft und Religion war Frauen bis auf wenige Ausnahmen verwehrt. So steht am Beginn der Kämpfe für die Emanzipation der Frauen das Wahlrecht, das Recht auf Bildung und Beruf, das Recht auf Teilhabe in der Gesellschaft. Inzwischen ziehen immer mehr Frauen in immer weitere Bereiche der Berufswelt ein, übernehmen politische Ämter, Funktionen in Religion, Kultur und Sport – die Öffentlichkeit ist nicht mehr allein Sache der Männer.

Frauen sichtbar machen

Auch wenn die bürgerliche Gesellschaft Frauen weitgehend aus der Öffentlichkeit verdrängt, so gab es doch immer mutige Frauen, die sich und ihren Geschlechtsgenossinnen Räume erobert haben. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung erinnert an die Frauen und ihre Kämpfe im Rahmen von Kampagnen und Publikationen. Die vergessenen Frauen der Geschichte, aber auch aktive und engagierte Frauen der Gegenwart zeugen von dem enormen Beitrag von Frauen zum politischen, sozialen, kulturellen und beruflichen Geschehen in Berlin. Der Berliner Frauenpreis würdigt jährlich eine von vielen herausragenden Berlinerinnen für ihr Engagement. Wenn es um Straßennamen geht, um Ehrengräber oder andere Würdigungen setzt sich die Frauenverwaltung für eine gerechte Berücksichtung verdienter Frauen ein.

Gewalt gegen Frauen

Der öffentliche Raum ist für Frauen oft angstbesetzt und gefährlich. Auch wenn Gewalt gegen Frauen häufig in privaten Räumen stattfindet, sind Frauen in ihrem Sicherheitsgefühl auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in öffentlichen Gebäuden oft stark beeinträchtigt. Die Gestaltung dieser Räume unter Sicherheitsaspekten ist daher von großer Bedeutung – was übrigens auch anderen Gruppen zugute kommt. Der öffentliche Raum bietet aber auch Gelegenheit, die verborgene Gewalt in Familien und Privaträumen an die Öffentlichkeit zu bringen: mit Kampagnen, Plakaten, Kinospots, Werbeträgern etc. Denn die Bekämpfung privater wie öffentlicher Gewalt ist ein wichtiger Baustein, um Frauen den angstfreien Weg in jede Öffentlichkeit zu ermöglichen.

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